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Fußball-Glosse Helden des Hartplatzes

 ·  Die kuriosen Seiten des Amateurfußballs gelangen oft als Zufallsprodukte ins Netz. Verbände sehen das als unerlaubte gewerbliche Verwertung. Der Bundesgerichtshof hat dem widersprochen. Denn der Amateurfußball gehört auch den Fans und Vätern mit Videokamera.

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Manche können es sich ja kaum mehr vorstellen, aber es gibt ein Interesse am Fußball jenseits der Kategorie Vermarktungspotential. Diese unverstellte Fußball-Leidenschaft hat die „Hartplatzhelden“ in eine juristische Auseinandersetzung getrieben, die erst mit einem Urteil des Bundesgerichtshofs beendet worden ist – zugunsten jener Enthusiasten, die von Amateurspielen selbstgedrehte kleine Filme (mit wenigen Minuten Länge in Urlaubsvideoqualität aus Ligen, die in der Regel allenfalls in Lokalzeitungen gewürdigt werden) ins Internet stellen und somit weltweit verfügbar machen, kostenlos.

Die schönen, kuriosen Seiten des Amateurfußballs gelangen oft als Zufallsprodukte ins Netz, weil sich in Verbands- oder Gruppenligen ja eher selten journalistische Profis tummeln. Der Württembergische Fußballverband sah das dennoch als unerlaubte gewerbliche Verwertung. Der BGH ist dieser Argumentation nicht gefolgt; vor dem Landgericht und dem Oberlandesgericht Stuttgart hatten die Funktionäre mit ihrer Klage noch Erfolg gehabt.

Die Verbände sollten sich hüten, ein Videoverbot zu erlassen

So ist das Denken heutzutage: Da rollt der Ball, sagen wir in der Gruppenliga Frankfurt/West zwischen Merzhausen und Steinfurth, und die Verbandssheriffs sehen dies als geldwertes Event.

Die Internet-Plattform mit dem ironischen Namen würde die Kosten zwar gerne durch Werbung refinanzieren, doch seit der Gründung vor vier Jahren ist Geld eigentlich nur durch Spenden hereingekommen. Die Macher jubeln nun nach dem „Auswärtssieg in Karlsruhe“. „Der Amateurfußball gehört uns allen. Den Spielern, den ehrenamtlichen Trainern, den Fans an der Bande. Den Minis und ihren Vätern mit der Videokamera. (. . .) Natürlich gehört der Fußball auch den Verbänden, aber eben nicht alleine.“ Verbände und Klubs sollten sich hüten, jetzt auf ihr Hausrecht zu pochen und ein Videoverbot zu erlassen. Der kleine Fußball braucht Hartplatzhelden.

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