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Fußball Borussia Dortmund trennt sich von Manager Meier

22.03.2005 ·  Der zum 30. Juni auslaufende Vertrag zwischen dem Fußball-Bundesligaklub Borussia Dortmund und Geschäftsführer Michael Meier wird nicht verlängert.

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Borussia Dortmund hat die Ära Niebaum/Meier endgültig beendet und beim geplanten Neuanfang Ernst gemacht. 40 Tage nach dem Rücktritt von Gerd Niebaum gab das börsennotierte Fußball- Unternehmen am Dienstag die baldige Trennung von Michael Meier bekannt.

Demnach wird der zum 30. Juni auslaufende Vertrag mit dem für die Finanzkrise mitverantwortlichen Geschäftsführer nicht verlängert. „Diese Entscheidung hat der BVB-Präsidialausschuß einstimmig gefällt. Sie war im Sinne eines kompletten Neuanfangs unumgänglich“, sagte BVB-Präsident Reinhard Rauball.

„Entscheidung, die weh tut“

Neben dem Amt als Geschäftsführer der KGaA stellt Meier auch sein Amt als Manager des Vereins zur Verfügung. Damit zog der BVB die Konsequenzen aus der finanziellen Talfahrt der vergangenen Jahre, die ihn fast in den Ruin getrieben und zuletzt zu Fan-Protesten gegen Meier geführt hatte.

„Ich wäre bereit gewesen, mich auch weiterhin in den Dienst der Borussia zu stellen. Diese Entscheidung respektiere ich, auch wenn sie mir persönlich wehtut“, sagte Meier. Meier war 1989 als geschäftsführendes Vorstandsmitglied nach Stationen in Köln und Leverkusen zum Revierklub gewechselt. Zusammen mit Niebaum hatte er im Oktober 2000 den Verein an die Börse geführt.

Börse reagierte positiv

Die Trennung von Meier wurde an der Börse positiv bewertet. Binnen weniger Minuten nach der Ad-hoc-Pflichtmitteilung der Borussia stieg der Aktienkurs merklich auf 2,48 Euro und damit um 3,8 Prozent an. Schon auf der letzten Aktionärsversammlung am 16. November 2004 hatten viele Kapitalanleger Meier für die Krise verantwortlich gemacht und vehement seinen Rücktritt gefordert.

Nicht nur an der Börse gab es Zustimmung. „Das war das richtige Signal. Ich sehe das als Zeichen, neue Wege gehen zu können - auch für die Investoren“, sagte Reinhard Beck, der Vorsitzende der im Zuge der Krise ins Leben gerufenen Fan-Abteilung des Vereins.

Trennung zeichnete sich ab

Meier war 1989 als geschäftsführendes Vorstandsmitglied nach Stationen in Köln und Leverkusen zum BVB gewechselt. Zusammen mit Niebaum hatte er im Oktober 2000 den Verein an die Börse geführt. Doch das auf stetes Wachstum angelegte Geschäftsmodell der beiden Visionäre erwies sich im Nachhinein als Fehlschlag.

Binnen weniger Jahre war selbst das Geld aus dem Börsengang fast völlig aufgebraucht und der Verein von der Insolvenz bedroht. Erst die Zustimmung von 67 Gläubigern und der Eigentümer des Westfalenstadions verhalf in der vorigen Wochen aus der Bredouille. Schon vor Monaten war über eine Trennung von Meier nachgedacht worden. Doch auf Grund seiner guten Verbindungen in die Fußball-Szene und seiner großen Erfahrung bei der Zusammenstellung der Lizenzunterlagen scheute die Klubführung diesen Schritt. Schließlich ist Meier auch Vorstandsmitglied bei der Deutschen Fußball Liga (DFL) und zudem Vizepräsident der G14, einem Interessenverbund der Top- Clubs in Europa.

Watzke alleinverantwortlich

Bis ein Nachfolger gefunden ist, ist Hans-Joachim Watzke alleiniger Geschäftsführer des Unternehmens. Offenbar wollen sich er und Rauball einen Wirtschaftsfachmann ins Team holen. Der soll sich vornehmlich um die finanzielle Situation des mit rund 90 Millionen Euro verschuldeten Unternehmens kümmern.

Ein Kandidat mit Bundesliga- Stallgeruch steht offenbar nicht ganz oben auf der Liste: „Ich glaube nicht, dass wir im sportlichen Bereich Vakanzen haben“, sagte Watzke, der sich über die Osterfeiertage Gedanken über einen Nachfolger für Meier machen will. „Der Präsidialausschuß wird mir dann sicherlich Gelegenheit einräumen, diese Gedanken vorzutragen“, so Watzke.

Quelle: FAZ.NET mit Material von Reuters und dpa
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