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Fußball-WM 2022 : Bauunternehmen und Architekten hoffen auf Qatar

Die imposanten Stadien müssen noch gebaut werden - hier winken deutschen Unternehmen Aufträge Bild: dpa

Die Fußball-WM 2022 in Qatar ist sehr umstritten - und ein lukratives Geschäft. Deutsche Unternehmen könnten bei den Megaprojekten zum Zuge kommen. Aber wie steht es um die Menschenrechte?

          In der ersten Vergaberunde für die neuen Fußballstadien ist das Büro Albert Speer & Partner zwar gerade leer ausgegangen. Doch man bleibt zuversichtlich, demnächst berücksichtigt zu werden. Die Frankfurter Architekten und Stadtplaner haben in Qatar schließlich schon mehr als nur einen Fuß in der Tür, nachdem sie maßgeblich beteiligt waren an der erfolgreichen Bewerbung des Wüsten-Emirats für die Fußball-Weltmeisterschaft im Jahr 2022.

          Michael Ashelm

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Seither gibt es einen engen Kontakt zu den zuständigen Stellen, die nun auch den Vergabeprozess für die Bauprojekte umsetzen. „Wir sind sehr optimistisch. Wir gehören ja zu den Firmen, die dazu eingeladen wurden und sich berechtigte Hoffnungen machen dürfen“, sagt Joachim Schares, Mitglied der Geschäftsleitung bei Speer & Partner.

          Wer bisher aus der deutschen Wirtschaft in Qatar mit am Ball ist, setzt weiterhin auf den Ausrichter der wohl umstrittensten Sportgroßveranstaltung. Seit englische Medien über die schlechte Behandlung von Arbeitsmigranten und den Tod von Arbeitern aus Nepal berichteten, ist der Kleinstaat am Golf noch mehr in Verruf geraten. Menschrechtsgruppen haben sich eingeschaltet. Hinzu kommt das öffentliche Gezerre um den richtigen Termin für das WM-Turnier.

          Der Internationale Fußball-Verband (Fifa) will es vom viel zu heißen Sommer in den Winter verlegen, eine Einigung mit den verschiedenen Interessengruppen könnte sich allerdings am Ende als unmöglich herausstellen. Zudem hängt über den Qatarern das Damoklesschwert eines Korruptionsverfahrens, das der neue Fifa-Ermittler anscheinend prüft, weil es bei der WM-Vergabe vor drei Jahren möglicherweise nicht mit rechten Dingen zugegangen ist.

          Sollte Qatar das Turnier wieder verlieren, droht ein Gesichtsverlust
          Sollte Qatar das Turnier wieder verlieren, droht ein Gesichtsverlust : Bild: dpa

          Um den Druck etwas von seiner ebenfalls stark in die Kritik geratenen Organisation zu nehmen, sprach Fifa-Präsident Joseph Blatter den in Qatar tätigen europäischen Unternehmen (also auch deutschen) jetzt eine Mitverantwortung für die missliche Situation der ausländischen Arbeitskräfte auf den dortigen Baustellen zu. Die Offenbacher Dorsch-Gruppe (Ingenieurberatung) ist da schon ins Blickfeld gekommen, aber sie weist Schuldzuweisungen ab.

          Die Firma überwacht das Prestigeprojekt Lusail City im Nordosten der Kapitale Doha, wo für 45 Milliarden Dollar eine futuristische Retortenstadt entsteht. Ausgerechnet diese Megabaustelle wurde im englischen Skandalbericht als einzige genannt, auf der nepalische Arbeiter ums Leben gekommen sein sollen. „Hier ist in den vergangenen zwei Jahren kein einziger Arbeiter gestorben“, heißt es bei Dorsch auf Anfrage. Aber wie ist das mit der schlechten Behandlung?

          Eine neun Kilometer lange Einkaufsmeile

          Von „Sklavenarbeitern“ auf seinen Baustellen in Qatar will man auch bei Hochtief nichts wissen. Der börsennotierte Baukonzern aus Essen stellte vergangenes Jahr in Doha eine fast neun Kilometer lange Einkaufsmeile fertig. Alle Aufträge liefen über ihre international gültigen Standards. Jeder Subunternehmer müsse diese akzeptieren, auf der ganzen Welt, sagt ein Unternehmenssprecher.

          Bei Hochtief gelten unter anderem ein eigener Code of Conduct, die Sozialcharta der Internationalen Arbeitsorganisation (Ilo) sowie Prinzipien der Vereinten Nationen (UN Global Compact). „Auf unseren Baustellen werden sogar Laster geblitzt, die zu schnell fahren“, heißt es bei Hochtief. Derzeit bewirbt sich der Konzern, an dem auch der qatarische Staat eine knapp zehnprozentige Beteiligung hält, um weitere Projekte im Lande.

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