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Gewalt im Fußball Bahn bittet zur Kasse

 ·  Die Bahn befördert an jedem Fußballwochenende rund 100.000 Fans. Dabei kommt es wiederholt zu Gewaltausbrüchen. Das Verkehrsunternehmen fordert nun, dass die Fußballklubs in Zukunft für ihre reisenden Fans haften sollen.

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© dpa Empfang der Gäste-Fans: „Es kann nicht sein, dass die Bahnhöfe und Züge zu Schlachtfeldern werden“

In der Diskussion um Fan-Gewalt im Fußball fordert die Deutsche Bahn von Vereinen und Verbänden, mehr Verantwortung für den Transport der Anhänger zu übernehmen. „Die Brisanz hat zugenommen. Es kann nicht sein, dass die Bahnhöfe und Züge zu Schlachtfeldern werden“, sagte Gerd Becht, Mitglied des Konzernvorstandes am Donnerstag.

Er kündigte einen „Fan-Gipfel“ für September mit allen Beteiligten im Fußball an. Die Bahn befördert an jedem Fußballwochenende zu den Spielen rund 100.000 Fans durch die Republik - meist im Regelverkehr. Dabei kommt es ständig zu Gewaltausbrüchen mit Körperverletzung, Sachbeschädigungen, Hausfriedensbruch, Pöbeleien, Belästigungen oder Schwarzfahrten.

Millionenschäden

Fast alle Züge, mit denen Fangruppen befördert werden, bedürften laut Becht danach einer Sonderreinigung oder Reparatur. Der Schaden beliefe sich auf einen einstelligen Millionenbetrag pro Saison. Hierbei seien noch nicht einmal die Zehntausenden zusätzlichen Einsatzstunden von Service- und Sicherheitspersonal einberechnet. Die schlimmsten Anhänger hätten nach einer Statistik der Bundespolizei die Vereine Eintracht Frankfurt, Hansa Rostock, Dynamo Dresden, St. Pauli und 1. FC Köln. Bei der Rückfahrt von 750 Hertha-Fans vom Relegationsspiel in Düsseldorf wurde zuletzt fast die gesamte Inneneinrichtung eines Sonderzuges zerstört.

Der Bahn-Vorstand kündigte Gespräche darüber an, die Klubs an dem Ausgleich der Schäden zu beteiligen, auch wenn sich diese bisher für die störenden Randgruppen nicht verantwortlich fühlten. „Die Vereine könnten da mehr tun. Ich halte sehr viel davon, sie hinzuzuziehen, aber bisher sperren sie sich noch“, sagte Becht. Er nannte das Beispiel der Niederlande, wo die Vereine die Züge chartern, den Transport der Fans komplett übernehmen und dann auch, wie bei einem Mietwagenvertrag, alle entstehenden Schäden begleichen.

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Jahrgang 1965, Sportredakteur.

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