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Hamburger SV Ein „phantastisches Spiel“ mit kleinem Makel

10.04.2009 ·  Der Hamburger SV besitzt großes Selbstvertrauen - das zeigte der 3:1-Sieg im Viertelfinal-Hinspiel des Uefa-Cups gegen Manchester City. Das Wort „Titel“ ist nicht mehr verboten. Und schon geht der Blick voraus auf das Gastspiel in Stuttgart.

Von Frank Heike, Hamburg
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Es wurde relativ bald auch vom VfB Stuttgart geredet, dem nächsten Gegner am Sonntag (17.00 Uhr / FAZ.NET-Bundesliga-Liveticker) in der Bundesliga. Aber irgendwie klangen die Warnungen vor der guten Form der Schwaben nur noch pflichtschuldig. Der Hamburger SV fährt am Samstag zum VfB, um am Ostersonntag dort zu gewinnen und womöglich Tabellenführer zu werden (siehe auch: Die aktuelle Tabelle der Fußball-Bundesliga) - das war eine der Erkenntnisse des überzeugenden 3:1 des HSV im Uefa-Pokal am Donnerstagabend gegen Manchester City.

Nun könnte man sagen, die Wettbewerbe hätten nichts miteinander zu tun. Das stimmt für sich genommen auch. Doch es war ein Spiel im Uefa-Pokal, das dem HSV den Glauben an die eigene Stärke gegeben hat: das 3:2 im Achtelfinal-Rückspiel bei Galatasaray Istanbul. Dank der Treffer von Paolo Guerrero drehte der HSV damals das Spiel nach einem 0:2 noch (siehe auch: Uefa-Pokal: HSV findet den Ausgang aus der Hölle von Istanbul). Und seit diesem 19. März halten die Spieler von Martin Jol alles für möglich: in der Bundesliga, im DFB-Pokal und auch in der internationalen Spielrunde. Das Wort „Titel“ ist in Hamburg nicht mehr verboten.

„City ist sehr heimstark - und kann ein, zwei Tore schießen“

Das große Selbstvertrauen des HSV bekam die mit den Millionen des Scheichs runderneuerte, aber nicht sehr Furcht einflößende Mannschaft von der Insel am Gründonnerstagabend zu spüren. Das 3:1 durch die Tore von Mathijsen, Trochowski (Foulelfmeter) und Guerrero deutete die Hamburger Überlegenheit nur an. Wie souverän der Rückstand nach wenigen Sekunden durch Ireland verdaut wurde, nötigte Respekt ab. „Ich habe mich kurz erschrocken und gedacht: geht es jetzt so weiter?“, sagte der gut gelaunte Jol später.

Doch der Gegentreffer entsprang nur einer kurzen Verwirrung zu Beginn, wiewohl er noch für viel Ärger sorgen könnte. „City ist sehr heimstark, und mit ihrem Publikum können sie schnell ein, zwei Tore schießen“, sagte der England-Kenner Jol, „deswegen hätte ich mir ein 4:1 gewünscht - 4:1, das wäre gut gewesen.“ Doch Trochowski, Pitroipa und Olic vergaben ein paar gute Chancen.

„Wir haben einen super Zusammenhalt haben in der Mannschaft“

Kann man sich eigentlich über einen deutlichen Sieg gegen Manchester City beklagen, berücksichtigt man, welche Mannschaft da für den HSV auflief? Man kann. Denn trotz der sechs verletzten Stammspieler agiert Jols Team derzeit in einer bestechenden Form. Marcell Jansen sagte: „Es war ein phantastisches Spiel von uns. Der Ball ist richtig gut gelaufen. Man merkt, dass wir einen super Zusammenhalt haben in der Mannschaft. Noch haben wir aber nichts erreicht. Wir müssen am Donnerstag richtig gegenhalten.“

Wer auch spielt, er macht es ordentlich oder besser bei diesem HSV. Ob der traditionell wacklige Collin Benjamin oder der für seine Fehltritte im Karlsruhe-Spiel in der Kritik stehenden Däne Michael Gravgaard - Jol kann sich inzwischen auf alle verlassen. Auch deshalb sagt er so oft nach den Spielen, er sei stolz auf sein Team. Wer so kurz vor Saisonende das Momentum auf seiner Seite weiß und eine Siegesserie gestartet hat, der kann am Ende durchaus Meister werden. Oder DFB-Pokalsieger. Oder Uefa-Pokalsieger.

Trochowski ist nicht unbedingt Trainer Jols Liebling

Besonders selbstbewusst war am Donnerstag Piotr Trochowski. Als hätte ihn das angebliche Angebot von Juventus Turin besonders beflügelt, flitzte der kleine Mittelfeldspieler über den Rasen. Zwei Treffer bereitete er vor, den Elfmeter verwandelte er sicher. Und doch ist Trochowski nicht Jols Liebling.

Manchmal lässt er ihn wegen seiner taktischen Defizite draußen schmoren. Deswegen kokettierte Trochowski wohl auch nach dem 3:1 gegen Manchester City: „Es kommt schon vor, dass sich andere für einen interessieren, wenn man gut spielt.“ Ein bisschen Werbung in eigener Sache musste nach dieser Leistung erlaubt sein.

Hamburger SV - Manchester City 3:1
Hamburg:
Rost - Benjamin, Gravgaard, Mathijsen, Aogo - Jarolim - Pitroipa, Trochowski, Jansen - Petric, Olic (71. Guerrero) - Trainer: Jol
Manchester: Given - Richards, Dunne, Onuoha, Bridge (46. Garrido) - Wright-Phillips (85. Fernandes), Zabaleta, Ireland - Sturridge (63. Mwaruwari), Bellamy, Robinho - Trainer: Hughes
Schiedsrichter: Olegario Benquerenca (Portugal)
Tore: 0:1 Ireland (1.), 1:1 Mathijsen (9.), 2:1 Trochowski (63./Handelfmeter), 3:1 Guerrero (79.)
Zuschauer: 50.500 (ausverkauft)
Gelbe Karten: Trochowski, Pitroipa - Given, Bellamy

Quelle: FAZ.NET
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