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Veröffentlicht: 23.03.2013, 09:33 Uhr

Fußball-Nationalmannschaft Bender für Schweinsteiger nachnominiert

Der erste Teil des Kasachstan-Doppelpacks ist erledigt. Nun versucht Joachim Löw die Spannung hochzuhalten. Vor dem Rückspiel am Dienstag müssen einige Blessuren auskuriert werden. Für Schweinsteiger wird Sven Bender nachnominiert.

© REUTERS Feierabend nach der Nachtschicht: Bastian Schweinsteiger fehlt gesperrt im Rückspiel

Bei Hackbraten und grünen Bohnen hätte sich Joachim Löw entspannt zurücklehnen können. Der Bundestrainer dachte nach dem erfolgreichen ersten Teil der Sechs-Punkte-Mission gegen Kasachstan auf dem Rückflug aus Astana aber schon wieder voraus.

„Wenn man auswärts gewinnt, besteht natürlich die Gefahr, dass das im Unterbewusstsein ist. Wir müssen die Spieler daran erinnern, dass wir zu Hause spielen und dass wir nur dann gewinnen, wenn Einstellung und Seriosität vorhanden sind“, sagte Löw nach dem souveränen 3:0 (2:0) in Kasachstan mit Blick auf das Rückspiel am Dienstag (20.45 Uhr / Live im Länderspiel-Ticker bei FAZ.NET) in Nürnberg.

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Vom Mitternachtsball in der Astana Arena hatte die deutsche Fußball-Nationalmannschaft zum Leidwesen des Bundestrainers eben nicht nur die fest eingeplanten drei Punkte in der WM-Qualifikation für Brasilien 2014 mitgebracht, sondern auch manche Wehwehchen und einen gelbgesperrten Bastian Schweinsteiger.

Löw reagierte umgehend. Noch vor der Landung um 5.15 Uhr in der Früh wurde im Charterflieger die Nachnominierung von Sven Bender verkündet. Seine Grippe, die ihn zum Wochenbeginn noch zum Verzicht auf den Kasachstan-Trip zwang, hat der Dortmunder anscheinend auskuriert.

23736123 Sven Bender (Foto links) von Borussia Dortmund wurde nachnominiert © AP/dpa Bilderstrecke 

Nach der kurzen Nacht im Flieger freuten sich Mesut Özil und Co. auf einen fußballfreien Samstag - nur Regeneration stand auf dem Programm. 1:0-Torschütze Schweinsteiger durfte sogar gleich weiter nach München reisen.

„Es war, glaube ich, das einzige Foul im gesamten Spiel von mir. Deswegen ärgert es mich. Ich war jetzt lange nicht mehr dabei, und jetzt hätte ich gerne noch das Rückspiel gespielt. Jetzt muss ich wieder warten“, sagte der in seinem 98. Länderspiel glänzend aufgelegte Bayern-Profi.

Diskussion um Stoß- und Wuselstürmer

Ein wenig Geduld müssen auch Mario Gomez (Oberschenkelzerrung) sowie die Schalker Julian Draxler (Gehirnerschütterung) und Benedikt Höwedes (Muskelverhärtung) haben. Das Trio wird die medizinische Abteilung des DFB am Wochenende intensiv beschäftigen. Draxler reiste am Samstag ab und fällt am Dienstag aus.

Gerade der Heilungsverlauf von Gomez wird genau verfolgt werden, schwelt doch die fußball-philosophisch geführte Angriffsdebatte nach dem erfolgreichen Null-Stürmer-Auftritt in Astana weiter. Nur Löw kann die von ihm selbst ausgelöste Diskussion um Stoß- und Wuselstürmer nicht mehr nachvollziehen.

„Es ist gut, so eine Variante zu haben“

„Wir werden nie ohne eine Nummer neun spielen. Wir brauchen einen Stürmer, der im Zentrum permanent auf Höhe der Innenverteidigung spielt“, erklärte er. In Astana funktionierte dies besonders in der ersten Hälfte mit Mario Götze gut. Der Dortmunder veredelte seinen Auftritt als verkappter Angreifer mit seinem vierten Länderspieltor zum 2:0.

Gegen eine Wiederholung am Dienstag gibt es keine zwingenden Argumente. Auch Schweinsteiger gefällt das schon im dritten Spiel in Serie praktizierte System. „Ich denke, dass wir viele Spieler haben, die die Position spielen können, Mittelstürmer und offensive Mittelfeldspieler, nicht nur Mario Götze. Es ist gut, so eine Variante zu haben. Es gibt Vorteile, wenn man so spielt“, sagte er.

„Kasachstan stand wie im Feldhandball“

Bayern-Kollege Gomez ist für den Vize-Kapitän aber natürlich nicht abgemeldet. „Wenn man einen Mittelstürmer hat, der sich im Sechzehner viel bewegt, hat das auch Vorteile. Der Trainer hat eine gute Wahl, deswegen ist das nur von Vorteil.“ Viel Bewegung war auch auf dem kasachischen Kunstrasen gefragt.

„Kasachstan stand wie im Feldhandball um den eigenen Sechzehner. Am Ende war das Spiel klar. Wir haben die drei Punkte, daher denke ich, es ist zufriedenstellend“, hatte Löw vor dem knapp sechsstündigen Rückflug nach Nürnberg resümiert.

„Natürlich ärgern mich die Nachlässigkeiten“

Aber: Nach der frühzeitigen Entscheidung spielte die deutsche Elf nicht mehr so zwingend und druckvoll, was Löw nachvollziehen konnte und trotzdem auch kritisierte. „Wenn man 2:0 führt und den Gegner beherrscht, ist klar, dass das Tempo nicht hochgehalten wird“, sagte er und ergänzte: „Natürlich ärgern mich die Nachlässigkeiten.“

In der zweiten Hälfte kamen die Kasachen zu einigen guten Torchancen. Thomas Müller (74.) sorgte mit seinem Tor dann für einen „klaren und souveränen Sieg“, wie Torhüter Manuel Neuer betonte.

Der Hauptkonkurrent trifft das Tor nicht

Noch vor dem Rückflug erreichte Löw und seine Belegschaft eine weitere positive Nachricht aus Schweden. Der Hauptkonkurrent um den Gruppensieg und das einzige direkte WM-Ticket war im Heimspiel gegen Irland nicht über ein 0:0 hinausgekommen.

In der Tabelle führt Deutschland mit 13 Punkten vor Schweden (8), Irland und Österreich (beide 7). Die drei Verfolger haben alle eine Partie weniger ausgetragen. Auch deshalb sind weitere drei Punkte gegen Außenseiter Kasachstan am Dienstag Pflicht.

Quelle: FAZ.NET/dpa

 

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