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Hamburger SV : Die Zeit ist kaputt

Stehen geblieben: die Bundesliga-Uhr des HSV (Archivbild von April 2010) Bild: dpa

Die Bundesliga-Uhr im Hamburger Stadion zählt die Stunden seit dem ersten Anpfiff vor fast 50 Jahren. Darauf ist der HSV besonders stolz: er war immer dabei. Doch jetzt ist sie stehen geblieben.

          Die Bundesliga-Uhr des Hamburger SV ist kaputt - und lässt sich nicht reparieren. Schlechtes Omen? Zeit abgelaufen? Und es kommt noch schlimmer: „Es gibt keine Ersatzteile für sie“, sagt Arena-Chef Kurt Krägel.

          Das blaue Einzelstück mit der Anmutung einer Aral-Verkaufstafel hängt in der Nord-West-Ecke des Stadions und zeigte bisher sekundengenau an, wie lange der Verein bereits in der Fußball-Bundesliga spielt. Beim editieren dieses Artikels waren es 49 Jahre, 82 Tage, 20 Stunden, 10 Minuten und 10, 11, 12 Sekunden....

          „Markenzeichen des Vereins“

          Woher wir das so genau wissen, obwohl die Uhr doch stehen geblieben ist? Moderne Zeiten: Auf der Homepage des Vereins läuft die digitale Zahlenkolonne weiter. Und nicht ganz ohne Grund ist der Verein so stolz auf seinen umgekehrten Countdown, denn der HSV ist schließlich der einzige Klub, der seit Bundesliga-Gründung in der Saison 1963/64 ununterbrochen erstklassig mitspielte.

          Doch tickt der Verein noch richtig? Nun sollen die Anhänger auf der Homepage des HSV abstimmen, ob man die zeitlose Zeit einfach verstreichen lässt oder ob vielmehr eine neue Uhr angeschafft werden soll. Zwei Meinungen stehen sich gegenüber: „Die Uhr ist nicht wegzudenken. Sie ist ein Markenzeichen des Vereins und symbolisiert einen Teil der großen Geschichte des HSV“ - so die Pro-Fraktion. „Es reicht nicht, sich nur über die Vergangenheit zu definieren. Wir wollen ohne die Uhr nach vorn gucken und die Zukunft gestalten. Die Uhr sollte ins Museum“, lautet die Contra-Position.

          Der Vorstandsvorsitzende gibt sich salomonisch: „Bevor es eine Entscheidung gibt, möchten wir wissen, wie unsere Mitglieder und Fans zu der Uhr stehen“, sagt Carl Jarchow. Den Zwischenstand um 11:53 Uhr weiß FAZ.NET: 63,4 Prozent sind für eine neue Uhr, dann aber als digitalisierte Version. 36,6 Prozent wollen auf das rückwärtsgewandte Vorwärtszählen verzichten.

          Läuft die Zeit einmal ab?

          Was war in all den Jahren? Dreimal gewann der HSV die Meisterschaft, zuletzt aber 1983 - das ist schon so lange her, da könnte man fast eine neue Uhr laufen lassen. Auch in der „ewigen Tabelle„ stehen die einzigen ewigen Bundesligamitspieler nur auf Rang drei, verdrängt nicht nur klar von den Bayern, sondern auch vom Nordrivalen Werder Bremen.

          In der aktuellen Bundesliga-Tabelle rangiert der Verein derzeit übrigens auf Rang zehn. Die ärgsten Abstiegssorgen sind zwar gebannt, aber ganz sicher kann sich auch der „Dino“ nie sein, ob seine Zeit in der Bundesliga nicht doch einmal abläuft.

          Quelle: FAZ.NET

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