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Fußball Deutsche Spur führt zu neuem Wettskandal in Italien

13.02.2005 ·  Die Ermittlungen im deutschen Wettskandal haben sich auch nach Italien ausgeweitet. Fünf Erstligaspiele des letzten Serie-A-Spieltags der Saison 2000/2001 stehen unter Manipulationsverdacht.

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Die Ermittlungen im deutschen Wettskandal haben sich auch nach Italien ausgeweitet. Fünf Erstligaspiele des letzten Serie- A-Spieltags der Saison 2000/2001 stehen unter Manipulationsverdacht, behauptet das italienische Nachrichtenmagazin „Espresso“ in seiner jüngsten Ausgabe und zieht damit auch Topklubs wie AC Mailand, Lazio Rom und Juventus Turin in die Affäre hinein.

Erst hätte man sich in Italien auf Spielergebnisse geeinigt und dann in deutschen Wettbüros darauf gewettet, unterstellt das Magazin. Eine direkte Verbindung zum deutschen Wettskandal um Schiedsrichter Robert Hoyzer sieht man in Italien bislang aber nicht. In Bayern seien vor dem 18. Juni 2001 in zahlreichen Oddset- Wettannahmestellen an der Grenze zu Österreich insgesamt 2,5 Millionen Mark auf die fünf Partien gesetzt worden. Im übrigen Deutschland waren es nur 107.000 Mark.

Außergewöhnliche Wetteinsätze in Bayern

In den grenznahen Annahmestellen in Bayern sei insgesamt 2543mal der zulässige Höchsteinsatz von 1000 Mark eingezahlt worden, während dies im übrigen Bundesgebiet nur 16mal passierte. Genauso außergewöhnlich wie die Wetten waren die Spielergebnisse. Alle Partien gingen 2:1 aus. Vier von fünf Spielen endeten nach Angaben des Magazins mit zum Teil sehr kurios zu Stande gekommenen Außenseitersiegen, die den mutmaßlich sehr gut informierten Wettern enorm hohe Gewinnquoten bescherten.

So hatten der SSC Neapel in der Nachspielzeit in Florenz, US Lecce gegen Lazio Rom, Verona gegen Perugia und Reggina Calcio gegen den AC Mailand sehr überraschend gewonnen. Nur der 2:1-Sieg von Rekordmeister Juventus Turin gegen Atalanta Bergamo war erwartungsgemäß.

„Wieso waren sich die Wetter so sicher?“

Oddset habe an diesem Wochenende bei insgesamt 4,8 Millionen Einnahmen eine Gewinnsumme in Höhe von 25,7 Millionen Mark auszahlen müssen. Normalerweise werde lediglich rund die Hälfte des Einsatzes als Gewinn wieder ausgeschüttet. „Wieso waren sich die Wetter so sicher?“, fragt „Espresso“ und unterstellt damit entweder den beteiligten Schiedsrichtern oder den Spielern indirekt Ergebnismanipulation und Zusammenarbeit mit organisierten Wettbetrügern.

Im italienischen Fußball sind Wettskandale keine Seltenheit. Nach dem großen Wettskandal von 1980 mit Spielerverhaftungen und dem Zwangsabstieg für den AC Mailand und Lazio Rom sorgten drei weitere Affären in den 80er und 90er Jahren und zuletzt der große Wettskandal im vergangen Sommer für großen Wirbel in Italien. Zu Beginn der laufenden Saison verurteilte die Disziplinarkommission des italienischen Fußballverbandes (FIGC) sechs Profis zu langen Sperren und den Zweitligisten FC Modena zu einem Punktabzug von fünf Zählern.

Insgesamt waren 33 Spieler, Trainer und Vereinsfunktionäre sowie 12 Klubs angeklagt, mit Ergebnisabsprachen gemeinsam mit der neapolitanischen Camorra Wetten manipuliert und hohe Gewinne eingestrichen zu haben. Modenas früherer Spieler Antonio Marasco wurde als Drahtzieher zu einer Sperre von drei Jahren verurteilt.

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa
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