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Fußball-Nationalteams Löw bleibt bis 2010, Silvia Neid sogar bis 2013

25.10.2007 ·  Der Deutsche Fußball-Bund stellt sich für die Zukunft auf: Joachim Löw bleibt bis nach der WM 2010 Bundestrainer, Silvia Neid trainiert die Weltmeisterinnen sogar bis 2013. Für beide lohnt sich die Vertragsverlängerung auch finanziell.

Von Roland Zorn, Mainz
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Die Nachricht des Tages war keine Überraschung mehr, zumal sie aus höchsten Kreisen des deutschen Fußball-Bundes (DFB) schon vorher in Richtung Boulevard kolportiert worden war. Am Donnerstag, dem ersten Tag des 39. DFB-Bundestages in Mainz, wurde sie dann endlich amtlich verkündet: Bundestrainer Joachim Löw bleibt dem Verband bis 2010 als oberster Fußballlehrer erhalten.

Bis nach der Weltmeisterschaft in Südafrika – für die sich aber auch der dreimalige Weltmeister erst noch qualifizieren muss – wurden auch die Verträge mit Löws ersten Helfern verlängert. Der 47 Jahre alte Badener kann sich also bei seiner Arbeit mit Deutschlands besten Fußballern weiter auf seinen Assistenten Hans-Dieter Flick, Torwarttrainer Andreas Köpke und seinen schweizerischen Chefscout Urs Siegenthaler stützen. Sie sind ein in sich geschlossenes Team, das hat die jüngste Vergangenheit, gipfelnd in der Qualifikation für die Europameisterschafts-Endrunde 2008 in Österreich und der Schweiz, hinlänglich bewiesen.

Silvia Neid bleibt bis 2013

Da der Fußball in Deutschland aber längst nicht mehr nur Männersache ist, hat DFB-Präsident Theo Zwanziger, ein erklärter Frauenfreund, gleich noch den Kontrakt mit Bundestrainerin Silvia Neid bis ins Jahr 2013 ausgedehnt. Darin spiegelt sich wie gegenüber Löw allerhöchste Wertschätzung, hat doch die 42 Jahre alte Rheinländerin mit ihrer fachlich unangreifbaren Arbeit und ihrer einfühlsamen Menschenführung entschieden dazu beigetragen, dass die deutschen Fußballfrauen vor wenigen Wochen in Schanghai ihren Weltmeistertitel verteidigen konnten.

„Ich bin sehr glücklich darüber, dass wir die Verträge mit Silvia Neid und Joachim Löw verlängern konnten“, sagte Zwanziger ganz offiziell und hocherfreut über dieses wichtige Stück Kontinuität an der sportlichen Spitze des DFB, „ich freue mich auf die Fortsetzung der Zusammenarbeit mit zwei kompetenten und erfolgreichen Trainern und ihrem Team.“Löw, der nach der WM 2006 in Deutschland vom Assistenten Jürgen Klinsmanns zu dessen Nachfolger aufstieg, hat von den 16 Länderspielen unter seiner Regie erst zwei verloren, darunter nur ein Pflichtspiel (0:3 gegen Tschechien) nach der zuvor schon geglückten EM-Endrundenqualifikation. Löw steht wie seine Kollegin aus dem Frauenfußball für attraktiven, offensiven, modernen Fußball, der auf taktisch gründlicher Schulung sowie der Überzeugung und Fähigkeit beruht, selbstbewusst und selbstbestimmt aufzutreten.

Geist und Format des Löw-Fußballs

Löw freute sich nach der Vertragsunterzeichnung „enorm darüber, dass ich mit meinem Team den eingeschlagenen Weg auch in den kommenden Jahren fortsetzen kann“. Typisch für einen Trainer, der nicht allein auf Spielergebnisse, sondern mehr noch auf Arbeitsergebnisse fixiert ist, war sein Zusatz: „Unser Hauptziel wird es sein, die Entwicklung der Mannschaften des DFB und damit auch die des Fußballs in Deutschland voranzutreiben. Dieses Ziel werden wir gemeinsam mit (DFB-Sportdirektor) Matthias Sammer und (Nationalmannschaftsmanager) Oliver Bierhoff vorantreiben.“Sammer, mit dem der Bundestrainer besser als Klinsmann kooperiert, soll mithelfen, den Geist und das Format des Löw-Fußballs auch in den Juniorenteams des DFB zu verankern; Bierhoff wird seinem geschätzten Wegbegleiter so oft und so professionell es geht zur Seite stehen.

Silvia Neid empfand die Vertragsverlängerung gleich bis 2013 als „großen Vertrauensbeweis für mich“. Die lange Laufzeit gebe ihr „eine große Planungssicherheit“. Ihre Perspektive ist ja auch verlockend genug. „2008 stehen die Olympischen Spiele in Peking an; 2009 wollen wir unseren Titel bei der Europameisterschaft in Finnland verteidigen, und 2011 wartet die nächste Weltmeisterschaft – hoffentlich in Deutschland.“Die Hoffnung kann schon am Dienstag der nächsten Woche in Zürich Wirklichkeit werden, wenn der Internationale Fußball-Verband das Weltturnier des Jahres 2011 an das Land der Weltmeisterinnen vergeben sollte.

Löw-Wechsel zu den Bayern 2010?

Für beide Toptrainer des Verbandes dürften sich die Vertragsverlängerungen auch gelohnt haben. Während über das künftige Gehalt der Bundestrainerin keine Details durchsickerten, wurde Löws Salär am Donnerstag auf jährlich 2,5 Millionen Euro hochgerechnet. Das wäre, wenn die Insiderinformationen richtig sein sollten, eine Steigerung um 500.000 Euro gegenüber den bisherigen Bezügen. Dazu soll Löw eine Prämie von 250.000 Euro bekommen, falls seine Mannschaft im nächsten Sommer in Wien Europameister wird; 75.000 Euro winken angeblich für das Erreichen des Halbfinales. Im Gegenzug, so wurde es verbreitet, habe Löw seine Persönlichkeitsrechte zur werblichen Nutzung an den DFB abgetreten.

Nach der WM in Südafrika könnte Löw dann, was heute schon gemutmaßt wird, von der Nation liebster zu der Nation teuerster Mannschaft wechseln. Dass sich der FC Bayern München bei anhaltendem Erfolg irgendwann auch einmal konkret für den in sich ruhenden, klar und wohltemperiert argumentierenden Löw interessieren wird, darf als wahrscheinlich vorausgesetzt werden. Das aber wird eine andere Geschichte, die frühestens im Sommer 2010 auf der Agenda stehen wird (Siehe auch: Fußball-Kommentar: Ein außerordentlicher Vertrauensbeweis).

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