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Frauenfußball Gala vor 44.825 Zuschauern

22.04.2009 ·  So soll es auch bei der Weltmeisterschaft in zwei Jahren in Deutschland sein: Begeisterung beim Frauenfußball. 44.825 Fans sorgen beim 1:1 der deutschen Mannschaft gegen Brasilien für einen Europarekord.

Von Michael Wittershagen, Frankfurt
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Ein Fußballfest sollte es werden, ein Vorgeschmack auf das, was folgt in etwas mehr als zwei Jahren - die Weltmeisterschaft der Frauen in Deutschland. Schon am Mittwochabend kamen 44.825 Zuschauer in die Frankfurter Fußball-Arena zum Spiel Deutschland gegen Brasilien. Zu einem Testspiel, mitten in der Woche. Niemals zuvor wollten in Europa mehr Menschen ein Länderspiel der Frauen sehen. Nicht irgendeines, es war die Auseinandersetzung zweier Teams, die in den vergangenen beiden Jahren bei großen Turnieren stets aufeinander getroffen waren. Eine Rivalität, die unweigerlich mit Namen wie Nadine Angerer, Birgit Prinz, Marta oder Christiane in Verbindung gebracht wird.

An diesem Abend aber erzielten andere die Tore beim 1:1: Anja Mittag brachte die deutsche Nationalmannschaft in Führung (24. Minute), Maurine glich kurze Zeit später aus (36.). Deutschland hatte über die gesamte Spieldauer die besseren Szenen in der Offensive und ließ nur selten zu, dass die Brasilianerinnen ihre gefürchteten Kombinationen entfalten konnten. „Wir wollten unbedingt gewinnen. Und die zweite Halbzeit war auch spielerisch richtig gut“, sagte Bundestrainerin Silvia Neid, die sich neben dem guten Spiel ihrer Frauen über die Kulisse und die Atmosphäre freute: „Das hätte besser nicht sein können.“

Birgit Prinz erlitt einen Rippenbruch

Das Spiel machte Mut für die WM 2011, doch bevor sich beide Teams den Titelkämpfen in Deutschland widmen werden, steht für die deutsche Mannschaft in diesem Sommer erst einmal die Europameisterschaft in Finnland an. Silvia Neid wollte die Partie gegen Brasilien deshalb vor allem dazu nutzen, um Erkenntnisse über den Zustand der Mannschaft zu gewinnen.

Was sie sah, war eine ausgesprochen lauf- und spielstarke Anja Mittag, die die brasilianische Abwehr immer wieder vor Probleme stellte und Mitte der ersten Halbzeit eine scharfe Hereingabe von Linda Bresonik verwandelte. Nadine Angerer strahlte im Tor Ruhe und Sicherheit aus, hatte beim Schuss von Maurine jedoch keine Abwehrmöglichkeit. Die erst 19 Jahre alte Kim Kulig zeigte im Mittelfeld in einigen Szenen, welches Potential in ihr steckt und traf in der 57. Minute mit einem Kopfball nur den Pfosten.

Sorgen bereitet indes Birgit Prinz, die das Feld schon in der 40. Minute mit einem Rippenbruch verlassen musste. Zuletzt hatte die 31 Jahre alte Stürmerin Spekulationen weitere Nahrung gegeben, dass sie nur in ausgezeichneter körperlicher Verfassung bei der WM in Deutschland dabei sein werde.

„20Elf von seiner schönsten Seite“

Schon vor dem Anpfiff präsentierte der Deutsche Fußball-Bund das Motto der Weltmeisterschaft 2011: „20Elf von seiner schönsten Seite“ lautet der Slogan, der Lust auf die Titelkämpfe in knapp 800 Tagen machen soll. „Die Emotionen des Fußballs generell, die besondere Ästhetik des Frauenfußballs und die einzigartige Atmosphäre einer WM werden damit zum Ausdruck gebracht“, sagte Steffi Jones, die Chefin des WM-Organisationskomitees. Die Weltmeisterschaft wird mit einem Etat in Höhe von 51 Millionen Euro veranschlagt, knapp die Hälfte davon soll durch Sponsoreneinnahmen gedeckt werden.

Die Begeisterung war schon jetzt zu spüren. „Es wäre ein Traum, wenn sich die beiden Mannschaften bei der Weltmeisterschaft hier wieder sehen würden“, sagte Kleiton Lima, der Nationaltrainer Brasiliens. Das wäre ein lohnenswertes Treffen und der Traum aller WM-Organisatoren. Am 17. Juli 2011 wird in Frankfurt schließlich das Finale ausgetragen, und im Fall der Fälle würde dann bestimmt das eintreten, was sich Lina Bresonik nach diesem Erlebnis vom Mittwoch künftig am liebsten für jedes Länderspiel wünschen würde: „So eine Kulisse wie heute müssten wir immer haben.“

Deutschland - Brasilien 1:1 (1:1)
Deutschland: Angerer (1. FFC Frankfurt) - Schmidt (Turbine Potsdam), Krahn (FCR Duisburg) ab 85. Fuss (FCR Duisburg), Bartusiak (1. FFC Frankfurt), Peter (Turbine Potsdam) - Bresonik (FCR Duisburg), Kulig (Hamburger SV) - Garefrekes (1. FFC Frankfurt) ab 71. Laudehr (FCR Duisburg), Prinz (1. FFC Frankfurt) ab 40. Müller (VfL Wolfsburg), Behringer (Bayern München) - Mittag (Turbine Potsdam) ab 71. Bajramaj (FCR Duisburg). - Trainerin: Silvia Neid
Brasilien: Barbara - Aline Pellegrino, Renata Costa, Erika, Maurine - Grazielle ab 88. Daniele, Ester, Formiga - Francielle ab 71. Elaine - Cristiane, Marta. - Trainer: Kleiton Lima
Schiedsrichterin: Palmqvist (Schweden)
Tore: 1:0 Mittag (24.), 1:1 Maurine (36.)
Zuschauer in Frankfurt: 44.825
Gelbe Karten: Peter - Maurine, Renata Costa

Quelle: FAZ.NET
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Jahrgang 1981, Sportredakteur.

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