Home
http://www.faz.net/-gtm-yvyf
Mehr Angebote
| Abo|Hilfe
Sonntag, 12. Februar 2012
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Frauenfußball Turbine Potsdam gewinnt die Champions League

21.05.2010 ·  Finalkrimi in Getafe: Der erste Sieger der Champions League im Frauenfußball heißt Turbine Potsdam. Im Elfmeterschießen setzt sich der deutsche Klub gegen Lyon durch. Herausragend dabei ist die erst 17 Jahre alte Torhüterin Anna Felicitas Sarholz.

Artikel Bilder (10) Lesermeinungen (6)

Die Fußball-Frauen von Turbine Potsdam haben mit dem Gewinn der ersten Champions League Geschichte geschrieben. Durch einen 7:6-Sieg im Elfmeterschießen über den französischen Champion Olympique Lyon sicherte sich der 1. FFC Turbine am Donnerstag im mit 10.372 Zuschauern nicht ganz gefüllten Coliseum Alfonso Perez im spanischen Getafe den Pokal und die 300.000 Euro Preisgeld. Matchwinnerin war die junge Torhüterin Anna Felicitas Sarholz, die zur Elfmeter-Killerin wurde. Nach der regulären Spielzeit und der Verlängerung hatte es 0:0 gestanden.

Mit dem Erfolg verschaffte der deutsche Meister dem FC Bayern Rückenwind, der am Samstag im nur 20 Kilometer entfernten Madrid gegen Inter Mailand um Europas Krone kämpft (20.45 Uhr / FAZ.NET-Champions-League-Liveticker). Beide Damen-Teams sind auch Gast des Männer-Endspiels im Bernabeu-Stadion. Im Elfmeter-Krimi vergaben zunächst ausgerechnet die beiden erfahrenen Jennifer Zietz und Anja Mittag ihre Strafstöße, doch die 17 Jahre alte Anna Felicitas Sarholz brachte die Potsdamerinnen mit zwei gehaltenen Elfern wieder zurück und verwandelte auch noch ihren Strafstoß.

Die Entscheidung fiel beim achtzehnten Elfmeter, den Elodie Thomis an die Latte knallte. „Ich weiß nicht, wie ich das gemacht habe“, kommentierte Sarholz ihre Leistung. Danach flossen Tränen bei den Spielerinnen, herrschte nur noch Jubel unter den etwa 300 mitgereisten Turbine-Fans und auch beim Public Viewing in der Potsdamer Innenstadt, wo sich mehr als 700 Anhänger zu später Stunde zur Live-Übertragung eingefunden hatten.

Erst kurz vor Spielbeginn fiel die Wahl auf Sarholz

Turbine war sehr verhalten in das wichtigste Spiel der Vereinsgeschichte gestartet. So übernahmen die Französinnen das Kommando und verbuchten mit einem Latten-Freistoß von Louise Necib auch die größte Chance der ersten Halbzeit.

Erst 30 Minuten vor dem Spiel hatte sich Trainer Bernd Schröder, der Turbine seit 39 Jahre betreut, dafür entschieden, auf Anna Felicitas Sarholz zu vertrauen, die schon im Halbfinale gegen den FCR Duisburg drei Elfmeter gehalten hatte. Die Jüngste des Teams konnte sich auch gleich auszeichnen, als sie einen Schuss von Amandine Henry gedankenschnell parierte (25.).

Der dreifache französische Meister Olympique, der nur dank eines Entscheids des Sportgerichtshofes Cas im Wettbewerb verblieben war, nachdem im Achtelfinale gegen Fortuna Hjörring Neuverpflichtungen unberechtigt eingesetzt wurden, beeindruckte auch zum Beginn der zweiten Halbzeit die Potsdamer Damen. Vor allem die groß gewachsene Wendie Renard sorgte mit ihren Kopfbällen für Gefahr vor dem Turbine-Gehäuse und forderte U-19-Nationalspielerin Sarholz zur Hergabe ihres ganzen Könnens.

„Da kannst du dich als Mannschaft unsterblich machen“

Nach gut einer Stunde zeigte die Halbzeit-Standpauke von Trainer Schröder in der Kabine endlich Wirkung, Potsdam verstärkte seine Angriffsbemühungen und kam zu Chancen. Die überragende Nationalspielerin Fatmire Bajramaj, über die fast alle Angriffe liefen, tankte sich im Torraum gut durch, doch Tabea Kemme setzte ihre Eingabe frei stehend aus fünf Metern über den Kasten (61.).

Acht Minuten vor dem Ende verpasste die eingewechselte Yuki Nagasato den Führungstreffer, Anja Mittag donnerte eine Minute später den Ball nach schöner Einzelleistung aus 15 Metern an den Pfosten. Auch in der Verlängerung hatten Mittag und Isabel Kerschowski die Entscheidung auf dem Fuß, scheiterten aber an Lyons Keeperin Sarah Bouaddi.

