Home
http://www.faz.net/-gtm-16uoj
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Fußball-Nationalmannschaft Klarer Kopf, kühles Herz – Achtelfinale

21.06.2010 ·  Optimismus vor dem deutschen „Finale“: Zu Beginn der Vorbereitung auf das WM-Spiel gegen Ghana hält Joachim Löw einen Monolog. Und Oliver Bierhoff fordert, keine Emotionen gegen Kevin-Prince Boateng zu richten.

Von Michael Ashelm, Pretoria
Artikel Bilder (1) Video (1) Lesermeinungen (1)

Nach einem Tag Erholung und nur leichtem Gruppentraining hat die gemeinschaftliche Vorbereitung der Nationalmannschaft auf das nächste Spiel wieder begonnen. Das ist immer so bei Joachim Löw, wenn bei einem Turnier ein Höhepunkt auf den anderen folgt. Als der Bundestrainer am Sonntag erstmals nach der Niederlage vom Freitag gegen Serbien das gesamte Team auf dem Trainingsplatz versammelte, ergab sich allerdings ein anderes Bild als in den Tagen vor der ersten deutschen WM-Enttäuschung.

Löw hielt im Stadion von Atteridgeville einen fünfminütigen Monolog, während die 23 Spieler und alle dazugehörigen Betreuer in einem großen Kreis um ihn herum standen. Und dass Löws Runde genau in der Viertelstunde stattfand, in der die Medien im Trainingsstadion als Beobachter dabei sein durften, könnte wohlkalkuliert gewesen sein, um die Bedeutung des Arbeitsauftrages auch optisch für die Öffentlichkeit zu unterstreichen.

Die Nationalelf setzt alles daran, vor dem entscheidenden Gruppenspiel am Mittwoch gegen Ghana Geschlossenheit zu demonstrieren. Als Mitverantwortlicher für diese Mission beschrieb Manager Oliver Bierhoff am Sonntag, wie er den Bundestrainer derzeit wahrnähme. Er sehe ihn „sehr fokussiert, aber nicht verspannt“, sagte Bierhoff und berichtete vom festen Glauben Löws, mit dieser Mannschaft weiterzukommen.

„Das ist kein Team, vor dem man große Angst haben muss“

Zum einen gründe sich seine Annahme auf dem weiterhin guten Selbstbewusstsein und der Qualität des eigenen Teams, zum anderen wird Ghana als machbarer Gegner gesehen. „Wir wissen, die sind physisch sehr stark und haben im Offensivbereich interessante Spieler. Aber sie lassen auch ihre Chancen aus. Das ist kein Team, vor dem man große Angst haben muss“, urteilte der Manager.

Ein Sieg am Mittwoch und Deutschland wäre sicher im Achtelfinale. Ein Remis würde reichen, falls sich die Serben im Parallelspiel von Australien nur remis trennten oder die Australier mit nicht mehr als sechs Treffern Unterschied gegen die serbische Auswahl gewönnen. Letzteres Szenario ist eigentlich absurd, außer die chinesische Wettmafia würde aktiv werden. Bierhoff betonte, dass während des Spiels die Zwischenergebnisse der anderen Partie zwar zur Trainerbank vermeldet würden, damit zum Ende hin vielleicht reagiert werden könne, es aber falsch wäre, die Informationen auf den Platz weiterzutragen. „Die Mannschaft soll durchspielen.“

„Wir spielen nicht gegen Kevin-Prince Boateng, sondern Ghana“

Genauso professionell soll der Auftritt von Kevin-Prince Boateng von der Mannschaft registriert werden während des entscheidenden Duells. Der Bruder des deutschen Nationalspielers Jerome Boateng hatte Michael Ballack vor der WM im englischen Pokalfinale gefoult, worauf der langjährige deutsche Kapitän für dieses Turnier verletzt ausfiel. „Es wäre nicht richtig, Emotionen gegen eine Person zu richten. Wir spielen nicht gegen Kevin-Prince Boateng, sondern Ghana“, sagte Bierhoff.

Klarer Kopf und ein kühles Herz – die deutsche Reisegruppe verbreitet Optimismus vor ihrer großen Bewährungsprobe in Südafrika. In dieser Hinsicht wertete Bierhoff es auch als Vertrauensbeweis in die Leistungsstärke des Teams, dass Ballack sein Kommen nicht für Mittwoch, sondern für später angekündigt hätte. Eine ähnliche Planung wie der pausierende Kapitän verfolgt auch die Bundeskanzlerin. „Sie wird sich den Besuch für einen anderen Zeitpunkt aufbewahren“, sagte Bierhoff und lächelte.

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen
Themen zu diesem Artikel

Jahrgang 1965, Sportredakteur.

Jüngste Beiträge

Fußball
 Bundesliga 
 2. Bundesliga 
  Verein Sp Diff Pkt.  
1.  Logo: Borussia Dortmund
Borussia Dortmund   34  55   81 Gleichheit zur Vorwoche
2.  Logo: Bayern München
Bayern München   34  55   73 Gleichheit zur Vorwoche
3.  Logo: FC Schalke 04
FC Schalke 04   34  30   64 Gleichheit zur Vorwoche
4.  Logo: Bor. Mönchengladbach
Bor. Mönchengladbach   34  25   60 Gleichheit zur Vorwoche
5.  Logo: Bayer Leverkusen
Bayer Leverkusen   34  8   54 Gleichheit zur Vorwoche
6.  Logo: VfB Stuttgart
VfB Stuttgart   34  17   53 Gleichheit zur Vorwoche
7.  Logo: Hannover 96
Hannover 96   34  -4   48 Gleichheit zur Vorwoche
8.  Logo: VfL Wolfsburg
VfL Wolfsburg   34  -13   44 Gleichheit zur Vorwoche
9.  Logo: Werder Bremen
Werder Bremen   34  -9   42 Gleichheit zur Vorwoche
10.  Logo: 1. FC Nürnberg
1. FC Nürnberg   34  -11   42 Gleichheit zur Vorwoche
11.  Logo: 1899 Hoffenheim
1899 Hoffenheim   34  -6   41 Gleichheit zur Vorwoche
12.  Logo: SC Freiburg
SC Freiburg   34  -16   40 Gleichheit zur Vorwoche
13.  Logo: FSV Mainz 05
FSV Mainz 05   34  -4   39 Gleichheit zur Vorwoche
14.  Logo: FC Augsburg
FC Augsburg   34  -13   38 Verbesserung zur Vorwoche
15.  Logo: Hamburger SV
Hamburger SV   34  -22   36 Verschlechterung zur Vorwoche
16.  Logo: Hertha BSC
Hertha BSC   34  -26   31 Verbesserung zur Vorwoche
17.  Logo: 1. FC Köln
1. FC Köln   34  -36   30 Verschlechterung zur Vorwoche
18.  Logo: 1. FC Kaiserslautern
1. FC Kaiserslautern   34  -30   23 Gleichheit zur Vorwoche

Ein Renner

Von Michael Wittershagen, Monte Carlo

Mit 43 Jahren beschleunigt Michael Schumacher noch einmal - sich und andere. Doch die Maschine zeigt ihm immer wieder Grenzen auf. Die Führung des Teams steht nun in der Verantwortung. Mehr

Ergebnisse, Tabellen und Statistik