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Frauenfußball-Kommentar Zu wenige Königinnen

30.09.2009 ·  Nun haben auch die Fußballfrauen ihre Champions League. Doch es ist ein Etikettenschwindel. Die Unterschiede zwischen den Klubs sind zehn Mal größer als bei den Männern. Die Ergebnisse werden entsprechend ausfallen. Und ein zusätzliches Hindernis hat die Uefa der Königinnenklasse in den Weg gestellt.

Von Daniel Meuren
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Nun haben auch die Frauen eine Champions League. An diesem Mittwoch beginnt der neue Klubwettbewerb der europäischen Fußball-Union (Uefa) mit der ersten Hauptrunde der vermeintlich 32 besten Frauenfußballteams des Kontinents als Nachfolger des bislang Uefa-Pokal genannten Turniers der europäischen Landesmeisterinnen.

Ein Etikettenschwindel, da es in Europa noch lange keine 32 weiblichen Fußballmannschaften gibt, die dem Prädikat einer Königinnenklasse gerecht werden. Der Unterschied zwischen dem letzten Uefa-Pokalsieger FCR Duisburg und seinem heutigen weißrussischen Gegner Universitet Vitebsk ist gefühlt noch zehn Mal größer als der zwischen dem Männer-Titelträger FC Barcelona und dem größten Außenseiter Apoel Nikosia.

Entsprechend deutliche Ergebnisse wird es quer durch Europa in der ersten von fünf K.o.-Runden geben, in der die Meister und die Meisterschaftszweiten der stärksten acht Ligen gegen den Rest Europas antreten. Wie Duisburg sollten auch der deutsche Meister Turbine Potsdam und der Meisterschaftszweite Bayern München ohne jede Mühe in die zweite Runde einziehen.

Auch wenn die Frauen fortan beim Einlaufen der Teams die offizielle Champions-League-Hymne spielen dürfen, so können die Klänge aus der Feder Georg Friedrich Händels nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Vereins-Frauenfußball bezüglich sportlicher Attraktivität und medienwirksamen Glamours viel deutlicher dem Männerfußball hinterherhinkt als bei Welt- und Europameisterschaften.

Ein zusätzliches Hindernis hat die Uefa der Königinnenklasse des Frauenfußballs in den Weg gestellt. Die Frauen, die ihren Uefa-Pokalsieger bislang in Hin- und Rückspielen ermittelten, sollen zwei Tage vor dem Männerfinale in Madrid ihren Champion am selben Ort ermitteln. Im Frauenfußball-Entwicklungsland Spanien ist nun ein imageschädigendes Endspiel vor einer Geisterkulisse statt ein Fußballfest vor fast 30.000 Zuschauern wie in den beiden Vorjahren bei den entscheidenden Rückspielen in Frankfurt und in Duisburg zu befürchten.

Zudem ist die Teilnahme an der Champions League für die Vereine alles andere als finanziell lukrativ. Pro Runde unterstützt die Uefa die Teams mit 20.000 Euro, mit denen sich nicht einmal die Reisen finanzieren lassen. Der Vergleich mit den Garantieeinnahmen im zweistelligen Millionenbereich für jeden Männerklub in der Champions Lague verdeutlicht, wie weit der Frauenfußball wirtschaftlich zurückliegt.

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Jahrgang 1973, Sportredakteur.

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