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Frauenfußball-EM Deutschland ist im Turnier angekommen

Die deutschen Fußballfrauen sichern sich den ersten Sieg bei der Europameisterschaft in Schweden. Lena Lotzen und Celia Okoyino da Mbabi treffen beim 3:0-Sieg gegen Island. Der nächste Gegner Norwegen hat ebenfalls gewonnen.

© dpa Vergrößern Toröffnerin: Lena Lotzen erzielt den ersten deutschen Turniertreffer

Island mag noch nicht der Gradmesser für die deutschen Aussichten bei der Frauenfußball-Europameisterschaft sein. Dafür ist das kleine Land mit seinen nur 6000 fußballspielenden Frauen trotz einer gar nicht so unbedeutenden Historie dem siebenmaligen Europameister mit seinen eine Million registrierten Spielerinnen zu sehr unterlegen.

Aber zumindest ist das deutsche Frauenfußball-Nationalteam mit dem 3:0-Sieg nach Toren von Lena Lotzen (24. Minute) und Celia Okoyino da Mbabi (55./84.) gegen die Frauen von der Atlantik-Insel nach dem missratenen Auftaktspiel gegen die Niederlande im Turnier der besten zwölf europäischen Teams angekommen. Die Titelverteidigerinnen übernehmen dank des Siegs vor 5000 Zuschauern in Växjö die Tabellenführung in der Vorrundengruppe B. „Jetzt ist vielleicht so ein bisschen der Knoten geplatzt. Jetzt sind wir vielleicht richtig im Turnier angekommen“, sagte Torschützin Lena Lotzen. 

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Bundestrainerin Silvia Neid hatte ihre Startelf nur auf einer Position im Vergleich zum 0:0 im Auftaktspiel gegen die Niederlande verändert. Die in der A-Alf unerfahrene Melanie Leupolz kam auf der linken Außenbahn für die deutsche Schweden-Legionärin Anja Mittag erstmals von Beginn an zum Einsatz. Die 19 Jahre alte Offensivspielerin vom SC Freiburg brachte mit einigen schönen Aktionen Schwung ins Spiel.

Lena Lotzen löst den Knoten

Das deutsche Team wirkte auch deshalb etwas mutiger als noch beim 0:0 gegen die Niederlande. Allerdings fehlte bei den Pässen in die Tiefe abermals die Präzision. Deshalb kamen die Deutschen zunächst  wieder nur zu wenigen klaren Torgelegenheiten. So schoss Dzsenifer Marozsan in der achten Minute per Volleyschuss ansehnlich, aber zu wenig gefährlich aufs isländische Tor schoss. Lena Lotzen kam dem Torerfolg schließlich in der 17. Minute schon deutlich näher, als Gudbjörg Gunnarsdottir im isländischen Tor den Ball nach einem Kopfstoß nur unter größter Mühe an die Latte lenken konnte. 

UEFA Women EURO 2013 © dpa Vergrößern Jubeltraube: Saskia Bartusiak freut sich am höchsten

Der erste wirklich gelungene Spielzug im Turnier löste dann endgültig die Fesseln: Celia Okoyino da Mbabi und Dzsenifer Marozsan überbrückten nach einem Einwurf tief in der eigenen Hälfte mit zwei wunderbaren Diagonalpässen das gesamte Spielfeld, Lena Lotzen bewies im Abschluss die nötige Kaltschnäuzigkeit, um aus zwölf Metern mit dem ersten deutschen Turniertreffer die 1:0-Führung zu erzielen. Für die 19 Jahre alte Stürmerin von Bayern München war es das erste Länderspieltor im zwölften Spiel.

Endlich kreativer

Einmal mehr war es Gudbjörg Gunnarsdotti, die kurz vor der Pause einen Volleyschuss von Celia Okoyino parierte.  Zehn Minuten nach der Halbzeit hatte die deutsche Top-Torjägerin dann mehr Glück: Nach einem Gewaltschuss von Leonie Maier traf Celia Okoyino per Abstauber zum 2:0 ins leere Tor. Für die künftig für den FFC Frankfurt spielende Mittelstürmerin war es nach 17 Treffern in der Qualifikation der erste Treffer im Endturnier.

Das deutsche Offensivspiel wurde nun kreativer, obwohl die Isländerinnen ihrer sehr defensiven Grundordnung treu blieben, um eine höhere Niederlage zu vermeiden. In der 84 Minute ließ Celia Okoyino den nächsten Treffer nach einer feinen Flanke der eingewechselten Lira Bajramaj folgen. „Das war heute sehr, sehr gut. Zum einen haben wir gegen den Ball sehr kompakt gestanden und keinen Zweifel aufkommen lassen“, sagte Bundestrainerin Silvia Neid. In der Defensive hatten die Deutschen den Gegner bei seinen spärlichen Offensivbemühungen tatsächlich sicher im Griff. Die Isländerinnen bleiben deshalb auch nach nun 13 Duellen mit Deutschland ohne Sieg und seit 1987 ohne jeden Torerfolg.

Ein Punkt zum Gruppensieg

Spielführerin Nadine Angerer, die am Spieltag das Geheimnis um ihren neuen Klub in Australien gelüftet hatte und von September an für Brisbane Roar in der australischen Profiliga spielen wird, war im Tor nahezu folgerichtig 90 Minuten lang beschäftigungslos. Das sollte sich am kommenden Mittwoch im abschließenden Gruppenspiel gegen Norwegen (Mittwoch, 18 Uhr/ARD), das am Sonntag die Niederlande mit 1:0 geschlagen und  wie die Deutschen vier Punkte auf dem Konto hat, ändern.

Frauen-EM Deutschland - Island © dpa Vergrößern Torjägerinnenarbeit: Celia Okoyino da Mbabi staubt ab

Dann benötigt das Team von Bundestrainerin Silvia Neid noch einen Punkt für die sichere Qualifikation für das Viertelfinale, der dann auch den Gruppensieg sichern würde. Dank der guten Tordifferenz ist eine Qualifikation für die K.O.-Runde allerdings selbst im Fall einer Niederlage zumindest als einer der beiden besten Gruppendritten wahrscheinlich. Gegen Norwegen wird allerdings Jennifer Cramer fehlen: Die Linksverteidigerin aus Potsdam handelte sich gegen Island bereits die zweite Gelbe Karte im Turnierverlauf ein, die zu einer Sperre für das kommende Spiel führt.

Quelle: FAZ.NET

 
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