Home
http://www.faz.net/-gtm-qyhe
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Fußball und Fernsehen Topspiele der Champions League nur noch im Pay-TV

30.08.2005 ·  Die Fußballfans können von 2006 an viele Partien der Champions League nicht mehr im frei empfangbaren Fernsehen schauen. Premiere hat sich sämtliche deutschen Live-Rechte bis 2009 gesichert.

Artikel Bilder (2) Lesermeinungen (0)

Die Fußballfans müssen sich auf eine reduzierte TV-Berichterstattung von der Champions League einstellen und können von 2006 an viele Topspiele nicht mehr im frei empfangbaren Fernsehen schauen.

Der Bezahlsender Premiere hat sich am Dienstag sämtliche deutschen Live-Rechte bis 2009 gesichert und will zukünftig die wichtigste Partien jedes Spieltages ausschließlich im Pay-TV senden. Spitzenbegegnungen wie Bayern München gegen Chelsea oder Real Madrid können dann nur noch wenige Anhänger sehen.

Während Premiere-Chef Kofler jubelte und einen eigenen Free-TV-Kanal ankündigte, warnte der bisherige Champions-League-Sender Sat.1 vor einem Ausschluß vieler Anhänger. „Das ist schade für uns, aber auch für den Fußballfan“, kommentierte Kristina Faßler, Sprecherin von Sat.1: „Es wird einen Großteil Zuschauer geben, die künftig von der Champions League ausgeschlossen sind, weil sie sich kein Premiere leisten können oder den Free-TV-Sender nicht sehen können.“

Der neue Rechteinhaber will einen frei empfangbaren Sender kaufen oder aufbauen, um dort 13 Spiele live und ohne zusätzliche Gebühren zu zeigen. „Ein reichweitenstarker Sender ist nicht auf dem Markt“, sagte Faßler. „Wir haben eine Hand voll Optionen“, sagte Premiere-Chef Georg Kofler. „Für den deutschen Fußball ist der Abschluß eine gute Nachricht“, sagte Kofler. Die deutschen Spitzenmannschaften könnten sich auf höhere Ausschüttungen aus dem Uefa-Topf einstellen. Über den Kaufpreis vereinbarten die Uefa und Premiere Stillschweigen. Nach Schätzung in Branchenkreisen könnte der neue Lizenznehmer etwa 10 bis 15 Prozent mehr bezahlen als Sat.1 und Premiere bisher gemeinsam für die Rechte ausgaben. Damit würde das Drei-Jahres-Paket insgesamt an ein Volumen von 200 Millionen Euro heranreichen.

Von der Saison 2006/2007 an kann sich Premiere - wie derzeit noch der Free-TV-Sender Sat.1 - die Top-Begegnung des Spieltages herauspicken und im Bezahlsender für die Abonnenten exklusiv zeigen. Eine weitere Partie soll im frei empfangbaren Fernsehen live übertragen werden. Auch hier hat der Premiere-Konzern für seinen geplanten neuen Sender die freie Wahl.

Laut Kofler muß es sich dabei nicht unbedingt um ein Spiel mit einer deutschen Mannschaft handeln. Premiere sei zwar an einer Verknappung des Angebots interessiert, um sein Pay-TV zu stärken. Dennoch sei man aber durchaus daran interessiert, daß auch im Free-TV ein attraktives Spiel zu sehen ist. „Es ist auch unser Interesse, daß die Popularität der Champions League da ist.“ Im Anschluß an die Live-Spiele soll es künftig eine große Zusammenfassung der anderen Spiele bei Premiere geben. Erst danach werden wohl die übrigen Zuschauer eine Chance haben, etwas von den anderen Spielen zu sehen.

In den vergangenen Monaten war immer wieder spekuliert worden, daß Premiere das Deutsche Sportfernsehen (DSF) kaufen könnte. Theoretisch könnte Premiere aber auch einen anderen kleinen Sender kaufen und zu einem Sportsender machen. Sollte Premiere keinen Sender kaufen oder aufbauen, hat die Uefa die Option, die Lizenz für Free- TV-Spiele an einen anderen Sender weiter zu geben.

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa, sid und Reuters
Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen
Fußball
 Bundesliga 
 2. Bundesliga 
  Verein Sp Diff Pkt.  
1.  Logo: Borussia Dortmund
Borussia Dortmund   34  55   81 Gleichheit zur Vorwoche
2.  Logo: Bayern München
Bayern München   34  55   73 Gleichheit zur Vorwoche
3.  Logo: FC Schalke 04
FC Schalke 04   34  30   64 Gleichheit zur Vorwoche
4.  Logo: Bor. Mönchengladbach
Bor. Mönchengladbach   34  25   60 Gleichheit zur Vorwoche
5.  Logo: Bayer Leverkusen
Bayer Leverkusen   34  8   54 Gleichheit zur Vorwoche
6.  Logo: VfB Stuttgart
VfB Stuttgart   34  17   53 Gleichheit zur Vorwoche
7.  Logo: Hannover 96
Hannover 96   34  -4   48 Gleichheit zur Vorwoche
8.  Logo: VfL Wolfsburg
VfL Wolfsburg   34  -13   44 Gleichheit zur Vorwoche
9.  Logo: Werder Bremen
Werder Bremen   34  -9   42 Gleichheit zur Vorwoche
10.  Logo: 1. FC Nürnberg
1. FC Nürnberg   34  -11   42 Gleichheit zur Vorwoche
11.  Logo: 1899 Hoffenheim
1899 Hoffenheim   34  -6   41 Gleichheit zur Vorwoche
12.  Logo: SC Freiburg
SC Freiburg   34  -16   40 Gleichheit zur Vorwoche
13.  Logo: FSV Mainz 05
FSV Mainz 05   34  -4   39 Gleichheit zur Vorwoche
14.  Logo: FC Augsburg
FC Augsburg   34  -13   38 Verbesserung zur Vorwoche
15.  Logo: Hamburger SV
Hamburger SV   34  -22   36 Verschlechterung zur Vorwoche
16.  Logo: Hertha BSC
Hertha BSC   34  -26   31 Verbesserung zur Vorwoche
17.  Logo: 1. FC Köln
1. FC Köln   34  -36   30 Verschlechterung zur Vorwoche
18.  Logo: 1. FC Kaiserslautern
1. FC Kaiserslautern   34  -30   23 Gleichheit zur Vorwoche

Ein Renner

Von Michael Wittershagen, Monte Carlo

Mit 43 Jahren beschleunigt Michael Schumacher noch einmal - sich und andere. Doch die Maschine zeigt ihm immer wieder Grenzen auf. Die Führung des Teams steht nun in der Verantwortung. Mehr

Ergebnisse, Tabellen und Statistik