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Fußball : Unbeobachtet, unschuldig, unfehlbar?

Wähnt sich unschuldig, wird aber nicht ungestraft davon kommen: Mohamed Zidan Bild: dapd

Noch immer scheinen viele Fußballprofis nicht zu wissen, dass ihre Spiele im Fernsehen übertragen werden. Anders sind die nur scheinbar versteckten Attacken von Pizarro oder Zidan nicht erklärbar.

          Auf eines ist ganz sicher Verlass: Das Erinnerungsvermögen von Fußballprofis hat komplette Aussetzer, wenn erst einmal genügend Adrenalin durch die Blutbahnen schießt. In der vergangenen Woche versetzte Claudio Pizarro seinem Gegenspieler Pogatetz eine Ohrfeige. Und weil Schiedsrichter Dingert nachher beteuerte, die Szene nicht gesehen zu haben, wurde der Bremer aufgrund der Fernsehbilder für zwei Spiele gesperrt.

          Erstaunlicherweise scheinen es viele Bundesligaprofis immer noch nicht verinnerlicht zu haben, dass jedes Spiel im Fernsehen übertragen wird und dass sogar Dutzende Kameras rund um das Spielfeld verteilt sind, denen einfach nichts entgeht, nicht einmal, wenn nebenbei Schnick, Schnack, Schnuck gespielt wird.

          Zwei Hände zum Himmel, eine Hand zur Ohrfeige: Claudio Pizarro

          Auch der Mainzer Mohamed Zidan gehört zu denen, die das offenbar schnell vergessen. Am Samstag trat er, als er sich vermeintlich unbeobachtet fühlte, seinem Augsburger Gegenspieler in den Unterleib, und jeder ahnt schon, wie die Geschichte wohl ausgehen wird.

          Nachträglich sperren, das geht nämlich, nachträglich freisprechen nicht. Das muss man nicht verstehen, aber es behauptet auch niemand, dass man die Handlungen des Internationalen Fußball-Verbandes immer verstehen muss. Der legt nämlich weiterhin noch Wert auf die Unfehlbarkeit der Schiedsrichter, obwohl dieses Privileg eigentlich ganz woanders hingehört.

          Nachträglich sperren geht, nachträglich freisprechen nicht: Verstehe wer will, Podolski versteht es nicht

          Der Kölner Podolski also hatte am vergangenen Wochenende die Rote Karte wegen eines vermeintlichen Kopfstoßes gegen den Berliner Kobiaschwili gesehen. Im Fernsehen konnte jeder sehen, dass es kein Kopfstoß gab, aber gegen Hannover durfte Podolski trotzdem nicht mitmachen. Aber nix habe er auch nicht gemacht, erklärte das DFB-Sportgericht, und außerdem dürfe es Tatsachenentscheidungen der Schiedsrichter nicht korrigieren. Wird doch mal wieder Zeit für eine überfällige Reform.

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