„Dieses Finale wird durch das Wort Champions League geadelt. Da kannst du dich als Mannschaft unsterblich machen“, hatte Schröder schon bei der Pressekonferenz gesagt und damit seine Genugtuung über die Aufwertung des Frauen-Fußballs zum Ausdruck gebracht. 2005 hatte er mit Turbine bereits den Uefa-Pokal, den Vorgänger der Champions League, nach Potsdam geholt. Auch Uefa-Präsident Michel Platini und DFB-Präsident Theo Zwanziger zeigten sich im Stadion angetan von den spielerischen Qualitäten beider Teams.

Turbine Potsdam - Olympique Lyon 0:0 (0:0, 0:0) n.V., 7:6 i. E
Potsdam:
Sarholz - Schmidt, Peter, Henning - Kemme (105. Schröder), Zietz, Kessler (66. I. Kerschowski), Odebrecht - Wich (66. Nagasato), Mittag, Bajramaj - Trainer: Schröder
Lyon: Bouhaddi - Franco, Georges, Renard, Rybeck - Cruz Trana (115. Simone), Stensland (70. Kaci) - Henry, Necib (90. Herlovsen), Dickenmann - Thomis - Trainer: Benstiti
Schiedsrichter: Heikkinen (Finnland)
Tore im Elfmeterschießen: Zietz verschießt, 0:1 Franco, 1:1 Peter, 1:2 Dickenmann, 2:2 Odebrecht, 2:3 Kaci, Mittag verschießt, Henry verschießt, 3:3 I. Kerschowski, Herlovsen verschießt, 4:3 Nagasato, 4:4 Renard, 5:4 Bajramaj, 5:5 Simone, 6:5 Sarholz, 6:6 Bouhaddi, 7:6 Schmidt, Thomis verschießt
Zuschauer: 10.372
Gelbe Karten: Kemme, Mittag - Renard, Georges, Cruz Trana

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa
Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen
Themen zu diesem Artikel
Fußball
 Bundesliga 
 2. Bundesliga 
  Verein Sp Diff Pkt.  
1.  Logo: Borussia Dortmund
Borussia Dortmund   21  32   46 Gleichheit zur Vorwoche
2.  Logo: Bayern München
Bayern München   21  35   44 Gleichheit zur Vorwoche
3.  Logo: Bor. Mönchengladbach
Bor. Mönchengladbach   21  22   43 Verbesserung zur Vorwoche
4.  Logo: FC Schalke 04
FC Schalke 04   21  18   41 Verschlechterung zur Vorwoche
5.  Logo: Werder Bremen
Werder Bremen   21  -1   33 Gleichheit zur Vorwoche
6.  Logo: Bayer Leverkusen
Bayer Leverkusen   21  0   31 Gleichheit zur Vorwoche
7.  Logo: Hannover 96
Hannover 96   21  -2   31 Gleichheit zur Vorwoche
8.  Logo: VfL Wolfsburg
VfL Wolfsburg   21  -11   27 Verbesserung zur Vorwoche
9.  Logo: VfB Stuttgart
VfB Stuttgart   21  3   26 Verbesserung zur Vorwoche
10.  Logo: 1899 Hoffenheim
1899 Hoffenheim   21  -2   25 Verschlechterung zur Vorwoche
11.  Logo: 1. FC Köln
1. FC Köln   20  -11   24 Verschlechterung zur Vorwoche
12.  Logo: FSV Mainz 05
FSV Mainz 05   21  -6   23 Verbesserung zur Vorwoche
13.  Logo: Hamburger SV
Hamburger SV   20  -9   23 Verschlechterung zur Vorwoche
14.  Logo: 1. FC Nürnberg
1. FC Nürnberg   20  -12   21 Gleichheit zur Vorwoche
15.  Logo: Hertha BSC
Hertha BSC   21  -11   20 Gleichheit zur Vorwoche
16.  Logo: 1. FC Kaiserslautern
1. FC Kaiserslautern   21  -11   18 Gleichheit zur Vorwoche
17.  Logo: FC Augsburg
FC Augsburg   20  -14   17 Gleichheit zur Vorwoche
18.  Logo: SC Freiburg
SC Freiburg   21  -20   17 Gleichheit zur Vorwoche

1899 Hoppenheim

Von Michael Horeni

Wer eine Viertelmilliarde in sein Hobby steckt, will mehr als den besten Platz im Stadion. Doch Dietmar Hopp wird derzeit zum Problem für seinen Klub TSG Hoffenheim. Mehr 3 9

Ergebnisse, Tabellen und Statistik