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Fußball-Bundesliga „Da kollabiert das System“

 ·  BVB-Chef Watzke und Eintracht-Vorstandchef Bruchhagen warnen vor weiteren von Großunternehmen finanzierten Klubs. Sie könnten Traditionsvereine aus der Bundesliga verdrängen. Auch Leverkusen und Wolfsburg hätten eine Ausnahmestellung. Diese argumentieren dagegen.

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Matthias Ruhland

Bundesliga im europäischen Vergleich

Herr Watzke spricht von der „der Roadshow im Ausland“ also der Vermarktung der Bundeliga im internationalen Bereich. Die internationalen Einnahmen sind wichtig um die Bundesliga im Vergleich mit England und Spanien konkurrenzfähig zu machen. Das Produkt Bundesliga wird attraktiv durch Emotionen, ein ausverkauftes Dortmunder Stadion ist auch im internationalen Vergleich eine beindruckende Kulisse. Das funktioniert auch bei Auswärtsspielen: Als letzen Herbst Dortmund bei Manchester City in der Champions League spielte, war die englische Presse nicht nur von dem Team sondern auch von den Fans beeindruckt. Bayerns gestriges Spiel gegen Arsenal machte die Engländer sprachlos. Das steigert den Wert der Bundesliga, das bringt den deutschen Fußball voran.
Sponsoren mit Ambitionen brauchen viel Geld und schaffen daher Abhängigkeiten: Um ein Team aus der unteren Hälfte der Bundesliga auf internationales Niveau zu puschen muss ein Sponsor (grob geschätzt) über einen Zeitraum von mindesten

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Heinz Kunz
Heinz Kunz (omgakawtf) - 20.02.2013 08:01 Uhr

Uli H. sagte mal, es ginge auch ohne Zuschauer, da diese nur noch 10% der Einnahmen ausmachen

Alle Vereine, auch Amateure sind abhängig von Sponsoren und Gönnern, wird doch sogar bis in untersten Klassen bezahlt. Die FC Bayern Profifußballabt. hat Adidas, Audi, Telekom u.a. als Anteilseigner. Die Bayern sind demnach ein Mehrwerksclub, oder? Ist es bei den Konkurrenten ein Wurstfabrikant, Gas- oder Energieanbieter, Autokonzern, Bank, Versicherung, Flughafenbetreiber, Spielzeughersteller, undundund. Jeder Verein im Profifußball der (inter)nationalen Topligen ist mehr oder minder ein Mehrwerkklub. Allerdings sind die Ablöse- und Gehaltsexzesse nur ein Ergebnis der vorhandenen Geldmenge. Was hätte Herr Watzke gesagt, wenn der BVB vor Jahren tatsächlich Insolvenz angemeldet und wieder unten angefangen hätte müssen? Wäre ein Investor wie Red Bull abgelehnt worden? Stellt nicht der Dortmunder Versicherungskonzern SignalIduna sehr viel (Kunden)geld dem Verein zur Verfügung oder ein ehemaliger staatlicher Energieversorger (jetzt Evonik)?

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Michael Rembrink
Michael Rembrink (mr1960) - 19.02.2013 19:41 Uhr

Alles Quatsch

Dass Herr Watzke versucht, die Wettbewerber des von ihm geführten Unternehmens Borussia Dortmund zu attackieren, kann ich noch verstehen. Das ist Business as usual, wenn auch weitgegend falsch. Als ob der BVB Probleme hätte, sein Stadion voll zu kriegen, wenn Hoffenheim und Wolfsburg mit wenigen Zuschaueren zu Besuch sind. Aber die Kommentare hier sind haarsträbend. Es gut, wenn neue Unternehmen (sprich: Clubs) die alten herausforden. Davon lebt eine Marktwirtschaft. Es ist gut, wenn die Gesamtmenge der Investitionen in die Bundesliga steigt. Sowohl Bayer als auch VW sind sehr erfolgreiche Unternehmen. Die verbrennen nicht das Geld ihrer Aktionäre sondern mehren es durch Gewinn. Es ist ihr gutes Recht zu entscheiden, wofür sie ihr Marketing-Buget ausgeben. Mir scheint eine langfristig angelegte Investition in den Fußball sogar sehr effektiv und effizient zu sein. Verglichen mit den VW-Gesamtausgaben für Werbung ist der Etat des VfL Wolfsburg durch Kleingeld.

