19.02.2013 · BVB-Chef Watzke und Eintracht-Vorstandchef Bruchhagen warnen vor weiteren von Großunternehmen finanzierten Klubs. Sie könnten Traditionsvereine aus der Bundesliga verdrängen. Auch Leverkusen und Wolfsburg hätten eine Ausnahmestellung. Diese argumentieren dagegen.
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Bundesliga im europäischen Vergleich
Herr Watzke spricht von der „der Roadshow im Ausland“ also
der Vermarktung der Bundeliga im internationalen Bereich. Die
internationalen Einnahmen sind wichtig um die Bundesliga im Vergleich
mit England und Spanien konkurrenzfähig zu machen. Das Produkt
Bundesliga wird attraktiv durch Emotionen, ein ausverkauftes Dortmunder
Stadion ist auch im internationalen Vergleich eine beindruckende
Kulisse. Das funktioniert auch bei Auswärtsspielen: Als letzen
Herbst Dortmund bei Manchester City in der Champions League spielte,
war die englische Presse nicht nur von dem Team sondern auch von den
Fans beeindruckt. Bayerns gestriges Spiel gegen Arsenal machte die
Engländer sprachlos. Das steigert den Wert der Bundesliga, das
bringt den deutschen Fußball voran.
Sponsoren mit Ambitionen brauchen viel Geld und schaffen daher
Abhängigkeiten: Um ein Team aus der unteren Hälfte der
Bundesliga auf internationales Niveau zu puschen muss ein Sponsor (grob
geschätzt) über einen Zeitraum von mindesten
Uli H. sagte mal, es ginge auch ohne Zuschauer, da diese nur noch 10% der Einnahmen ausmachen
Alle Vereine, auch Amateure sind abhängig von Sponsoren und Gönnern, wird doch sogar bis in untersten Klassen bezahlt. Die FC Bayern Profifußballabt. hat Adidas, Audi, Telekom u.a. als Anteilseigner. Die Bayern sind demnach ein Mehrwerksclub, oder? Ist es bei den Konkurrenten ein Wurstfabrikant, Gas- oder Energieanbieter, Autokonzern, Bank, Versicherung, Flughafenbetreiber, Spielzeughersteller, undundund. Jeder Verein im Profifußball der (inter)nationalen Topligen ist mehr oder minder ein Mehrwerkklub. Allerdings sind die Ablöse- und Gehaltsexzesse nur ein Ergebnis der vorhandenen Geldmenge. Was hätte Herr Watzke gesagt, wenn der BVB vor Jahren tatsächlich Insolvenz angemeldet und wieder unten angefangen hätte müssen? Wäre ein Investor wie Red Bull abgelehnt worden? Stellt nicht der Dortmunder Versicherungskonzern SignalIduna sehr viel (Kunden)geld dem Verein zur Verfügung oder ein ehemaliger staatlicher Energieversorger (jetzt Evonik)?
Dass Herr Watzke versucht, die Wettbewerber des von ihm geführten Unternehmens Borussia Dortmund zu attackieren, kann ich noch verstehen. Das ist Business as usual, wenn auch weitgegend falsch. Als ob der BVB Probleme hätte, sein Stadion voll zu kriegen, wenn Hoffenheim und Wolfsburg mit wenigen Zuschaueren zu Besuch sind. Aber die Kommentare hier sind haarsträbend. Es gut, wenn neue Unternehmen (sprich: Clubs) die alten herausforden. Davon lebt eine Marktwirtschaft. Es ist gut, wenn die Gesamtmenge der Investitionen in die Bundesliga steigt. Sowohl Bayer als auch VW sind sehr erfolgreiche Unternehmen. Die verbrennen nicht das Geld ihrer Aktionäre sondern mehren es durch Gewinn. Es ist ihr gutes Recht zu entscheiden, wofür sie ihr Marketing-Buget ausgeben. Mir scheint eine langfristig angelegte Investition in den Fußball sogar sehr effektiv und effizient zu sein. Verglichen mit den VW-Gesamtausgaben für Werbung ist der Etat des VfL Wolfsburg durch Kleingeld.
Es ärgert mich als Baden-Württemberger schon nicht ganz unerheblich, wenn ich mir überlege, dass ich die jahrelange Aus-dem-Vollen-schöpfen-Misswirtschaft des VfL Wolfsburg über den Länderfinanzausgleich (das Land Niedersachsen ist Großaktionär bei VW) mitfinanzieren muss, völlig unabhängig von den Wettbewerbsvorteilen. Unter normalen finanziellen Umständen wäre der VfL schon längst in den Tiefen der Amateurliegen versunken. Aber VW hat's ja ...
