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Saisonstart in England : So deutsch war die Premier League noch nie

  • Aktualisiert am

Mesut Özil und der FC Arsenal eröffnen an diesem Freitag die neue Saison der Premier League. Bild: AFP

Die englische Fußballliga startet in die neue Saison mit vielen Spielern aus Deutschland. Erstmals gibt es aber ein deutsches Trainer-Duell – mit ganz unterschiedlichen Erwartungen.

          Die Sehnsucht nach Titeln beim FC Liverpool ist groß, Trainer Jürgen Klopp vor dem Start in die Premier-League-Saison optimistisch. „Wir sind gut in Form“, sagte er am Mittwoch. „Jetzt müssen wir liefern und wir sind bereit dafür.“ Doch hat sein Klub tatsächlich Chancen auf die Meisterschaft? Experten sind sich einig, dass sich Liverpool dafür personell noch verstärken müsste.

          In der Vorsaison waren die Reds verletzungsanfällig und nicht konstant genug. Auf gute Leistungen gegen Topteams folgten oft schwache Vorstellungen gegen Mannschaften aus der unteren Tabellenhälfte. Als Vierter qualifizierte sich Liverpool immerhin für die Champions-League-Playoffs, wo es drei Tage nach dem Liga-Auftakt in Watford gegen die TSG Hoffenheim geht. Beide Spiele könnten schon richtungsweisend für den Saisonverlauf sein.

          An das Duell mit seinem Freund Jürgen will David Wagner noch nicht denken. „Das ist so weit weg“, sagte der deutsche Trainer von Huddersfield Town. Nach dem sensationellen Aufstieg will Wagner mit den Terriers den Klassenverbleib schaffen. „Wir wollen nicht nur einmal kurz winken“, stellte er klar. Trotzdem stapelt Wagner tief. Sein Team sei „der größte Underdog der Premier-League-Geschichte“.

          „Mit dem Deutschen in der Verantwortung sollte Huddersfield eher optimistisch als ängstlich sein“, schrieb die Zeitung „Guardian“ und traf damit die Gefühlslage der Einwohner von Huddersfield. Dort gehen die Erwartungen über das hinaus, was auf dem Spielfeld passiert. Nach 45 Jahren ohne Erstliga-Fußball hofft man durch die Premier League auch auf einen belebenden Effekt für das Umfeld.

          Beim FC Arsenal, der die Saison an diesem Freitag (20.45 Uhr / Live bei DAZN) scherzte Coach Arsène Wenger kürzlich: „Es tut mir leid, dass ich immer noch hier bin.“ Nach einer verkorksten Saison, in der Mesut Özil und Co. die Königsklasse verpassten, war der FA-Cup-Triumph gegen Meister Chelsea nur ein schwacher Trost. Wenger braucht Erfolg in der Liga, damit der Fanprotest gegen ihn verstummt. Der Supercup-Sieg – wieder gegen Chelsea – macht Hoffnung. Der frühere Nationalspieler Per Mertesacker, der in der Partie wegen einer Platzwunde ausgewechselt wurde, geht in seine letzte Arsenal-Saison. Der 32-Jährige wird seine Profikarriere im Sommer 2018 beenden und soll dann Leiter der Jugendakademie werden.

          Bei Lokalrivale Chelsea mit dem deutschen Neuzugang Antonio Rüdiger herrscht Unruhe. Trainer Antonio Contes öffentlich erklärte Unzufriedenheit über die Sommertransfers sowie der verlorene Supercup beeinträchtigen die Stimmung beim Meister. An eine Titelverteidigung glauben in England derzeit nur wenige.

          Gute Chancen in der Meisterschaft werden Manchester City mit den deutschen Profis Leroy Sané und Ilkay Gündogan eingeräumt. Gündogan steht nach langer Verletzungspause vor dem Comeback. Und Trainer Pep Guardiola hat nach seiner ersten titellosen Saison deutlich aufgerüstet. Mehr als 220 Millionen Euro soll City im Sommer für neue Spieler ausgegeben haben, darunter Monacos Benjamin Mendy. Dafür erwarten die Bosse nun Trophäen, sonst könnte Guardiolas Zeit in England früher als geplant vorbei sein.

          Verhaltene Begeisterung herrscht bei Manchester United. Coach José Mourinho hat hochkarätige Neuzugänge wie Romelu Lukaku und Nemanja Matic in seinen Reihen. Nach dem Europa-League-Triumph freut sich United nun auf die Champions League. In der Liga müssen die Red Devils nach Platz sechs im Vorjahr aber dringend zulegen.

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          Quelle: tora./dpa

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