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Fußball-Krawalle in Italien Jugendlicher Hooligan unter Mordverdacht

08.02.2007 ·  Der Tod des Polizisten Filippo Raciti bei den Fußball-Krawallen in Catania steht vor der Aufklärung. Ein Tatverdächtiger ist auf einem Videoband identifiziert worden. Aus Sicherheitsgründen werden am Wochenende elf von 21 Spielen ohne Publikum stattfinden.

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Der gewaltsame Tod des Polizisten Filippo Raciti bei den Fußball-Krawallen am Rande des sizilianischen Derbys zwischen Catania Calcio und US Palermo am vergangenen Freitag steht vor der Aufklärung. Die Staatsanwaltschaft eröffnete ein Ermittlungsverfahren wegen Mordes gegen einen 17 Jahre alten Hooligan.

Der Teenager war bereits am Dienstag festgenommen worden und steht unter dem dringenden Verdacht, für den Mord verantwortlich zu sein. Dies teilte das Jugendgericht von Catania am Donnerstag mit. Der Tatverdächtige sei auf einem Videoband identifiziert worden. Darauf sei zu sehen, wie er den Polizisten mit einem Waschbecken angreift, das von den Toilettenanlagen der Kurve Nord des Stadions „Angelo Massimino“ herausgerissen wurde. Der Sohn eines Facharbeiters sei seit Dienstag in Haft.

Elf von 21 Spielen ohne Publikum

Unterdessen beschloss der Nationale Sicherheitsrat am Donnerstag in Rom, dass elf von 21 Fußballspielen in der ersten und zweiten Liga in Italien am Wochenende ohne Publikum stattfinden müssen. In der Serie A entsprächen die Stadien in Mailand, Bergamo, Verona, Florenz und Messina nicht den gesetzlichen Sicherheitsvorschriften. In der Serie B fielen die Arenen in Brescia, Neapel, Pescara, Triest, Lecce und Modena durch. Nur in sechs Erstliga-Stadien (Rom, Cagliari, Genua, Palermo, Siena und Turin) sollen Spiele vor Publikum möglich sein.

Die italienischen Vereins-Chefs protestieren massiv gegen das Sicherheitspaket und drohen sogar mit Streik. „Es ist besser, die Meisterschaft zu stoppen, als die Zuschauer auszuschließen“, erklärte der Chef des Zweitligisten SSC Neapel, Aurelio De Laurentiis. Der Präsident des Serie-A-Klubs Reggina, Calcio Lillo Foti, forderte einen Streik der Klubs: „Ohne Zuschauer kann man nicht mehr von einem Sportevent sprechen.“

Protest gegen das Verbot der Abendspiele

Der Protest wird auch vom Präsidenten es Erstligisten Udinese Calcio, Gianpaolo Pozzo, aktiv unterstützt. „Die Tifosi sind unser Reichtum“, meinte Pozzo. Der Präsident von Palermo Calcio, Maurizio Zamparini, warf der Regierung Populismus vor: „Die Stadionsperre ist eine populistische Maßnahme, die die wahren Probleme des Systems nicht löst.“ Die Vereine befürchten Klagen von den Dauerkarteninhabern, die ihr Geld zurückverlangen können, sollten sie Spiele nicht in der Arena live verfolgen können.

Die Klubchefs wandten sich außerdem energisch gegen den Beschluss der Regierung, Abendspiele zu verbieten, was sich negativ auf den Wert der TV-Übertragungsrechte auswirken könnte. Auch Ex-Regierungschef Silvio Berlusconi, Besitzer des AC Mailand, meldete sich zu Wort. „Das Dekret ist sinnvoll, die Stadien haben aber nichts mit der Sicherheit zu tun. Die schärfste Gewalttätigkeiten ereignen sich außerhalb der Strukturen, in denen Sportevents stattfinden“, meinte Berlusconi.

Insgesamt 41 Festnahmen

Die Zahl der wegen der Ausschreitungen in Sizilien festgenommenen Personen ist mittlerweile auf 41 gestiegen. Zu ihnen zählen insgesamt 15 Minderjährige. Die Polizei hatte Videoaufnahmen überprüft, um die Mörder des Polizisten Filippo Raciti zu identifizieren. Tränengas und zum Großteil vermummte Verdächtigte erschweren laut Polizeiangaben die Identifizierung.

In dem Sicherheitspaket hat die Regierung drakonische Haftstrafen zwischen fünf und 15 Jahren für Ultras vorgesehen, die Gewalttaten gegen Polizisten begehen und dabei Gegenstände, Knallkörper und anderes Material verwenden. Bisher betrugen die Strafen in diesen Fällen maximal drei Jahre. Gewalttätigen Fans kann der Zugang zum Stadion für bis zu fünf Jahren untersagt werden. Bisher waren maximal drei Jahre Sperre vorgesehen.

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