Also, daß ausgerechnet der Abstieg des 1.FC Köln der Existenz
von "Werksvereinen" geschuldet sein soll, ist mal eine ganz
neue Erkenntnis.
Was spricht eigentlich dagegen, einen Verein über ein großes
Unternehmen wirtschaftlich abzusichern? Mancher Fan eines der notorisch
klammen Profivereine würde sich freuen, wenn der von ihm
unterstützte Club mal ohne wirtschaftliche Sorgen durch die Saison
marschieren könnte, und nicht am Ende die talentierten Spieler and
die Spitzenvereine abgeben müsste, um wirtschaftlich zu
überleben. Nur die Übernahme von Vereinen durch obskure
Elemente (Ölmagnate oder wen auch immer) dürfte nicht
zulässig sein.
interessante Frage...
Der Sport ist eher durch zuwenig Geld als durch zuviel Geld
gefährdet. Das bedeutet meist, wenn der Traditonsverein
plötzlich klamm wird, weil er mal die Quali zur Champions-League
nicht geschafft hat, oder gar absteigen muss, oder weil alle
Fernseheinnahmen verjubelt wurden. Ist ja nicht mal so abwegig, weil
ausser Bayern und Dortmund und den Werksvereinen ist die Kapitaldecke
bei den übrigen Bundesligisten eher dünn.
Daher ist gegen wirtschaftliche "Absicherung", wie Sie es
formuliert haben, nichts einzuwenden. Da von einer reinen Absicherung
durch einmalige Aufbaufinanzierung der Sport nicht darunter leiden
würde. Der Sport ist aber gefährdet, wenn ein Team von einem
Unternehmen dauerhaft abhängig ist. Denn es ist nicht dauerhaft
sicher, dass das sportliche Engagement dauerhaft zur
Geschäftspolititk gehört.
Zu guter Letzt kommt es drauf an, was man neben Ölmagnaten unter
obskuren Elementen verstehen will. Brausefabrikanten?
Softwareunternehmer?
Ich finde das Beispiel Leipzig passt nicht ganz. Man darf nicht vergessen, dass viele ostdeutsche Vereine nach der Wende reihenweise ihre besten Spieler an deutlich zahlungskraeftigere Vereine aus dem Westen abgeben mussten. Von diesem Wettbewerbsnachteil und natuerlich manchen "undurchsichtigen" Strukturen haben sich die Vereine bis heute nicht erholt. Daher finde ich es nicht schlimm, wenn ein Grossinvestor wie Red Bull in Leipzig Millionen in die Hand nimmt um vernuenftige, nachhaltige Strukturen zu schaffen, damit auch ein ostdeutscher Verein einen Platz in der BuLi hat. Denn von allein wird es in naher Zukunft sonst weiterhin kein Verein aus den neuen Bundeslaendern in die Elite-Liga schaffen.
Geheimniskrämerei und Misswirtschaft
Bezeichnend für die "Werksvereine" ist deren
Verschwiegenheit über die wirtschaftlichen Verhältnisse. Was
bedeuten die 25,2 Mio "Etat" von Bayer Leverkusen? Der
Mannschaftsetat, die Gesamtausgaben? Vieles bleibt unklar, unbekannt.
Diese Geheimniskrämerei ist jedoch auch den sogenannten
Traditionsvereinen willkommen. Naturgemäß steht die
sportliche Bilanz im Verdergrund. Die wirtschaftliche Seite wird gerne
mal schnell auf Mitgliederversammlungen durchgenuschelt und dann gilt
wieder das Tagesgeschäft. Dieses Gebaren kaschiert allzuoft die
Misswirtschaft bei den "Traditionsvereinen".
Überschlägig komme ich auf über 10 Mrd Euro, die die
Bundesligisten aus Ticekting, Medien und Sponsoring über die letzte
Dekade eingenommen haben müssten. In den Bilanzen bleibt davon
jedoch kaum was hängen. Gut gemanagte Vereine können den
"Werksclubs" durchaus die Stirn bieten, wenn mit offenen
Karten gespielt wird.
Wie halten Sie es mit dem Confed-Cup?
Wer war Ihr Spieler der Rückrunde?
3171 Stimmen wurden abgegeben.
Wer war der beste Torwart der Rückrunde?
2338 Stimmen wurden abgegeben.