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Fußball : Keine Lizenz für Kickers Offenbach

  • Aktualisiert am

Dem Untergang geweiht: Offenbacher Kickers Bild: picture alliance / dpa

Den Offenbacher Kickers wird die Lizenz für die 3. Liga verweigert. Nun droht der Sturz ins Bodenlose. Allerdings will der Traditionsverein weiterkämpfen und das Ständige Schiedsgericht anrufen.

          Der Traditionsklub Kickers Offenbach steht vor dem endgültigen Aus. Der mit 9,1 Millionen Euro verschuldete Fußball-Drittligaverein bekommt trotz eines umfangreichen Sanierungsprogramms keine Lizenz für die kommende Saison, gab der Zulassungs-Beschwerdeausschuss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) am Montag in Frankfurt am Main nach mehrstündiger Sitzung bekannt.

          Zwar kündigten die Kickers umgehend an, weiterzukämpfen und das Ständige Schiedsgericht anrufen zu wollen. Sollte jedoch auch dieses Gremium den Beschluss bestätigen, droht dem Verein sogar die Insolvenz. „Das ist ein bitterer Tag für den OFC. Unsere Anstrengungen haben leider nicht zum Erfolg geführt“, erklärte Präsident Frank Ruhl betrübt. Geschäftsführer David Fischer gab sich direkt nach der Urteilsverkündung durch den Ausschuss-Vorsitzenden Rainer Koch aber weiter kämpferisch. „Da wir der festen Überzeugung sind, alle Lizenz-Auflagen zu erfüllen, werden wir nun die nächste höhere Instanz, das DFB-Schiedsgericht, ersuchen, den Sachverhalt neu zu beurteilen.“

          Vor dem OFC war bereits dem Zweitligaklub MSV Duisburg die Lizenz für die kommende Spielzeit verweigert worden. Auch die Rheinländer haben angekündigt, das Schiedsgericht anrufen zu wollen. Sollten die Offenbacher auch in nächster Instanz scheitern, würde ausgerechnet der hessische Rivale SV Darmstadt 98 in der 3. Liga bleiben.

          Nach Aussage von Koch haben die Offenbacher die wirtschaftlichen Bedingungen bis zum 28. Mai nicht erfüllt. „Insbesondere wurde eine geforderte Liquiditätsreserve in Höhe von zwei Millionen Euro weder als Guthaben auf einem Bankkonto des DFB eingezahlt noch eine unwiderrufliche Zahlungsgarantie unter Ausschluss jeglicher Einwendungen und Einreden durch eine Bank zu Gunsten des DFB vorgelegt“, erklärte der DFB-Vizepräsident.

          „Der Berg bebt“: Aber wie lange noch?

          Beim OFC sehen sie den Sachverhalt deutlich anders. Mehr als zwei Stunden lang hatten Ruhl und Fischer versucht, den zehnköpfigen Zulassungs-Beschwerdeausschuss zu überzeugen. Doch am Ende waren alle Mühen vergebens. Zumindest vorerst. Denn noch sei der Verein nicht am Ende, erklärte Ruhl. „Nach Zugang der offiziellen schriftlichen Ablehnung werden wir das Schiedsgericht des DFB kontaktieren, da für uns eindeutig feststeht, dass unsere Unterlagen sowie die geleistete Arbeit der vergangenen Wochen den Anforderungen des DFB entsprechen“, versuchte Fischer, den Fans Mut zu machen.

          Insolvenz wäre wahrscheinlich

          Die Anhänger hatten vor dem Internet mitgefiebert, die OFC-Homepage brach unter der großen Nachfrage phasenweise zusammen. In der schweren Stunde machten die Offenbacher Verantwortlichen noch einmal deutlich, wen sie für die Misere verantwortlich machen. „Eklatante, historische Managementfehler haben zu einer sehr ernsten Schieflage des Vereins geführt“, sagte Fischer und meinte damit in erster Linie die frühere Führung um Geschäftsführer Thomas Kalt.

          Für den Fall, dass der DFB bei seiner Lizenzverweigerung bleibt, wäre der umfangreiche Sanierungsplan hinfällig. Die Vereinbarungen mit Gläubigern über den Forderungsverzicht in Höhe von über drei Millionen Euro und die Stundung der Stadionmiete durch die Stadt Offenbach wären nicht mehr gültig. Das Konsolidierungskonzept wäre somit gescheitert und der Gang in die Insolvenz wahrscheinlich, auch wenn die Offenbacher eine Lizenz für die Regionalliga beantragt haben.

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