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Gewalt im Stadion Mehr Geld für Prävention

25.10.2011 ·  Wo sich viele Menschen treffen, sind auch ein paar schlechte darunter. Das zeigt sich nicht nur im Stadion, sondern auch auf dem Oktoberfest. Zum Glück wird im Profifußball viel Geld verdient, man muss es nur für das Richtige einsetzen.

Von Peter Heß
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Eines muss festgehalten werden: Der Fußball befindet sich nicht in den Klauen von Gewalttätern. Auch wenn der Jahresbericht der Zentralen Informationsstelle Sporteinsätze (ZIS) der Polizei von einer Rekordzahl an Verletzten berichtet. 846 Personen wurden demnach im Zusammenhang mit den 612 Spielen der Bundesliga und Zweiten Liga der Saison 2010/11 verletzt, so viel wie noch nie. 2009/2010 waren es 784, 2008/09 nur 579. Der Anstieg lässt sich jedoch zum großen Teil mit dem verstärkten Einsatz der Ordnungskräfte mit Pfefferspray erklären, das auch Unbeteiligte abbekommen und mit der Unsitte Böller abzufeuern, die zu Knalltraumata führen. Die anderen Statistiken wie freiheitsentziehende Maßnahmen, eingeleitete Strafverfahren und Arbeitsstunden der Polizei sind - zum Teil deutlich - rückläufig.

Revierkämpfe und Provokationen

Damit soll aber nicht gesagt sein, alles in Ordnung. Ist es nicht. Die Verhältnisse sind sogar deutlich mehr als "halb so schlimm". Es ist nicht hinnehmbar, dass friedliche Fußballfans Angst haben, wenn sie ein Fußballspiel besuchen. Manche "Ultras", die sich als Hüter der Fußballtradition abseits einer übersteigerten Professionalität sehen, mögen es nicht verstehen: Aber Bengalos und Feuerwerkskörper werden nicht von allen als stimmungsvoll betrachtet, sondern von vielen als bedrohlich empfunden. Selbst wenn die nicht gewaltbereiten unter den Ultras (die Mehrheit) ihre Revierkämpfe oder Provokationen gegen gegnerische Anhänger nur als Teil einer Fankultur verstehen, fassen diese Situation außenstehende Fußballfreunde oft schon als Gefahr für die eigene Gesundheit auf, wenn sie sich denn nicht schnell aus dem Staub machten.

Ganz und gar unwürdig ist es, wie die auswärtigen Fußballfans in manchen Städten behandelt werden, weil es die Sicherheitslage erfordert. Wegen ein paar Dutzend Gewaltsuchender führt die Polizei die Fankolonne vom Bahnhof bis ins Stadion, der Vergleich mit einer Viehherde drängt sich auf. Selbst der Anblick dieser Szene von außen verleidet einem den Genuss am bevorstehenden Fußballspiel. Welche Lösung gibt es? Keine hundertprozentige. Wo sich viele Menschen treffen, sind immer ein paar schlechte darunter. Die soeben veröffentlichte Gewaltstatistik beim Münchner Oktoberfest fällt negativer aus als die von der Fußball-Bundesliga (die Besucherzahlen sind vergleichbar). Der Fußball kann nur versuchen, das Gewaltproblem so klein wie möglich zu halten. Das ist mit dem Einsatz von viel Geld und gutem Willen möglich. Dabei sind Prävention und der Dialog mit den Ultras wichtiger als Hochsicherheitsmaßnahmen. Zum Glück wird im Profifußball viel Geld verdient, man muss es nur für das Richtige ausgeben.

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Jahrgang 1959, Sportredakteur.

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