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Fußball Berti Vogts verlässt Aserbaidschan

28.10.2011 ·  Der ehemalige Bundestrainer Berti Vogts wird seinen Vertrag nicht verlängern. Wegen ständiger Konflikte mit den Vereinen kehrt er Aserbaidschan den Rücken. Angeblich hat Vogts schon neue Angebote.

Von Hartmut Scherzer
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© REUTERS Noch einmal Nationalhymne hören: Berti Vogts hört in Aserbaidschan auf

Noch ein Freundschaftsspiel am 11.November in Tirana gegen Albanien - das wird es dann gewesen sein für Berti Vogts als Fußball-Nationaltrainer von Aserbaidschan. Nach dreieinhalb Jahren „Entwicklungshilfe“, wie er seine Tätigkeit in Baku nennt, wird der Vierundsechzigjährige seinen zum Jahresende auslaufenden Vertrag höchstwahrscheinlich nicht verlängern. „Das ist die Tendenz“, sagt Vogts, der als letzter Bundestrainer - bei der Europameisterschaft 1996 - einen Titel für Deutschland gewann. Ihm lägen „zwei interessante Angebote“ für Jobs bei anderen Nationalteams vor.

Für eine weitere Tätigkeit am Kaukasus müssten schon seine „sportlichen Wünsche an die Liga erfüllt“ und im Vertrag dann festgeschrieben werden. „Da ich weiß, dass es dazu nicht kommen wird, werde ich meine Arbeit wohl beenden.“ In den Tagen in Tirana werde er mit Generalsekretär Elkhan Mammadov zwar noch einmal Gespräche führen - der Form halber - und erst danach seine Entscheidung auch offiziell bekanntgeben. „Denn der Verband war immer fair zu mir“, sagt Vogts, was er von der Liga in Aserbaidschan nicht behaupten kann.

Die Klubchefs ließen den Nationaltrainer stets abblitzen mit so selbstverständlichen Forderungen wie jener nach professionellerem Training in den Vereinen, Einsatz der Nationalspieler in der Liga, längerer Vorbereitungszeit auf Länderspiele, gemähten Trainingsplätzen. Vogts kam gegen die mächtigen Ölmanager an der Spitze der Klubs nicht an. Symbolisch für die Macht der Ölindustrie im Liga-Fußball Aserbaidschans ziert ein Bohrturm das Wappen des Meisters Neftci Baku.

Die Spitzenklubs setzen zum Großteil auf Ausländer. Immerhin hat Vogts ein Reglement erreicht, wonach bei Ligaspielen mindestens drei einheimische „Azeris“ eingesetzt werden müssen.

Beachtliche Ergebnisse

In seiner Not holte Vogts zum letzten Spiel gegen die Türkei den in der Regionalligamannschaft des SC Freiburg spielenden, in Heidenheim geborenen Ufuk Budak ins Team. Was manches über die Qualität seiner Spieler aussagt. Dennoch erreichte Aserbaidschan in der Gruppe A der EM-Qualifikation bemerkenswerte Resultate: 1:0 gegen die Türkei Guus Hiddinks, 2:2 gegen Belgien. Von 40 Länderspielen mit Aserbaidschan gewann Vogts acht und erreichte zehn Unentschieden, darunter ein 1:1 gegen Russland in der WM-Qualifikation für 2010. Gegen Deutschland gab es vier, zum Teil deftige Niederlagen - 0:2, 1:3 in Baku, 0:4, 1:6.

„Die beste Leistung bot die Mannschaft im letzten EM-Qualifikationsspiel in Istanbul. Die 0:1-Niederlage gegen die Türkei war höchst unglücklich“, sagt der akribische Trainer, der schon für Schottlands und Nigerias Nationalmannschaft verantwortlich war. Es würde nicht verwundern, sollte Berti Vogts in Istanbul Nachfolger Guus Hiddinks werden.

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