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Fußball-Abend gegen Terror : Das Stade de France singt „God save the Queen“

  • Aktualisiert am

Großer Fußball im Stade de France: Frankreich und England setzen ein Zeichen gegen den Terror. Bild: Reuters

Gänsehaut in Paris: Vereint gegen den Terror singen die Fußballfans von Frankreich und England die britische Hymne. Das anschließende Spiel wird durch das Tor eines Dortmunders entschieden.

          Als Zeichen der Solidarität nach den Anschlägen von Manchester und London haben französische Fußballfans vor dem Länderspiel gegen England die Hymne der Gäste mitgesungen. Auf Fernsehbildern des Senders TF1 war zu sehen, dass am Dienstag auch Zuschauer mit französischer Trikolore auf der Wange „God Save the Queen“ anstimmten. Der Text wurde auf den Großleinwänden im Stade de France im Pariser Vorort Saint-Denis eingeblendet. Die Szene erinnerte an die Begegnung der beiden Teams im englischen Wembley-Stadion wenige Tage nach den Pariser Terroranschlägen vom November 2015. Damals hatten zahlreiche englische Fans demonstrativ die Marseillaise mitgesungen.

          Vor Beginn des Freundschaftsspiels gedachten Spieler und Zuschauer mit einer Schweigeminute der Opfer der Anschläge, im Stadion waren auch Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und die britische Premierministerin Theresa May. Die beiden Teams waren zuvor zum Lied „Don’t Look Back In Anger“ in das Stadion eingelaufen, gespielt von den Musikern der Republikanischen Garde. Das Lied der aus Manchester stammenden Band Oasis war nach dem Bombenanschlag auf ein Konzert in Manchester am 22. Mai zu einer Art Manchester-Hymne geworden.

          Dembélé schießt Frankreich zum Sieg

          Die Begegnung im Stade de France stand unter strengen Sicherheitsvorkehrungen, rund 1100 Polizisten waren im Einsatz. Fünf Tore bekamen die Zuschauer anschließend in einem spektakulären Spiel geboten. Samuel Umtiti (11.), Djibril Sidibe (43.) und der Dortmunder Ousmane Dembélé (78.) schossen den Sieg für die Franzosen heraus. Für England traf zweimal Harry Kane (9. und 48. per Elfmeter). Dabei spielte Frankreich ab der 47. Minute nach einer Roten Karte für Raphael Varane in Unterzahl.

          Unterdessen sind die deutschen Gruppengegner beim Confederations Cup wenige Tage vor Turnierbeginn noch nicht Bestform. Deutschlands Auftaktgegner Australien kassierte gegen Rekordweltmeister Brasilien in Melbourne eine deutliche 0:4 (0:1)-Niederlage. Nicht besser erging es Kamerun beim 0:4 (0:2) gegen Kolumbien im spanischen Getafe. Und auch Südamerikameister Chile verlor trotz einer 2:0-Führung gegen die von Christoph Daum trainierte Auswahl Rumäniens 2:3 (2:1).

          Kleine Texthilfe: Das ganze Stadion singt die englische Hymne Bilderstrecke
          Kleine Texthilfe: Das ganze Stadion singt die englische Hymne :

          In Melbourne trafen Diego Souza nach 12 Sekunden und in der Nachspielzeit (90.+3), Thiago Silva (62.) und Taison (75.) vor 49.000 Zuschauern für den fünfmaligen Weltmeister. Trotz der Niederlage zeigte sich Tim Cahill für die Partie gegen den Weltmeister am Montag in Sotschi zuversichtlich. „Wir gehen in das Spiel gegen Deutschland mit dem Wissen, heute etwas gelernt zu haben“, sagte der 37 Jahre alte Routinier. „Wir freuen uns auf unser erstes Spiel.“

          Der zweite DFB-Gruppengegner Chile (22. Juni) verspielte in Cluj-Napoca eine 2:0-Führung. Der ehemalige Hoffenheimers Eduardo Vargas (8.) und Leonardo Valencia (18.) hatten für die Südamerikaner früh getroffen, doch Bogdan Stancu (31.), Nicolae Stanciu (60.) und Alexandru Baluta (83.) drehten die Partie. Bei Chile sah zudem Gary Medel die Rote Karte (34.). Kamerun, Gegner der Löw-Elf am 25. Juni, war gegen Kolumbien chancenlos. Real-Madrid-Profi James Rodriguez (16.), zweimal Yerry Mina (30. und 52.) sowie José Izquierdo (87.) schossen die Tore für Kolumbien heraus.

          Derweil haben sich Norwegen, Gruppengegner der deutschen Nationalmannschaft in der WM-Qualifikation, und Schweden haben in ihrem Länderspiel 1:1 (1:0) getrennt. Die Norweger, die am 4. September auf die DFB-Auswahl treffen, gingen in Oslo durch Mohamed Elyounoussi in Führung (44.). Schweden gelang durch Samuel Armenteros der Ausgleich (81.).

          Quelle: sreu./dpa

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