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Fußball-Trainertagung : Löw als Meister der Harmonie

Parallelen erkennbar: Joachim Löw (rechts), Jürgen Klopp Bild: dpa

Die Vorzeichen im deutschen Fußball haben sich verändert: Die Liga und die Nationalelf begegnen sich wieder auf Augenhöhe, mindestens. Und Bundestrainer Löw dankt den Bundesligakollegen für deren Arbeit.

          Die Beziehung zwischen dem Bundestrainer und seinen Kollegen aus der Bundesliga war nicht immer ganz einfach. Man kann sogar sagen, dass Joachim Löw von einigen Kollegen als Besserwisser empfunden wurde, als er im Jahr 2006 auf Jürgen Klinsmann nachfolgte, der den deutschen Fußball ziemlich deutlich auf seinen Nachholbedarf hingewiesen hatte. Löw quälte dann auch den ein oder anderen Kollegen mit Ballkontakt- und Ballbesitzzeiten, die sich in der Nationalmannschaft allmählich der internationalen Spitze annäherten, aber nicht in der Bundesliga.

          Michael Horeni

          Korrespondent für Sport in Berlin.

          In diesen Tagen sind Löw und die Bundesligakollegen wieder zur obligatorischen Trainertagung nach der Winterpause zusammengekommen, und wie der Bundestrainer auf dem Podium in Düsseldorf neben Jürgen Klopp über die Liga redete, das hatte man in den vergangenen Jahren so noch nicht gehört.

          „Ich muss der Bundesliga danken für die exzellente Arbeit“, sagte Löw und berichtete nach seinem schwierigsten halben Jahr als Bundestrainer von den vielen positiven Dingen, die er im deutschen Klubfußball beobachtete. „Es gab sehr viele erfreuliche Leistungen und Erfolge auf internationaler Ebene“, sagte Löw, „das stärkt das Selbstbewusstsein.“ Die Vorzeichen im deutschen Fußball haben sich in dieser Spielzeit verändert, die Nationalmannschaft ist nun nicht mehr länger der Taktgeber auf internationalem Niveau. Die Liga und die Nationalelf begegnen sich wieder auf Augenhöhe, mindestens.

          2013: kein Turnierjahr, aber ein wichtiges Jahr

          Löw konnte es aber auch als seinen Erfolg werten, dass mittlerweile „sehr viele junge deutsche Spieler in den Vereinen Vertrauen haben. Das ist ein sehr großer Fortschritt gegenüber der Situation von vor fünf, sechs Jahren.“ Damals leistete die Nationalelf Pionierarbeit bei den Talenten. Ausgerechnet in dieser erfolgreichen Bundesligasaison ist es jedoch mit einer weiteren jugendlichen Auffrischung der Nationalelf nicht weit her. Dahinter steckt ein Plan. Der Deutsche Fußball-Bund will bei der U-21-Europameisterschaft in diesem Sommer in Israel an den Erfolg von 2009 mit Neuer, Özil, Khedira, Boateng oder Hummels anknüpfen - deswegen kündigte der Bundestrainer an, bei den kommenden Länderspielen wie der Auftaktpartie am 6. Februar in Paris gegen Frankreich auf den Noch-Schalker Holtby ebenso zu verzichten wie auf die Frankfurter Aufsteiger Rode und Jung. Sie sollen erst mal zu prägenden Kräften der U 21 von Trainer Adrion werden.

          Gleichwohl, so Löw, sei der Konkurrenzkampf in der Nationalmannschaft größer geworden, die Qualität der Spieler werde einfach besser. Das Jahr 2013 sei zwar „kein Turnierjahr, aber dennoch ein immens wichtiges Jahr“. Es werde viel Konzentration erfordern, sagte Löw bei der Vorstellung seiner Planungen.

          Amerikareise ohne Spieler der Spitzenklubs

          Das wichtigste Ziel sei natürlich die WM-Qualifikation. Aber auch die Amerika-Reise im Mai und Juni steht schon im Zeichen der Weltmeisterschaft 2014. Bei den Spielen am 29. Mai in Miami gegen Ecuador und am 2. Juni in Washington gegen das amerikanische Team von Klinsmann werden die Profis fehlen, die genau in dieser Zeit das Pokalfinale spielen - und auch diejenigen, die womöglich das Endspiel der Champions League erreichen oder in ausländischen Ligen aktiv sind.

          Der frühe Termin mit einer langen Sommerpause, sagt Löw,sei ihm wichtig gewesen angesichts der Dauerbelastungen, denen viele Nationalspieler in den vergangenen Jahren ausgesetzt waren. Jürgen Klopp hat freudig nachgerechnet, was das auch für seine Dortmunder Bundesligaprofis mit Doppelbelastung bedeuten könnte: neuneinhalb Wochen Pause - das klingt nach einer Sommerfrische, die bis nach Brasilien halten soll.

          Quelle: F.A.Z.

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