http://www.faz.net/-gtl-7nm0f

Fifa und Qatar : „Diese Sache wird immer heißer“

  • Aktualisiert am

Mark Pieth Bild: dapd

Die Fifa steht in der Qatar-Frage nach Ansicht ihres früheren Reformchefs Mark Pieth vor unkalkulierbaren Risiken. Ligapräsident Reinhard Rauball sieht zudem die Glaubwürdigkeit des Fußballs in Gefahr.

          Der Schweizer Anti-Korruptions-Experte und frühere Vorsitzende der unabhängigen Governance-Kommission des Internationalen Fußball-Verbandes (Fifa), Mark Pieth, sieht die Fifa in der Qatar-Frage vor unkalkulierbaren Risiken. „Diese Sache wird immer heißer. Wenn es dazu kommen sollte, dass den Qatarern Bestechung bei der WM-Vergabe nachgewiesen werden würde, kämen große Schwierigkeiten auf die Fifa zu“, sagte der Strafrechtsprofessor der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Es geht hier um die Kompensation von unbeteiligten Dritten wie Bauunternehmen, die Schaden nähmen, wenn dem Emirat die WM in der Folge entzogen würde. „Wer zahlt dann diese Kosten? Es ist vollkommen offen, was dann daraus folgte. Bei Entschädigungen in dieser Größenordnung erscheint auch die Milliardenreserve der Fifa auf einmal relativ klein“, sagte Pieth.

          Beim Fifa-Ermittler Michael Garcia läuft gerade eine Untersuchung. Englischen Medienberichten zufolge, hat das amerikanische FBI im Zusammenhang mit der umstrittenen WM-Vergabe für 2022 möglicherweise Beweise für Schmiergeldzahlungen der Qatarer an zumindest ein früheres Mitglied des Fifa-Vorstandes.

          Ligapräsident Reinhard Rauball sagte der F.A.S.: „Die neuen Meldungen rund um die WM in Qatar unterstreichen: Hier ist noch eine Menge Aufklärungsarbeit nötig. Ich erwarte, dass die Fifa dies mit der nötigen Ernsthaftigkeit angeht. Und natürlich muss auch der Staat Qatar seiner Verantwortung gerecht werden und Missstände beseitigen. Es geht um die Glaubwürdigkeit des Fußballs.“

          „Auch der DFB verhält sich hier sehr ungeschickt“

          Derweil kritisierte Pieth den Deutschen Fußball-Bund (DFB) für seine Blockadehaltung beim Fifa-Reformprozess. Wie andere europäische Verbände sperrt sich der DFB gegen eine Amtszeitbegrenzung im Fifa-Vorstand. „Da sollten sich einige besinnen und nicht nur an sich selbst, sondern die ganze Organisation und die nächsten zehn Jahre denken. Auch der DFB verhält sich hier sehr ungeschickt“, Pieth.

          Es gibt den Vorschlag, dass alle Mitglieder des Vorstandes (inklusive des Präsidenten) nicht länger als drei Perioden zu je vier Jahren in ihrer Position verweilen dürfen, um dadurch der Bildung korrupter Seilschaften zu begegnen. Im Fifa-Exekutivkomitee gibt es dazu keinen Konsens.

          Weitere Themen

          Ibrahimovic trifft Ronaldo Video-Seite öffnen

          Los Angeles : Ibrahimovic trifft Ronaldo

          Ein Star trifft den anderen: Zlatan Ibrahimovic erhält in der Kabine seines neuen Klubs L.A. Galaxy besuch von seinem Idol. Der Brasilianer Ronaldo schaut vorbei, mit dem er ein Schwergewichtsduo bilden möchte.

          Liverpool schlägt AS Rom haushoch Video-Seite öffnen

          Torfestival : Liverpool schlägt AS Rom haushoch

          Nach dem 5:2 gegen den AS Rom hat der FC Liverpool die Tür zum Champions-League-Finale weit aufgestoßen. Die Engländer zeigten eine überzeugende Leistung und ließen ihrem Gegner kaum eine Chance. Der Star der Stunde: Mohamed Salah.

          Topmeldungen

          1:2 gegen Madrid : Das nächste Déjà-vu-Erlebnis für die Bayern

          Nach einer frühen Führung gleitet den Bayern das Halbfinal-Hinspiel in der Champions League gegen Real Madrid noch aus der Hand. In der hektischen Schlussphase vergeben die Münchner gleich mehrere Chancen.
          Die Zentrale des Bamf in Nürnberg.

          Korruption und Manipulation : Der Asylskandal am Bamf weitet sich aus

          Die ehemalige Leiterin der Bremer Außenstelle des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge soll zahllose Asylbescheide manipuliert haben. Nun stellt sich heraus: Die Beamtin stand schon deutlich früher unter Verdacht als bisher bekannt.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.