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Fußball-Randale Arminia Bielefeld für Ausschluss Dresdens

Nachdem Dynamo-Fans beim Zweitligaspiel in Bielefeld wieder aus der Rolle gefallen waren, werden Konsequenzen gefordert - bis hin zum Liga-Ausschluss der Dresdner.

© dpa Vergrößern Friedliche Fan-Folklore sieht anders aus: Rauchwolken im Dresdner Block

Nach der neuerlichen Randale Dresdner Fans in Bielefeld droht dem Fußball-Zweitligaklub trotz des jüngsten Kompromisses mit dem DFB wieder schweres Ungemach. Der Deutsche Fußball-Bund und der Ligaverband mahnten wegen der Ausschreitungen am Freitagabend sofortiges Handeln an.

Arminia-Geschäftsführer Marcus Uhlig forderte sogar drastische Maßnahmen. „Nach den Vorfällen sollten Überlegungen stattfinden, ob Dresden nicht auch aus dem Ligabetrieb ausgeschlossen werden sollte“, sagte er am Samstag der „Neuen Westfälischen Zeitung“, nachdem Dresdner 17 Polizeibeamte verletzt hatten. Zudem wurde im Stadion Pyrotechnik abgebrannt.

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Auf Druck der eigenen Mitglieder hatte der Traditionsverein dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) gerade erst einen Kompromiss abgerungen, bei dem das Vorstrafenregister der Sachsen gelöscht und die 17 anhängigen Verfahren gegen Zahlung von 30.000 Euro eingestellt wurden. Dafür verzichtete der gebeutelte Klub auf eine Zivilklage gegen den Ausschluss aus dem DFB-Pokal.

Die Hoffnungen auf einen Neuanfang hielten allerdings gerade einmal eine Woche lang. „Das Ausmaß der Gewalt macht uns fassungslos. Wieder haben in schwarz-gelb auftretende Gewalttäter dafür gesorgt, dass wir als Dynamo mit Krawallen, Ausschreitungen, Diebstahl und schwerer Körperverletzung in Verbindung gebracht werden“, erklärte Dresdens Geschäftsführer Christian Müller in einer Mitteilung und entschuldigte sich bei den Verletzten.

DFB und DFL erwarten eindeutige Reaktion des Vereins

Der DFB gibt sich damit nicht zufrieden: „Wir erwarten jetzt erst einmal eine sofortige Reaktion und eindeutige Positionierung des Vereins, auch was die Pyro-Vorfälle im Stadion betrifft. Es reicht nicht aus, wenn sich nur Geschäftsführer Christian Müller distanziert und entschuldigt. Da ist der Aufsichtsrat ebenso gefordert wie die Ultras-Gruppierungen“, sagte der für Recht zuständige DFB-Vizepräsident Rainer Koch am Sonntag „Sport Bild Plus“.

Auch Geschäftsführer Andreas Rettig von der Deutschen Fußball-Liga sprach Klartext: „Das Verhalten der sogenannten Fans von Dynamo Dresden ist mittlerweile untragbar geworden. Es kann nicht mehr reichen, sich nur davon zu distanzieren.“ Die Dynamo-Verantwortlichen müssen sich fragen lassen, ob sie im Vorfeld ausreichend tätig wurden.

Die wohl geplanten Ausschreitungen sollen in der aktiven Fan-Szene schon vor zwei Monaten ein offenes Geheimnis gewesen sein. Ähnliche Vorabsprachen soll es vor der Pokalpartie im Oktober 2012 bei Hannover 96 gegeben haben. Nach den Krawallen dort wurde Dynamo aus dem Pokal ausgeschlossen. Trotz der Anzeichen setzte der Club sogar einen Sonderzug nach Bielefeld ein.

„Das sind keine Fans, sondern militante kriminelle Banden“

Auch für das Auswärtsspiel am Freitag beim 1. FC Köln wird von „geplanten Aktionen“ gesprochen. „Um es ganz klar zu sagen: Das sind keine Fans von Dynamo! Das sind Kriminelle, die Angst und Schrecken verbreiten. Wir als Verein distanzieren uns eindeutig von derartig kriminellem Verhalten“, erklärte Müller, der nun ein erneutes Anwachsen des Strafenregisters fürchtet. Zum geforderten Liga-Ausschluss wollte sich bei Dynamo am Sonntag niemand äußern.

Wie die Polizei berichtete, hatten etwa 250 Dresdner Hooligans schon vor dem Spiel versucht, den Bahnhof zu stürmen. Auch auf dem Weg zum Stadion sei es zu schweren Ausschreitungen gekommen. Nach Bielefelder Vereinsangaben waren rund 1000 Sicherheitsleute im und am Stadion im Einsatz. „Trotzdem konnten wir das Problem nicht lösen - wir sind ratlos“, sagte Arminia-Geschäftsführer Uhlig.

Der nordrhein-westfälische Landesvorsitzende der Deutschen Polizei-Gewerkschaft, Erich Rettinghaus, meinte: „17 zum Teil schwer verletzte Polizeibeamte, Plünderungen und Sachbeschädigungen sind nicht hinnehmbar. Das sind keine Fans, sondern militante kriminelle Banden, die mit Sport nichts zu tun haben und so müssen wir sie auch behandeln.“

Quelle: dpa

 
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