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Olivier Preudhomme

VW und das Land Niedersachsen

Es ärgert mich als Baden-Württemberger schon nicht ganz unerheblich, wenn ich mir überlege, dass ich die jahrelange Aus-dem-Vollen-schöpfen-Misswirtschaft des VfL Wolfsburg über den Länderfinanzausgleich (das Land Niedersachsen ist Großaktionär bei VW) mitfinanzieren muss, völlig unabhängig von den Wettbewerbsvorteilen. Unter normalen finanziellen Umständen wäre der VfL schon längst in den Tiefen der Amateurliegen versunken. Aber VW hat's ja ...

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Klaus Heger
Klaus Heger (K.Heger) - 19.02.2013 15:51 Uhr

Warum nicht?

Also, daß ausgerechnet der Abstieg des 1.FC Köln der Existenz von "Werksvereinen" geschuldet sein soll, ist mal eine ganz neue Erkenntnis.

Was spricht eigentlich dagegen, einen Verein über ein großes Unternehmen wirtschaftlich abzusichern? Mancher Fan eines der notorisch klammen Profivereine würde sich freuen, wenn der von ihm unterstützte Club mal ohne wirtschaftliche Sorgen durch die Saison marschieren könnte, und nicht am Ende die talentierten Spieler and die Spitzenvereine abgeben müsste, um wirtschaftlich zu überleben. Nur die Übernahme von Vereinen durch obskure Elemente (Ölmagnate oder wen auch immer) dürfte nicht zulässig sein.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 19.02.2013 19:30 Uhr
Siegfried  Weber

interessante Frage...

Der Sport ist eher durch zuwenig Geld als durch zuviel Geld gefährdet. Das bedeutet meist, wenn der Traditonsverein plötzlich klamm wird, weil er mal die Quali zur Champions-League nicht geschafft hat, oder gar absteigen muss, oder weil alle Fernseheinnahmen verjubelt wurden. Ist ja nicht mal so abwegig, weil ausser Bayern und Dortmund und den Werksvereinen ist die Kapitaldecke bei den übrigen Bundesligisten eher dünn.

Daher ist gegen wirtschaftliche "Absicherung", wie Sie es formuliert haben, nichts einzuwenden. Da von einer reinen Absicherung durch einmalige Aufbaufinanzierung der Sport nicht darunter leiden würde. Der Sport ist aber gefährdet, wenn ein Team von einem Unternehmen dauerhaft abhängig ist. Denn es ist nicht dauerhaft sicher, dass das sportliche Engagement dauerhaft zur Geschäftspolititk gehört.

Zu guter Letzt kommt es drauf an, was man neben Ölmagnaten unter obskuren Elementen verstehen will. Brausefabrikanten? Softwareunternehmer?

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Horst Bunker

Stimme dem nicht ganz zu.

Ich finde das Beispiel Leipzig passt nicht ganz. Man darf nicht vergessen, dass viele ostdeutsche Vereine nach der Wende reihenweise ihre besten Spieler an deutlich zahlungskraeftigere Vereine aus dem Westen abgeben mussten. Von diesem Wettbewerbsnachteil und natuerlich manchen "undurchsichtigen" Strukturen haben sich die Vereine bis heute nicht erholt. Daher finde ich es nicht schlimm, wenn ein Grossinvestor wie Red Bull in Leipzig Millionen in die Hand nimmt um vernuenftige, nachhaltige Strukturen zu schaffen, damit auch ein ostdeutscher Verein einen Platz in der BuLi hat. Denn von allein wird es in naher Zukunft sonst weiterhin kein Verein aus den neuen Bundeslaendern in die Elite-Liga schaffen.

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Siegfried  Weber

Geheimniskrämerei und Misswirtschaft

Bezeichnend für die "Werksvereine" ist deren Verschwiegenheit über die wirtschaftlichen Verhältnisse. Was bedeuten die 25,2 Mio "Etat" von Bayer Leverkusen? Der Mannschaftsetat, die Gesamtausgaben? Vieles bleibt unklar, unbekannt.
Diese Geheimniskrämerei ist jedoch auch den sogenannten Traditionsvereinen willkommen. Naturgemäß steht die sportliche Bilanz im Verdergrund. Die wirtschaftliche Seite wird gerne mal schnell auf Mitgliederversammlungen durchgenuschelt und dann gilt wieder das Tagesgeschäft. Dieses Gebaren kaschiert allzuoft die Misswirtschaft bei den "Traditionsvereinen". Überschlägig komme ich auf über 10 Mrd Euro, die die Bundesligisten aus Ticekting, Medien und Sponsoring über die letzte Dekade eingenommen haben müssten. In den Bilanzen bleibt davon jedoch kaum was hängen. Gut gemanagte Vereine können den "Werksclubs" durchaus die Stirn bieten, wenn mit offenen Karten gespielt wird.

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19.02.2013, 11:36 Uhr

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