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Fußball Rotation „light“ bei Vergabe der WM-Endrunden

29.10.2007 ·  Die Rotation als Verfahren bei der Vergabe der Fußball-WM ist gescheitert. Von 2018 an soll unter gewissen Ausnahmen wieder der beste Bewerber den Zuschlag erhalten. Zudem musste Fifa-Präsident Blatter die Verluste seines Verbandes verkünden.

Von Roland Zorn, Zürich
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Die große Rotation ist Vergangenheit, von der Weltmeisterschaft 2018 an gilt wieder das olympische Prinzip in der Welt des Fußballs. Idealerweise soll dann der beste Bewerber gewinnen. Vom Kandidatenprozess ausgeschlossen bleiben dann lediglich die Verbände jener Konföderationen, aus denen die Ausrichterländer der beiden vergangenen Weltturniere kamen.

Das heißt für die nähere Zukunft, dass weder ein afrikanisches Land noch ein südamerikanischer Verband 2018 an der Reihe sein kann, die WM auszurichten. Diese Schrumpfung des vorher vom Internationalen Fußball-Verband (Fifa) hochgehaltenen Prinzips auf eine Rotation light gab Fifa-Präsident Joseph Blatter am Montag nach einer sechsstündigen Sitzung des Fifa-Exekutivkomitees in Zürich bekannt.

Rotation: Ein gescheitertes Verfahren

Gerade weil an diesem Dienstag mit Brasilien nur ein einziger Kandidat antritt, die WM 2014 wie von selbst in Empfang zu nehmen, hat die Fifa-Regierung diese Konsequenz gezogen. Blatter, einst ein glühender Befürworter der im Jahr 2000 eingeführten Rotation, hat sich inzwischen eines Besseren belehren lassen. „Es gab für die WM-Vergabe 2014 keinen Wettbewerb, aber Fußball ist Wettbewerb. Auch das war einer der Gründe für unsere Entscheidung.“

Der Präsident kann sich inzwischen ruhigen Gewissens wieder als Wettbewerbshüter gerieren, setzte er doch im ersten Rotationsgang seinen Wunsch nach einer Weltmeisterschaft in Afrika und seinen Wunschkandidaten Südafrika für das Turnier 2010 durch. Brasilien beschließt nun als einziger Bewerber der südamerikanischen Konföderation Conmebol das letztlich gescheiterte Verfahren.

Kleine Länder ohne Chance

Nun hat wieder derjenige die besten Aussichten, der mit viel Knowhow, viel Geld und bestens vernetzt seinen Hut in den Ring wirft. England zum Beispiel hat sich für das Weltereignis sechs Jahre nach den Olympischen Spielen in London schon angemeldet. Blatter zählte am Montag weitere Kandidaten in spe auf: die Staatengemeinschaft Niederlande/Belgien zum Beispiel, aber auch so große Nationen wie China und die Vereinigten Staaten, das als Olympia-Ausrichter hochgelobte Australien und Mexiko, schon zweimal Gastgeber einer WM. „Ist das nicht schön“, fragte der Fifa-Boss in die Runde, „wir haben die WM 2010 noch nicht gespielt und die WM 2014 noch nicht vergeben, und schon sehen wir ein großes Interesse am Erwerb der WM 2018.“ Kleineren Ländern machte der als Freund der Kleinen 1998 ins Amt gekommene Schweizer keine Hoffnungen mehr, an die große Weltmeisterschaft mit 32 Mannschaften zu kommen. „Auch bei den Olympischen Spielen bewerben sich nur große Städte mit Aussicht auf Erfolg.“

Teure Verträge und Kündigungen

So gern das Mitglied im Internationalen Olympischen Komitee die Abkehr von der kontinentalen Rotation bei der Vergabe der Weltmeisterschaften verkündete, so ungern gab er die Verluste der Fifa im vergangenen Geschäftsjahr preis. Der hopplahopp vollzogene und von einem New Yorker Gericht für nicht gerade wasserdicht gehaltene Wechsel vom langjährigen Partner Mastercard zum konkurrierenden Kreditkartenunternehmen Visa hat die Fifa nach der außergerichtlichen Einigung mit Mastercard summa summarum 90 Millionen Dollar gekostet; auch die plötzliche Trennung von langjährigen hauptamtlichen Mitarbeitern in der Fifa-Spitze wie die vom ehemaligen Generalsekretär Urs Linsi war sehr teuer.

Künftig, so lautet Blatters fester Vorsatz, sollen neue Verträge, bei denen es um Millionen geht, zuerst von externen Anwälten geprüft werden, dann von der Fifa-Marketinggesellschaft und der Fifa-Finanzkommission examiniert werden, ehe sie dem Fifa-Exekutivkomitee vorgelegt werden.

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