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Fußball-Nationalmannschaft Klinsmanns „Comeback“ in London

22.08.2007 ·  England und das neue Wembley-Stadion lockten Jürgen Klinsmann dann doch: Er wird an diesem Mittwoch erstmals seit seinem Rücktritt als Bundestrainer nach der WM 2006 wieder ein deutsches Länderspiel an Ort und Stelle verfolgen.

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England und das neue Wembley-Stadion locken Jürgen Klinsmann dann doch: Er wird an diesem Mittwoch (21 Uhr, im FAZ.NET-Liveticker) erstmals seit seinem Rücktritt als Fußball-Bundestrainer vor gut dreizehn Monaten wieder ein deutsches Länderspiel an Ort und Stelle verfolgen.

Der 43-Jährige ist auf Einladung seines Nachfolgers Joachim Löw und Teammanagers Oliver Bierhoff am Dienstag aus Kalifornien nach London gereist und besuchte die DFB-Elf schon beim Abschlusstraining: „Es ist ein wunderschönes Gefühl, die Mannschaft nach einem Jahr wieder zusehen. Ich trage noch viele gute Erinnerungen in mir, mit der WM als Höhepunkt“, sagte Klinsmann in einem Interview auf der DFB-Internetseite.

24 Stunden vor dem Fußball-Klassiker erhielt das deutsche Team damit eine Motivationshilfe der besonderen Art. Seinem ehemaligen Assistenten Löw sprach Klinsmann ein großes Lob aus. „Ich bin unglaublich stolz auf Jogi. Ich wusste, dass er unglaubliche Fähigkeiten als Cheftrainer hat. Er ist stets positiv, das brauchen die Spieler“, so der Wahl-Amerikaner weiter, der sich über jeden DFB-Sieg immer noch freue „wie ein kleines Kind“.

Rückkehr nach Europa?

Nachdem ein Engagement beim amerikanischen Verband nicht zustande gekommen war, kann sich Klinsmann auch wieder eine Rückkehr nach Europa vorstellen. „Wenn etwas kommt und es sich mit der Familie vereinbaren lässt, werde ich auch zurückgehen“, sagt Klinsmann.

Auf der Insel genießt er vor allem bei den Fans der Tottenham Hotspurs Heldenstatus, seit er in zwei Spielzeiten in 56 Ligaspielen 30 Tore schoss. 1995 wurde er zu Englands „Fußballer des Jahres“ gewählt. Zuletzt war Klinsmann als möglicher neuer Trainer der Hotspurs ins Gespräch gebracht worden. Seit vergangenem Sommer und der WM (Siehe auch: WM-Abschied am Brandenburger Tor: Loveparade für Klinsmann und sein Team) hat er kein neues Engagement angenommen - aber mehrmals gesagt, Trainer zu sein, reize ihn nach wie vor.

Gute Erinnerungen

1996 wurde Klinsmann in Wembley Europameister. Im Finale am 30. Juni traf das DFB-Team auf Tschechien, das durch Patrick Berger in der zweiten Halbzeit in Führung ging. Der eingewechselte Oliver Bierhoff erzwang mit einem Treffer zum 1:1 die Verlängerung. Dort gelang dem Stürmer des AC Mailand das erste „Golden Goal“ der Fußball-Geschichte zum 2:1, Deutschland war zum dritten Mal Europameister. Es war bis heute der letzte Titelgewinn für die deutsche Mannschaft, die bei den Europameisterschaften 2000 und 2004 jeweils nach den Gruppenspielen der Endrunde ausschied.

Das Team von 1996 unter der Führung von Kapitän Klinsmann, dessen Einsatz damals wegen einer Verletzung bis zur letzten Minute gefährdet war, vollbrachte eine großartige Leistung. Libero Matthias Sammer wurde wenige Monate später zu Europas „Fußballer des Jahres“ gewählt.

Klinsmann wohnt übrigens derzeit in London in demselben Hotel wie mit der deutschen Nationalmannschaft vor elf Jahren.

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