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Frankfurter Fußball-Stadion Die große Geldmaschine

Die Frankfurter Fußball-Arena ist ein lukratives und gut zu vermarktendes Stadion. Der Deutsche Fußball-Bund profitiert kräftig vom Länderspieltest gegen Argentinien. Der durchschnittliche Erlös durch die Eintrittskarten liegt bei 2,2 Millionen Euro.

© Bergmann, Wonge Vergrößern Jubel, Trubel, Länderspiel:Die Frankfurter Arena ist ein stimmungsvolles und ertragreiches Stadion

Die Fußballstimmung im Lande wieder anfachen, dafür will die deutsche Nationalmannschaft ihren Auftritt an diesem Mittwoch in Frankfurt gegen die Auswahl Argentiniens nutzen. Nach der EM-Enttäuschung geht es bei dem hochwertigen Länderspieltest doch vor allem um einen vielversprechenden Neustart auf dem Platz. „Die Sache ist gegessen, wir müssen jetzt nach vorne schauen“, sagt Marko Reus, der gerade zum deutschen „Fußballer des Jahres“ gewählt wurde. Während sportlich erst zurückgekämpft werden muss, läuft die Nationalmannschaft auf einem anderen Gebiet schon wieder auf Hochtouren.

Das Spiel in Frankfurt ist ein gutes Beispiel dafür, welche wirtschaftliche Bedeutung die erste Fußballelf des Landes für den Deutschen Fußball-Bund (DFB) hat. Am Dienstagmittag waren nach Informationen des Verbandes nur noch 1850 der etwa 51.000 Eintrittskarten verfügbar - die Tageskasse am Stadion öffnet an diesem Mittwoch (18.15 Uhr) nur dann, wenn Restkontingente von gestern übrig geblieben sind.

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Um die neun Millionen Euro kann der DFB pro Länderspiel einnehmen, wenn es in Deutschland stattfindet. Und die moderne Frankfurter Arena ist ein lukratives, gut zu vermarktendes Stadion. Der durchschnittliche Erlös durch die Eintrittskarten liegt pro Partie bei rund 2,2 Millionen Euro. Dazu kommt eine Million Euro, die der Verband für jede Partie aus der Bandenwerbung von der Partneragentur Infront erhält.

Der größte Geldbatzen kommt vom Fernsehen, da zahlen ARD und ZDF über den ausgehandelten TV-Vertrag etwa vier Millionen Euro für jedes Spiel - unabhängig von der sportlichen Stärke oder Attraktivität des Gegners. Hinzu kommen die Einnahmen aus dem Verkauf der sogenannten Hospitality-Pakete auf den „teuren“ Plätzen und in den Logen. Die Preise für diese Sonderarrangements liegen bei 400 Euro (Sitzplatz auf der Haupttribüne, Parkschein, Getränke und Essen) pro Person - etwa 1.600 Pakete sollen in Frankfurt für das Argentinien-Spiel verkauft worden sein. Nur die Stadien in Dortmund, Berlin und München sind im Vergleich mit Frankfurt noch ein Stück besser zu vermarkten - allein durch ihre größere Zuschauerkapazität.

Länderspiele sind Win-Win-Situationen

Gern gesehen ist der DFB-Tross bei der Frankfurter Betreibergesellschaft des Stadions. Länderspiele sind Win-Win-Situationen. Zuletzt hat ein Spiel der Nationalmannschaft vor der WM 2010 hier stattgefunden - gegen Bosnien-Hercegovina. Der DFB hatte zuletzt jedes Jahr die Arena in Frankfurt gebucht, im vergangenen Jahr zur Frauenfußball-WM. Stadion-Geschäftsführer Patrik Meyer will zwar nicht sagen, was der Verband an Miete zahlt - doch soll die Summe in der Nähe der Mieteinnahmen für eine Partie der Frankfurter Eintracht liegen. Der Bundesligaaufsteiger wendet annähernd acht Millionen Euro für 17 Heimspiele auf - das sind rund 470000 Euro pro Partie. Die Frankfurter Betreibergesellschaft ist bei Länderspielen zusätzlich an Ticketeinnahmen und der Hospitality-Vermarktung beteiligt. Der DFB hat mit allen Stadionbetreibern in Deutschland, die für Länderspiele in Frage kommen, einen Rahmenvertrag abgeschlossen - jeder Ausrichter erhält demnach dieselben Grundkonditionen. „Das ist fair und vermeidet ein Hochschaukeln der Preise unter den möglichen Anbietern“, sagt Meyer.

Bild DFB-Team Volle Konzentration: Bundestrainer Löw (Mitte) schwört seine Spieler auf das Länderspiel ein © dpa Bilderstrecke 

Der Sommer ist für die Frankfurter Betreibergesellschaft eine heiße Phase. 14 Veranstaltungen haben in den vergangenen drei Monaten nach der Fußballsaison in der einstigen WM-Arena stattgefunden - vom Public Viewing während der EM bis zu einer Massenveranstaltung der Zeugen Jehovas. Übernächstes Wochenende startet die Eintracht im Stadion in die Bundesligasaison. Aber zunächst steht das Länderspiel gegen den früheren Weltmeister Argentinien auf dem Programm. Für alle Beteiligten ein wichtiger Geschäftstermin: Beim DFB ist die Nationalmannschaft der bedeutendste Finanzposten, 70 Prozent des Umsatzes findet über sie statt. Allein die Sponsoringeinnahmen steigerten sich dadurch in den vergangenen zehn Jahren um 330 Prozent. Da lohnt es sich, über eine starke Mannschaft zu verfügen.

Die WM-Qualifikationsspiele der Fußball-Nationalmannschaft

07.09.2012 Deutschland - Färöer (Hannover)
11.09.2012 Österreich - Deutschland (Wien)
12.10.2012 Irland - Deutschland (Dublin)
16.10.2012 Deutschland - Schweden (Berlin)
22.03.2013 Kasachstan - Deutschland (Astana)
26.03.2013 Deutschland - Kasachstan (Nürnberg)
06.09.2013 Deutschland - Österreich (München)
10.09.2013 Färöer - Deutschland (Tórshavn)
11.10.2013 Deutschland - Irland (Köln)
15.10.2013 Schweden - Deutschland (Ort offen)

Nur der Gruppensieger qualifiziert sich direkt für die Endrunde der Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien.

Quelle: F.A.Z.

 
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