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Fußball Gebührenerhöhung? Fernsehsender lehnen Hoeneß' Vorstoß ab

10.01.2005 ·  Die TV-Zuschauer zur Finanzierung der Bundesliga stärker zur Kasse zu bitten, wird von ARD und Premiere abgelehnt.

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Der Vorstoß von Bayern-Manager Uli Hoeneß, die TV-Zuschauer zur Finanzierung der Bundesliga zur Kasse zu bitten, ist bei den direkt betroffenen Sendern ARD und Premiere auf Ablehnung gestoßen. Hoeneß hatte angeregt, sowohl die gerade erhöhten TV-Gebühren (um 88 Cent auf 17, 03 Euro) um weitere zehn Cent zu erhöhen sowie auch den Abo-Preis für das Sportpaket beim Pay-TV-Sender Premiere entsprechend anzuheben.

Thomas Gruber, Intendant des Bayerischen Rundfunks und seit dem 1. Januar federführend für alle Fragen, die die ARD betreffen: „Der Vorschlag von Bayern-Manager Uli Hoeneß ist so kühn wie realitätsfern. Wenn Herr Hoeneß aus den Einschaltquoten ableitet, die ARD würde mit der Bundesliga-Zusammenfassung Geld verdienen, ist er weltfremd. Das ist ein Nullsummen-Spiel.“

„Kühn und realitätsfern“

In der ARD wird die Ansicht kolportiert, daß die Zunahme der Zuschauerzahlen im Vergleich zu „ran“ von 4,5 auf 6 Millionen durchschnittlich pro Sendung im Vorfeld prognostiziert war und die gesamte interne Kalkulation auf dieser Basis beruhte. Angesichts eingeschränkterer Werbezeiten sei das Ansinnen einer Erhöhung strikt zurückzuweisen.

Premiere-Chef Georg Kofler sagte, er sei „strikt gegen diesen Fußball-Kommunismus des Herrn Hoeneß. Hätten wir mehr Exklusivitäts-Rechte, könnten wir mehr bezahlen. Aber alle Zuschauer pauschal abzustrafen, entspricht nicht meinen Vorstellungen.“

Diskussion zur falschen Zeit

Die Deutsche Fußball Liga (DFL) reagierte uneins. Während DFL-Präsident Werner Hackmann plakativ äußerte. Hoeneß habe Recht, wägte der scheidende DFL-Vorsitzende Wilfried Straub im ab: „Uli Hoeneß hat Recht bezüglich auf die Bestandsaufnahme in Europa. Der Zustand ist für die Bundesliga in der Tat unbefriedigend. Trotzdem halte ich das für eine Diskussion zur falschen Zeit. Richtig bleibt, daß dank der Kirch-Krise die ARD ein Schnäppchen gemacht hat. Daran wird, auch strategisch, gearbeitet.“

Die neuen TV-Verträge werden für die Periode ab 2006 verhandelt, also vor der Weltmeisterschaft. Die DFL hofft darauf, daß SAT.1 nach den guten Einschaltquoten in der Champions League und RTL nach den Einbrüchen im Wintersport in Konkurrenz zur ARD treten. Unklar bleibt die Rolle von Kabel Deutschland, dem angeblichen Konkurrenten von Premiere. Mit im Vergleich minimalen Abonnenten würden sie Sponsoren verschrecken, die dann keine Reichweite mehr hätten und entsprechend weniger an die Klubs bezahlen würden.

Hoeneß hatte seinen Vorstoß unter anderem mit dem Verweis auf Frankreich, wo TV-Sender Canal Plus 600 Millionen Euro für die TV-Rechte (38 statt 34 Spieltage) statt der 300 Millionen in Deutschland bezahlen wird, begründet. Fakt ist, daß es in Frankreich zwei konkurrierende Pay-TV-Sender gibt und nur fünf nationale im Free-TV. Außerdem gibt es im „freien Fernsehen“ Zusammenfassungen erst elf Stunden nach dem Abpfiff der Spiele.

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