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Götze wird Bayer Das Herz geraubt

 ·  Ausgerechnet Bayern, ausgerechnet jetzt: Der bevorstehende Verlust von Mario Götze lässt Schockwellen durch Dortmund jagen. Trainer Klopp ist vor dem Duell mit Real als Therapeut gefragt.

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© dpa Vergrößern Wegweisend: Klopp lässt Götze nur ungern gen Süden ziehen

Diese impulsive Art, mit der Jürgen Klopp zuweilen seine Mannschaft an der Seitenlinie coacht, hat ihm jenseits von Dortmund mitunter schon viel Kritik eingebracht. Am Dienstag jedoch wurde wieder die andere Seite des Dortmunder Trainers sichtbar, diese aus Mainzer Tagen bekannte Fähigkeit, einem Verein auch über schwerste Stunden hinwegzuhelfen und alle schnell wieder auf ein gemeinsames Ziel einzuschwören. Erst ein paar Stunden war es her, dass eine Nachricht die Runde gemacht hatte, die für die Fans der Borussia nichts anderes den größtmöglichen Schock darstellte. Ausgerechnet am Tag vor dem Halbfinale in der Champions League gegen Real Madrid, dem größten und wichtigsten Spiel der Dortmunder seit dem Triumph in diesem Wettbewerb vor 15 Jahren, war eine Meldung lanciert worden, die für Entsetzen weit über den Borsigplatz hinaus sorgte.

Mario Götze, das 20 Jahre alte Dortmunder Jahrhunderttalent und die strahlende Galionsfigur des Vereins, wird zum Ende der Saison für eine festgeschriebene Ablösesumme von 37 Millionen Euro ausgerechnet zum FC Bayern München wechseln und dort einen Vierjahresvertrag unterzeichnen. Was für viele Anhänger wie die Verkündung des bevorstehenden Untergangs des Welt wirkte, rückte Klopp auf die Schnelle zurecht. „Mario ist ein außergewöhnlicher Spieler, den wir natürlich gerne behalten hätten, idealerweise für immer. Aber der Wechsel war möglich, weil er eine Klausel hatte, ohne die er im vergangenen Jahr seinen Vertrag nicht verlängert hätte. Und wer jetzt laut aufschreit, darf nicht vergessen, dass wir im vergangenen Jahr Marco Reus für eine festgeschriebene Ablöse von 17 Millionen aus Mönchengladbach geholt haben. Und ich kann mich nicht erinnern, dass es dort Freudenfeste gegeben hätte.“

Diese ungewöhnliche, sachliche Einordnung des spektakulären Transfers, dessen Verkündung sich in den Stunden zuvor wie eine Schockwelle über die Stadt und dann das ganze Land ausgebreitet hatte, könnte sich noch als Klopps Meisterstück erweisen. Mit einem Schlag war nämlich am Morgen die ganze Vorfreude in Dortmund auf diesen Schlagabtausch mit Real Madrid wie weggeblasen gewesen, stattdessen waren diverse Fanforen und soziale Netzwerke unter dem Ansturm an Einträgen zusammengebrochen.

Diese Nachricht, dass mit Götze ausgerechnet die Dortmunder Ikone dem Verein den Rücken kehren würde, hatte die Borussen-Anhänger bis ins Mark getroffen, und wer sein Vokabular an Schimpfwörtern auf den neusten Stand bringen wollte, musste danach nur ordentlich zappen. Dahin schien die Möglichkeit, dass die Borussia, getragen von der Begeisterungsfähigkeit ihrer Fans, tatsächlich Real Madrid die Stirn würde bieten können und an diesem Mittwoch möglicherweise die Grundlage für das Erreichen des Finales legen könnte.

Klopp versuchte, das Positive zu sehen: „Reus hat nach der Bekanntgabe des Wechsels zu uns noch überragende Spiele für Mönchengladbach gemacht. Und wenn wir vernünftig damit umgehen, wird uns auch Mario Götze helfen, unsere Ziele zu erreichen“, sagte er und appellierte an die Fans, ihre Enttäuschung bis zum Spielbeginn zu überwinden. „Und wenn das jemand nicht schafft, dann wäre es cool, wenn er seine Karte einfach weitergeben würde.“

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