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Hessen-Derby im Pokal-Viertelfinale Takahara verbreitet Glanz beim 3:0-Sieg in Offenbach

27.02.2007 ·  Eintracht Frankfurt hat das Pokal-Nachbarschaftsduell beim Zweitligisten Offenbach souverän mit 3:0 gewonnen. Der zweimalige Torschütze Takahara entschied das 146. Hessen-Derby und sorgte nach den jüngsten Misserfolgen für einen Stimmungsaufschwung bei der Eintracht. Von Ralf Weitbrecht.

Von Ralf Weitbrecht, Offenbach
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Die Kursrichtung stimmt. Binnen eines Jahres schickt sich die Frankfurter Eintracht an, zum zweiten Mal in das Finale des DFB-Pokals einzuziehen. Im Halbfinale steht die erstklassige Mannschaft von Trainer Friedhelm Funkel schon. Am Dienstagabend hatte sie überraschend leichtes Spiel, um sich im 146. Derby gegen die rangtieferen Offenbacher Kickers 3:0 durchzusetzen und für die Runde der letzten Vier am 17./18. April zu qualifizieren. Michael Fink (11.) und zweimal Naohiro Takahara (61. und 72.) sorgten für freudige Frankfurter Momente im mit 24.000 Zuschauern ausverkauften Stadion am Bieberer Berg. „Wir haben wieder gepennt bei einem Standard. Das 0:1 hat uns aus dem Konzept gebracht“, erklärte der Offenbacher Stürmer Dino Toppmöller die Kickers-Niederlage.

Elf Minuten nur dauerte es, dann setzte die Eintracht ein Zeichen bei den Kickers. Unmittelbar nach dem ersten Eckball des Spiels, getreten von Kapitän Markus Weissenberger, ging die zuletzt im Ligaalltag von herben Rückschlägen geplagte Eintracht in Führung. Der aufgerückte Fink hatte genügend Zeit, den Ball mit der Innenseite an Cesar Thier vorbei zum 1:0 einzuschieben. Der Vorsprung der Eintracht war verdient, denn sie zeigte vom Anpfiff an die reifere Spielanlage und ließ sich auch nicht durch unsachliche Spruchbänder der Kickers-Fans provozieren. „Leidenschaft und Herz gegen Arroganz und Kommerz.“

Spaziergänger vom Bieberer Berg

Von Herz war beim vorab ambitionierten OFC schon in der ersten Hälfte wenig zu sehen. Gewiss, über Rüdiger Rehm und Thorsten Judt versuchten die Kickers immer wieder über links die Eintracht zu ärgern, und sie hatten durch Dino Toppmöller auch eine gute Gelegenheit (27.). Doch der umsichtige Frankfurter Abwehrblock, in dem sich der fitgespritzte Sotirios Kyrgiakos bis zu seiner Auswechslung zur Pause erfolgreich darum kümmerte, die Kreise des besten Kickers-Angreifers Suat Türker zu stören, ließ sich von den Offenbachern nicht ärgern. Zudem war auf Kickers-Seite Marco Reich, der Spaziergänger vom Bieberer Berg, ein Totalausfall.

„Organisierte Aggressivität“, das hatte sich OFC-Trainer Wolfgang Frank von seinen zweitklassigen Profis erhofft. Viel zu sehen freilich bekam er nicht. Im Gegenteil. Die Kickers vermochten das rechte Pokalfeuer in dieser nachbarschaftlichen Auseinandersetzung nicht so recht zu entfachen. Dafür sorgten einige unbeirrte Chaoten im Frankfurter Fanblock. Nach dem 1:0 brannten sie bengalische Feuer ab und zündeten Raketen. Unschöne Knalleffekte eines Derbys, das aus Kickers-Sicht längst nicht das hielt, was man sich versprochen hatte.

Takahara „unglaublich“

Die Eintracht allerdings schaffte es, das in der Bundesliga schlingernde Schiff wieder auf Kurs zu bringen. Trainer Funkel hatte nach zuletzt acht sieglosen Spielen in Folge das dringend benötigte Erfolgserlebnis. Sichtlich gut hatten dem Frankfurter Coach auch die Solidaritätsbekundung seines Vorstandsvorsitzenden getan. Heribert Bruchhagen sprach sich vor dem Pokalderby vehement für eine weitere Zusammenarbeit mit Funkel aus. „Wir glauben nach wie vor mit großer Überzeugung, dass Friedhelm Funkel am ehesten in der Lage ist, diese sicherlich vorhandene Krise zu meistern“, so der auch in Personalunion als Manager tätige Bruchhagen. „Er hat die Eintracht in zweieinhalb Jahren zu großem sportlichen und wirtschaftlichen Erfolg geführt. Am Ende wird derjenige erfolgreich sein, der die besten Nerven behält.“

Schon im traditionell stimmungsvollen Stadion am Bieberer Berg zeigte die Eintracht kühlen Kopf, wenngleich sie lange zu zaghaft versuchte, dem 1:0 das 2:0 folgen zu lassen. Albert Streit hätte es nach dem Seitenwechsel erzielen können, verfehlte aber sein Ziel (47.). Besser machte es Naohiro Takahara, der Garant für treffliche Momente bei der Eintracht. Er veredelte eine weite Flanke von Ochs (61.) mit einem spektakulären Volleyschuss. „Er hat eine Schusstechnik, das ist unglaublich“, lobte Eintracht-Trainer Friedhelm Funkel den japanischen Stürmer.

Offenbachs OB muss Derbyversprechen einlösen

2:0 auf Biebers Höhen - was sollte da noch schief gehen für die bessere, reifere Mannschaft? Nichts. Denn durch Takahara - wen sonst? - fiel sogar noch das 3:0 (72.). Ein souveräner und auch in dieser Höhe verdienter Pokalerfolg der Eintracht, und Horst Schneider, der Offenbacher Oberbürgermeister, kann schon einmal einen Termin suchen, um sein an Petra Roth gemachtes Derbyversprechen einzulösen. Er muss nach dem Ausscheiden der Kickers den Frankfurter Römer fegen.

„Auf diese Leistung können wir für die Bundesliga aufbauen“, sagte Eintracht-Verteidiger Patrick Ochs. „Wir haben drei Tore geschossen und endlich wieder mal zu null gespielt.“ Eintracht-Trainer Funkel sah nach dem Pokalerfolg auch optimistisch in die Bundesliga-Zukunft: „Wir wollen nicht absteigen und wir werden nicht absteigen. Nach acht sieglosen Spielen ist jeder Sieg wichtig. Wir müssen aber die Wettbewerbe trennen. Jetzt zählt nur noch Hannover.“

Wolfgang Frank (Kickers Offenbach): „Die Frankfurter haben ein sehr gutes Spiel gemacht, und das frühe Tor hat ihnen in die Karten gespielt. Wir hatten da einen Blackout. Nach so einem frühen Rückstand kommst du gegen eine Klassetruppe wie Frankfurt nur ganz schwer ins Spiel. Nun können wir uns auf den Abstiegskampf
in der zweiten Liga konzentrieren.“

Friedhelm Funkel (Eintracht Frankfurt): „Der Sieg ist für uns sehr, sehr wichtig. Wenn man acht Spiele nicht gewinnt, freut man sich über jedes Erfolgserlebnis. Wir können die beiden Wettbewerbe trennen. Wir stecken im Abstiegskampf, aber wir werden die nötigen Punkte holen. Und wir haben die Gelegenheit, zum zweiten Mal in Folge ins Endspiel einzuziehen. Das schaffen normalerweise nur Bayern München oder Werder Bremen.“

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