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Dienstag, 18. Juni 2013
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Fifa Untersuchung auch gegen Blatter

 ·  Die Präsidentenwahl wird immer dubioser: Die Fifa ermittelt nun gegen ihren eigenen Präsidenten. Joseph Blatter wehrt sich gegen Vorwürfe.

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Fünf Tage vor der Präsidentschaftswahl beim Fußball-Weltverband (Fifa) gerät auch Amtsinhaber Joseph Blatter zunehmend unter Druck. Die Fifa-Ethikkommission leitete am Freitag im Zusammenhang mit den Bestechungsvorwürfen um die WM-Vergabe 2022 eine Untersuchung gegen den Schweizer ein. Blatter hat bis diesen Samstag (11 Uhr) Gelegenheit, zu den von Herausforderer Mohamed bin Hammam aus Qatar gegen ihn erhobenen Vorwürfen Stellung zu nehmen.

Tags darauf müssen sich beide Kandidaten der Anhörung der Ethikkommission unter Vorsitz des Namibiers Petrus Damaseb stellen. „Ich kann zum Verfahren, das heute gegen mich eröffnet wurde, keine Stellung nehmen. Die Fakten werden für sich selbst sprechen“, ließ der 75 Jahre alte Chef des Weltverbandes am Freitag mitteilen. Bin Hammam sieht der Anhörung am Sonntag nach eigenen Worten gelassen entgegen. „Ich habe keine Angst, alle Fragen zu beantworten, die die Ethikkommission mir stellt. So lange das Komitee ein faires Verfahren garantiert, habe ich nichts zu befürchten.“

Bin Hammam forderte Untersuchung

Präsidentschaftskandidat bin Hammam hatte dem Amtsinhaber vorgeworfen, von angeblichen Zahlungen an Fifa-Mitglieder aus der Karibik gewusst, aber nichts dagegen unternommen zu haben. Blatter wurde deshalb wie bin Hammam und drei weitere hochrangige Funktionäre – Fifa-Vizepräsident Jack Warner aus Trinidad & Tobago sowie Debbie Minguell und Jason Sylvester von der Karibischen Fußball-Union – zur Anhörung bestellt. Die Maßnahmen gegen den Präsidenten stehen laut Weltverband in Einklang mit Artikel 16 des Fifa-Ethikkodex.

Bin Hammam hatte die Kommission am Donnerstag dazu aufgefordert, eine Untersuchung gegen Blatter einzuleiten. Zugleich wies der Qatarer in einer Erklärung noch einmal alle gegen ihn erhobenen Bestechungsvorwürfe entschieden zurück. (siehe auch: Fifa-Machtkampf: Ermittlungen gegen bin Hammam)

Wahl mit Zweifeln

Wenige Stunden nach einem Treffen mit dem 75-Jährigen beim Meeting der Fifa-Finanzkommission in Zürich griff bin Hammam den Schweizer auch persönlich scharf an. Es sei ein Teil des Planes gewesen, ihn so kurz vor der Präsidentschaftswahl am 1. Juni in Misskredit zu bringen und ihn sogar zu einer Aufgabe seiner Kandidatur zu bewegen, hieß es in einer Erklärung von bin Hammam.

Das Votum der Ethikkommission könnte die ganze Wahl infrage stellen, bei der bin Hammam am kommenden Mittwoch in Zürich als krasser Außenseiter gegen Blatter gilt, der seine vierte Amtszeit anstrebt. Im Herbst vergangenen Jahres hatte das Gremium auf Bestechungsvorwürfe im Vorfeld der WM-Vergabe mit der Suspendierung der Exekutivmitglieder Amos Adamu (Nigeria) und Reynald Temarii (Tahiti) reagiert.

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