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Fußball im Fernsehen Arena will 3,5 Millionen Kunden in drei Jahren

27.03.2006 ·  Der neue Bezahlsender Arena setzt im Kampf um Fernsehkunden auf günstige Preise. Die komplette Live-Übertragung der Fußball-Bundesliga ist für 14,90 Euro im Monat zu haben und kostet damit weniger als die Hälfte als beim bisherigen Anbieter Premiere.

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Die Sportrechteagentur Arena will binnen drei Jahren mehr als 3,5 Millionen Abonnenten für ihr geplantes Bezahlfernsehprogramm zur Übertragung der Fußball-Bundesliga gewinnen. Das kündigte Arena-Produktionsschef Dejan Jocic am Montag vor Journalisten in München an. Arena, eine Tochtergesellschaft des Kölner Kabelnetzbetreibers Unity Media, informierte dabei über den Stand ihrer Bundesliga-Vorbereitungen.

Das Unternehmen hat Ende Dezember überraschend von der Deutschen Fußball Liga (DFL) den Zuschlag für die Bundesliga-Bezahlfernsehrechte in den kommenden drei Spielzeiten erhalten. Arena hat angekündigt, bis Saisonstart eine eigene Bezahlfernsehplattform aufzubauen, was Fachleute als ehrgeizig bezeichnen. Eine Kooperation mit dem Bezahlsender Premiere, der die Bundesliga bisher zeigt, lehnt die Sportrechteagentur dagegen ab. Premiere hatte zuletzt rund 3,6 Millionen Kunden.

Erstmals auch Zweitligaspiele live

Arena setzt bei der Kundengewinnung vor allem auf deutlich niedrigere Preise als Premiere. Ein Komplett-Abonnement, das Live-Übertragungen aller Spiele der Ersten und erstmals auch der Zweiten Bundesliga enthält, wird 14,90 Euro im Monat kosten. Das ist weniger als die Hälfte des aktuellen Premiere-Preises. Zudem gibt es eine Frühbucher-Rabatt in Höhe von 9,90 Euro.

Das Arena-Management wollte am Montag nicht sagen, wann das Unternehmen mit der Bundesliga erstmals Gewinn erzielen will. Auch zur Höhe der Investitionen äußerte sich Jocic nicht. Doch dürfte Arena allein für die Fernsehrechte an die DFL binnen drei Jahren rund 750 Millionen Euro bezahlen. Hinzu kommen Kosten für Marketing, Produktion und Übertragung.

Arena habe „Sorgen Vereine zerstreuen können“

Trotz des großen Zeitdrucks, unter dem Neueinsteiger Arena sein Bezahlfernsehen aufbaut, gab sich Arena-Sprecher Bernard de Roos zuversichtlich, daß alles rechtzeitig zum Saisonstart am 11. August fertig wird: "Wir lösen unser Versprechen ein", versicherte Roos. Liga-Präsident Werner Hackmann von der DFL zeigte sich mit dem Stand der Vorbereitungen zufrieden. Arena habe bei einer internen Präsentation "alle Sorgen der Fußballvereine zerstreuen können", sagte Hackmann. Mittlerweile habe der neue Partner eine Bürgschaft der Deutschen Bank vorgelegt, welche die Arena-Zahlungen an die DFL für die erste Saison absichere.

Bislang ist allerdings noch offen, ob alle deutschen Fernsehhaushalte das neue Arena-Bundesligafernsehen werden empfangen können. Wer Satellitenempfang habe, sei auf der sicheren Seite, sagte der für die Übertragungstechnik zuständige Arena-Geschäftsführer Christoph Bellmer. "Es ist sichergestellt, daß alle Fans Arena über Satellit sehen können", sagte er. Arena hat mittlerweile eine Vereinbarung mit dem Sendezentrum des Österreichischen Rundfunks (ORF) zur Nutzung von dessen Sendezentrum ORS getroffen. Unklar ist allerdings, ob die rund 1,8 Millionen Premiere-Abonnenten mit Satellitenempfang ihre bisherigen Empfangsgeräte (Decoder) weiterverwenden können. "Wir untersuchen, ob dies möglich ist", sagte Bellmer. Lizenzzahlungen in zweistelliger Millionenhöhe an Premiere für die Nutzung von dessen Decodern will Arena dabei offenbar vermeiden. Neue Arena-Decoder sollen maximal rund 100 Euro kosten.

Die Vorbereitungen für die Übertragung im Kabelfernsehen verlaufen unterdessen zäh. "Es bleibt aber noch genügend Zeit", sagte Bellmer am Montag ohne Einzelheiten zu nennen. Bislang steht lediglich fest, daß Kabelkunden in Nordrhein-Westfalen und Hessen das Arena-Programm empfangen können. Um auch Kabelzuschauer in den anderen Bundesländern zu erreichen, muß sich die Sportrechteagentur vor allem mit dem Kabelnetzmarktführer Kabel Deutschland (KDG) aus München einigen. Trotz monatelanger Verhandlungen gibt es bisher aber noch keine Vereinbarung.

Quelle: theu., F.A.Z. vom 28. März 2006
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