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Frauen-Länderspiel Ein Fußballfest zum Ende einer Ära

23.04.2009 ·  Die Kulisse beim 1:1 zwischen Deutschland und Brasilien war mit 44.825 Zuschauern einmalig, das Spiel Werbung für Frauenfußball. Nur bei Birgit Prinz flossen Tränen. Nun stellt sich die Frage, ob sie bei der WM 2011 noch mitspielen wird.

Von Daniel Meuren, Frankfurt
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So hatte sich Birgit Prinz den Auftritt in ihrer Heimatstadt Frankfurt vermutlich nicht in ihren düstersten Vorahnungen ausgemalt. Da spielte die deutsche Nationalmannschaft neun Jahre nach dem bislang einzigen Länderspiel in der Frauenfußball-Hauptstadt Deutschlands (im Jahr 2000 beim 3:0-Sieg gegen Italien) endlich wieder einmal in Frankfurt. Wochenlang wurde die Partie mit Bildern von Birgit Prinz und ihrer brasilianischen Widersacherin Marta beworben. Dann fand das Spiel sogar vor der neuen europäischen Rekordkulisse von 44.825 Zuschauern gegen den WM-Zweiten Brasilien statt - und nun musste der deutsche Frauenfußballstar schon nach 40 Minuten mit einer Verletzung vom Feld.

Minutenlang saß die deutsche Rekordnationalspielerin weinend auf der Ersatzbank, ehe sie für weitere Untersuchungen ins Krankenhaus gebracht wurde, während ihre Mitspielerinnen in einem tollen Schlagabtausch gegen Brasilien ein 1:1 nach Treffern von Anja Mittag (24.) und Maurine (35.) erspielten (siehe auch: Frauenfußball-Länderspiel: Gala vor 44.825 Zuschauern). Die dreifache Weltfußballspielerin hat sich die fünfte Rippe gebrochen, weswegen sie schon beim Ausgleichstreffer unmittelbar vor ihrer Auswechslung die Torschützin Maurine nicht energisch genug stören konnte. Damit fehlt Birgit Prinz ihrem Verein, dem 1. FFC Frankfurt, sehr wahrscheinlich für den Rest der Saison. Die EM im August in Finnland hat die Stürmerin aber fest im Visier.

Die neuerliche Verletzung passt in die verkorkste Saison der deutschen Vorzeigespielerin: Mit ihrem Klub FFC Frankfurt beendet sie sehr wahrscheinlich erstmals seit 2004 eine Saison ohne Titel. Für Prinz selbst waren die vergangenen Monate zudem die verletzungsreichsten ihrer Karriere. Erst vor kurzem hatte sie sich von monatelangen Beschwerden an Wade und Achillessehne erholt. Der neuerliche Rückschlag dürfte nun auch die Gerüchte um ihr mögliches Karriere-Ende noch vor der Weltmeisterschaft 2011 anheizen. Erst in den vergangenen Tagen sagte die 31 Jahre alte Angreiferin, dass sie nur bei guter körperlicher Verfassung die Heim-Weltmeistrschaft spielen wolle.

Ein Wendepunkt für die deutsche Frauenfußball-Hochburg

Gewissermaßen steht der traurige Abgang von Birgit Prinz von der fantastischen Bühne in der Frankfurter WM-Arena aber auch symptomatisch für die sinkende Bedeutung des Frankfurter Frauenfußballs für das Wohl und Ehe der deutschen Nationalmannschaft. Als die Sturmführerin auf dem Weg ins Krankenhaus war, standen neben Torhüterin Nadine Angerer nur noch zwei Spielerinnen des FFC, Saskia Bartusiak und Kerstin Garefrekes auf dem Feld - so wenige Akteurinnen mit Frankfurter Herkunft gab es im gesamten vergangenen Jahrzehnt nicht im Nationaltrikot.

„Ich finde das sehr positiv, dass wir nicht mehr auf diese Blockbildung angewiesen sind, weil ich somit bei der Nationalmannschaft nicht von den Problemen eines Vereins abhängig bin“, sagte Bundestrainerin Silvia Neid zu der Entwicklung. Auch wenn Garefrekes bis zu ihrer Auswechslung in der 71. Minute eine gewohnt solide Leistung auf der rechten Außenbahn ablieferte und Bartusiak auf der ungewohnten Position als Innenverteidigerin überzeugte, setzten jedoch anders als in der jüngeren Vergangenheit bei den beiden beiden aktuellsten (2001 und 2005) von insgesamt sechs EM-Siegen und den zwei WM-Titelgewinnen (2003 und 2007) Spielerinnen anderer Vereine die Akzente. So die junge Hamburgerin Kim Kulig, die Münchnerin Melanie Behringer und die Duisburgerin Linda Bresonik.

„Ich denke, dass das die Entwicklung in der Bundesliga widerspiegelt, wo es auch immer enger wird und andere Vereine aufgeholt haben“, sagte Kerstin Garefrekes. „Es wird wohl nie wieder so sein, dass der FFC sechs oder sieben Spielerinnen in der Stammelf der Nationalmannschaft stellen wird.“ Womöglich markierte also ausgerechnet das in jeder Hinsicht beachtliche zweite Länderspiel in Frankfurt das Ende der deutschen Frauenfußballhauptstadt, die in den vergangenen 14 Spielzeiten mit dem (zwischenzeitlich untergegangenen) FSV und dem FFC insgesamt neun Mal den Deutschen Meister stellte.

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Jahrgang 1973, Sportredakteur.

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