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Eintracht-Kommentar : Gut für Frankfurt, schlecht für Deutschland

„Die Eintracht ist keine Weltklassemannschaft, sondern eine ordentliche“: Trainer Niko Kovac Bild: dpa

Die Frankfurter Eintracht ist ein ordentliches Team. Dass sie es mit ihren Mitteln bis auf Platz vier in der deutschen Eliteklasse geschafft hat, ist ein weiteres Indiz für den Niedergang des deutschen Fußballs .

          Wenn man das lockere Auslaufen am Sonntagmorgen als Freizeitbeschäftigung nimmt, dann hat Trainer Niko Kovac seiner Mannschaft über die närrischen Tage drei freie Tage am Stück zugestanden. Das bedeutet nicht die Abkehr vom bewährten Arbeitsethos und der erste Anflug von Selbstzufriedenheit, nachdem Platz vier für eine ganze Woche erobert worden ist, sondern eine sinnvolle Unterbrechung der Fron. Das nächste Bundesligaspiel gegen RB Leipzig findet erst am kommenden Montag statt, die Zeit bis dahin wäre sehr lang geworden, um die Spannung aufrechtzuerhalten.

          Die Grundlagen für die Rückrunde sind ohnehin gelegt. Und bis jetzt hat es keinen Anlass gegeben, die Belastungssteuerung von Kovac in Zweifel zu ziehen. Im Gegenteil. Auch beim 4:2 über den 1. FC Köln waren die Frankfurter wieder einmal körperlich präsenter als der Gegner und bis zum Abpfiff konditionell auf der Höhe.

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          Und im Gegensatz zur vergangenen Rückrunde muss nun niemand die Befürchtung haben, dass noch ein schwerer Einbruch erfolgt. Denn in dieser Saison hat es die Eintracht geschafft, einen in der Spitze deutlich breiteren Kader zusammenzustellen. Durch die unverhofften Leistungsexplosionen von Wolf, Rebic, Chandler (als linker Verteidiger), Jovic und da Costa besitzt Kovac viele Variationsmöglichkeiten – taktischer Natur, aber auch, um einem Kräfteverschleiß einzelner Spieler vorzubeugen.

          Im Moment erscheint die Zukunft der Eintracht rosarot, es besteht kein Grund zur Besorgnis. Es muss nur so weiter gearbeitet werden wie bisher. Und das süße Gift, das von dem Wort Champions League ausgeht, darf seine Wirkung nicht entfalten. Nur ein bisschen Selbstzufriedenheit, nur ein bisschen Eitelkeit, nur ein bisschen Unruhe – und dem Höhenflug folgt der Absturz. Besser als Trainer Kovac kann man es nicht formulieren: „Die Eintracht ist keine Weltklassemannschaft, sondern eine ordentliche“, sagte er am Samstag.

          Dass sie es mit ihren Mitteln bis auf Platz vier in der deutschen Eliteklasse geschafft hat, ist ein weiteres Indiz für den Niedergang des deutschen Fußballs – ebenso wie das Abschneiden der Bundesligamannschaften in der Europa League und der Königsklasse. Das Frankfurter Erfolgsmodell ist auf Kante genäht, ohne Saum, der herausgelassen werden kann. Zwar sind es nicht mehr nur zwölf oder 13 Spieler, die die Punkte sichern, sondern 17 oder 18. Aber in einen ganz neuen Leistungsbereich stieß die Eintracht nicht vor. Mascarells Rückkehr nach langer Verletzungspause und Hasebes Steigerung, nachdem sein Wackelknie wieder stabiler geworden ist, führten zu der spielerisch dringend erforderlichen Stabilisierung. Mehr ist nicht geschehen. Aber genug, um die Bundesliga aufzumischen. Schön für Frankfurt, traurig für Deutschland. Und wenn es Kovac weiterhin gelingt, all die Spieler, die keine oder kaum Einsatzmöglichkeiten besitzen, bei der Stange zu halten und so die Atmosphäre im Kader zu bewahren, dann wird sich daran so schnell auch nichts ändern.

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