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Herzschwäche Maradonas Leibarzt „ein bißchen entspannter“

20.04.2004 ·  Dem früheren Fußballstar Diego Maradona geht es nach Aussage seines Arztes etwas besser. Nach seiner lebensbedrohlichen Herz-Lungen-Krise werde er aber noch immer künstlich beatmet - als Vorsichtsmaßnahme.

Von Josef Oehrlein, Buenos Aires
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Der herzkranke frühere Weltfußballer Diego Maradona befindet sich nach einer lebensbedrohlichen Krise auf dem Weg der Besserung. Dem 43jährigen gehe es „wirklich besser“, sagte sein Leibarzt Alfredo Cahe in der Nacht zum Dienstag. Er werde aber immer noch künstlich beatmet. Sowohl die Funktion des Herzens als auch der Lunge habe sich verbessert, fügte Cahe hinzu. „Wir sind jetzt doch ein bißchen entspannter. Die künstliche Beatmung wird nur noch als Vorsichtsmaßnahme und aus therapeutischen Gründen fortgesetzt“, zitierte ihn die Nachrichtenagentur DyN.

Am Sonntag morgen hatte Maradona noch einem Spiel um den Libertadores-Cup in seiner geliebten "Bombonera", dem Stadion von Boca Juniors in Buenos Aires, beigewohnt. Am Abend lag Diego Maradona auf der Intensivstation des Schweizerisch-Argentinischen Krankenhauses, künstlich beatmet und "in kritischem Zustand", wie es in einem Bulletin hieß.

Extremer Bluthochdruck wegen Herzerweiterung hatte den Zusammenbruch hervorgerufen. Sogleich kursierte die Mutmaßung, der frühere Fußballstar Diego Maradona habe eine Überdosis Rauschgift genommen. Sein persönlicher Arzt Alfredo Cahe dementierte umgehend, die Herzschwäche stehe nicht im Zusammenhang mit Maradonas "Abhängigkeit".

Erster Zusammenbruch vor vier Jahren

In Erinnerung ist noch, wie Maradona am 4. Januar 2000, mitten im Hochsommer am Rio de la Plata, im uruguayischen Badeort Punta del Este gleichfalls wegen Bluthochdrucks auf die Intensivstation einer dortigen Klinik gebracht werden mußte. Damals hatte er sich zuvor eine Überdosis Kokain einverleibt. Es ist nie klargeworden, ob die anschließende Entziehungskur in Kuba, während der Maradona freundschaftlichen Umgang mit dem Revolutionsführer Fidel Castro pflegte, Erfolg hatte. Trotz allen Bemühens der kubanischen Fachärzte und seines argentinischen Leibmedicus hat sich Maradona von dem Zusammenbruch vor vier Jahren allem Anschein nach nie richtig erholt. Auf Kuba verursachte er einen Verkehrsunfall, bei dem sein Fahrzeug völlig zerstört wurde, den er aber wie durch ein Wunder unverletzt überstand.

Die Bilder vom Besuch der "Nummer zehn" an diesem Sonntag in der Boca-Loge zeigen Maradona noch korpulenter als je zuvor, übermüdet und geschwächt. Er verließ vorzeitig das Stadion. Auf dem Weg in sein Landhaus im Ort General Rodriguez sei ihm übel geworden und er habe einen Fieberanfall verspürt, hieß es aus seiner Umgebung. Darauf habe er im Wagen die Klimaanlage eingeschaltet. Das habe seinen Zustand offenbar nur noch verschlimmert. Auf Anordnung von Doktor Cahe wurde Maradona in einer Ambulanz in das im Zentrum von Buenos Aires gelegene Krankenhaus gebracht.

Zahlreiche Fans vor der Klinik

Nach Bekanntwerden der Nachricht versammelten sich sogleich zahlreiche Fans vor der Klinik. Die ganze Nacht über wachte der engste Familienkreis bei ihm. Maradona war erst Ende März nach eineinhalb Jahren Abwesenheit nach Argentinien zurückgekehrt. Seine Freunde hatten gehofft, er werde den Aufenthalt zu Hause nutzen, um sich auszuruhen und zu erholen. Statt dessen trat er immer wieder in der Öffentlichkeit auf, besuchte Fußballspiele und gab Interviews. Er trat sogar in einer Fernsehsendung auf, in der es um die Bekämpfung der wachsenden Gewaltkriminalität in Argentinien ging.

Zu den Personen, die bekundeten, um das Schicksal des Schwerkranken besorgt zu sein, zählt auch Maradonas früherer Manager Guillermo Coppola. Er versuchte vergeblich, zur Intensivstation vorzudringen. Die Ärzte verwehrten es ihm. Auch am Montag war Maradonas Gesundheitszustand äußerst kritisch. Die entscheidende Frage ist, ob sein Herz die Krise durchsteht. Eine Begegnung zwischen Coppola und seinem früheren Schützling könnte gerade zum gegenwärtigen Zeitpunkt unabsehbare Folgen haben.

„Coppola wartet nur darauf, daß ich sterbe“

Von Coppola hatte sich Maradona zuletzt überraschend deutlich distanziert. "Coppola wartet nur darauf, daß ich sterbe, um das Geld aus meinen Verträgen zu kassieren", hatte Maradona kürzlich in einer Fernsehsendung gesagt. "Er hat sich an das Geld meiner Töchter gemacht, das ist ziemlich viel, das verzeihe ich ihm nicht, und er weiß es. Ich habe die Sünde begangen, sein Freund zu sein, und er hat mich verraten."

Coppola, dem vorgehalten wird, Maradona Kokain besorgt zu haben, sagte, man solle die Dinge nicht miteinander vermischen. "Die Familie weiß, daß sie auf mich zählen kann."

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Jahrgang 1949, politischer Korrespondent für Lateinamerika mit Sitz in Buenos Aires.

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