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Fußball Didier Drogbas rote Schnürsenkel

03.12.2009 ·  Didier Drogba hat einen neuen Glücksbringer, der aber auch für soziales Engagement steht: Mit seinen Schnürsenkeln will er ein Zeichen setzen im Kampf gegen AIDS und andere Krankheiten auf seinem afrikanischen Heimatkontinent.

Von Alex Westhoff, London
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Didier Drogba hat sich zügig eingefunden in seine Rolle an der Seite des hyperaktiven Bono. Drogba überlässt Bono die Bühne und kann im Gegenzug auf ihn als Stichwortgeber bauen, wenn der eigene Vortrag mal hakt. Der Stürmerstar vom FC Chelsea und der Frontmann von „U2“ sitzen auf schneeweißen Stühlen an einem schneeweißen Podium - und sprechen zu dieser Welt. Und das ist gar nicht mal so sehr übertrieben.

Kamerateams aus China, Radioreporter aus Mexiko, Journalisten aus Argentinien, Australien und aus Europa sowieso - Nike hat gerufen (und Kost und Logis übernommen) und alle sind gekommen. Und zwar nach „Niketown“ im Herzen Londons.

Der amerikanische Sportartikelriese wollte Bescheid sagen, dass er jetzt auch mitmacht und die Organisation „RED“ unterstützt. Deren Anliegen ist es, in einer Partnerschaft mit der Privatwirtschaft Aids in Afrika südlich der Sahara zu bekämpfen. Unternehmen, deren Produkte das „RED“-Zeichen tragen, geben einen Teil ihres Umsatzes oder Gewinns an den Global Fund weiter, der seit seiner Gründung vor sieben Jahren einer der wichtigsten Finanziers von Programmen zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria ist.

„Die Schnürsenkel haben mir geholfen“

„Lace up. Save lives“ - Schnürt die Schuhe und rettet Leben, heißt das Motto, das nicht nur in Niketown überall präsent ist und sein wird. Für vier Euro pro Paar verkauft Nike nun rote Schnürsenkel - das Geld fließt direkt und zu hundert Prozent dem Global Fund zu. Das verkündet Nike-Boss Mark Parker, der eigens aus der Konzernzentrale in Orgeon herbeigejettet war.

Der Ivorer Didier Drogba, das afrikanische Gesicht der Kampagne, hat am vergangenen Wochenende seine Fußballschuhe schon rot geschnürt. Im Londoner Derby gegen Arsenal gelangen ihm beim 3:0-Erfolg der „Blues“ prompt zwei Treffer. „Ich glaube, die roten Schnürsenkel haben mir wirklich geholfen“, sagte Drogba treuherzig.

Viel Trommelwirbel

Das war das Signal für Bono, der schon lange viel Zeit aufbringt, Afrika seine bekannte Stimme zu leihen. „Wenn Weltstars wie Didier dabei sind, ändert sich alles“, sagte er. Trommeln gehört bei solchen Terminen nicht nur zum Geschäft dazu, solche Termine sind ein einziger Trommelwirbel. „Nike hat fantastische Marketingleute. Nike steht für Sieg und Sieger“, sagt Bono. In der Bundesliga werden von diesem Wochenende an ebenfalls einige (von Nike ausgerüsteten) Stars wie Torsten Frings und Miroslav Klose mit roten Schnürsenkeln auflaufen.

Neben dem Podium in London lauschen noch weitere Fußballstars von nah und fern, die ihrem Beruf in Arbeitskleidung non Nike ausüben. So wurde auch der Italiener Marco Materazzi für einen Nachmittag und viele, viele Fotos aus Mailand eingeflogen.

„Ein kraftvolles Werkzeug in diesem Kampf“

Die Protagonisten erhoffen sich, durch den Fußball das Aids-Problem noch besser in die Köpfe der Menschen transportieren zu können und gleichzeitig Geld für die von Global Fund unterstützten Projekte in Ghana, Ruanda, Swasiland und Lesotho zu generieren. Besonders im Umfeld der ersten Fußball-WM in Afrika im nächsten Sommer, wenn die ganze Welt zuschaut.

„Die Verbindung von Sport und Auklärung ist ein kraftvolles Werkzeug in diesem dringenden und anhaltenden Kampf“, sagt Bono, der es zu einer gewissen Meisterschaft gebracht, Sätze wie diese bei jeder Wiederholung mit derselben Verve vorzutragen.

Zu guter letzt des dreieinhalbstündigen Pressetermins schreitet er Schulter an Schulter mit Drogba die zwei Dutzend Kamerateams ab. Zwei Meter gehen, gefühlte zwei Minuten reden, sich zweimal vom ungeduldigen PR-Mann am Ärmel zupfen lassen, zwei Meter weitergehen… Didier Drogba wirkt dankbar, dass Bonos Redefluss das Zeitfenster voll ausfüllt.

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