Fürths Ersatzkeeper Jasmin Fejzic sollte eigentlich zum Helden im Elfmeterschießen werden, dann aber war der Bosnier der große Unglücksrabe im Pokal-Halbfinale gegen Borussia Dortmund. Auch zwei Minuten nach dem Billardtor von Ilkay Gündogan fand er auf dem Boden kauernd keine Kraft mehr, um wieder aufzustehen. Erst kurz vor Schluss der Verlängerung hatte Trainer Mike Büskens den großgewachsenen Torwart eingewechselt - um einen ausgewiesenen Elfmeterfachmann hinten drin stehen zu haben.
Doch der Torwarttrick misslang mächtig. Nur ein einziges Mal berührte Fejzic am Dienstagabend überhaupt den Ball - mit dem Rücken. Von dort kullerte er nach Gündogans Pfostenschuss Sekunden vor Ablauf der Verlängerung ins Tor. Aus der Traum vom Berliner Finale, riesig die Enttäuschung.
„Es war seit Wochen abgesprochen, dass ich reinkomme, wenn es ein Elfmeterschießen gibt. Alle wissen, dass ich ein sehr gutes Auge habe beim Elfmeterschießen“, erzählte der bemitleidenswerte Ersatzkeeper des Zweitliga-Spitzenreiters. Sein Einsatz war seine Pflichtspiel-Premiere in dieser Saison im Fürther Team - und dann solch ein Ende! „Was soll ich sagen: Ich stehe hier und könnte losheulen.“ Als einer der ersten stellte sich der 25-Jährige in der Nacht zum Mittwoch den Fragen der Journalisten - um auch als einer der ersten schnell wegzukommen vom Ort seines ganz persönlichen Schreckens.
„Natürlich ist das bitter. Ich habe ihn eingewechselt, weil ich, weil wir alle hundertprozentig von seinen Qualitäten überzeugt sind. Aber so ist der Fußball leider“, befand Trainer Büskens. Sogar Borussen-Kapitän Sebastian Kehl suchte nach dem 1:0 tröstende Worte für den 1,97 Meter großen Keeper: „Das tut mir unheimlich leid für den Torwart, das hat der Junge einfach nicht verdient.“
477 Pokalminuten lang war Stammkeeper Max Grün zuletzt ohne jedes Gegentor geblieben. Ob die SpVgg mit ihrem Stammkeeper zwei weitere Zeigerumdrehungen durchgehalten und es bis ins Elfmeterschießen geschafft hätte, das war hinterher die große Frage. Eine Antwort konnte keiner geben, BVB-Trainer Jürgen Klopp spottete: „Sie haben sich zwei Minuten zu früh auf das Elfmeterschießen eingestellt.“
Büskens betonte nur, dass Grün ihm nicht böse sei. „Der Wechsel war auch mit Max abgesprochen, er hatte gesagt, er geht dann raus, weil wir wussten, dass Jasmin Fejzic einiges zu halten in der Lage ist.“
Zum Fürther Trostpflaster soll nun der Ligaalltag werden - der Aufstieg ist acht Spieltage vor Schluss greifbar. „Wir müssen jetzt ganz schnell wieder aufstehen und weitermachen“, mahnte Büskens. Ob der Pokal-Knacks nun vielleicht sogar neue Kräfte freisetzen kann? „Das tut zwar weh, aber wir können aus diesem Auftreten sehr viel positive Energie ziehen“, verkündete Büskens. „Es sollte uns viel Vertrauen geben, wie wir gespielt haben.“
Na klar:
Karl S. Walter (skeptiker01)
- 22.03.2012, 16:37 Uhr
Ja, das tat sehr weh fur Jasmin und ist sehr schade fur die SpVgg Furth ...
Peter Slater (Wales-Rhondda)
- 21.03.2012, 22:15 Uhr
Häme ist hier fehl am Platze
Ernst Siepmann (ErnstSiepmann)
- 21.03.2012, 20:11 Uhr
hinterher ist jeder klüger
Paul Banaschak (paul.banaschak)
- 21.03.2012, 19:14 Uhr