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Fifa Blatter muss lernen

 ·  Ein möglicher Sündenfall zweier Exekutivmitglieder erschüttert die Fifa: Sie sollen bereit gewesen sein, ihre Stimmen bei der WM-Vergabe zu verkaufen. Eine Synchronisierung der Fifa-Regularien mit denen des IOC ist wohl unausweichlich

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Das Exekutivkomitee des Internationalen Fußballverbandes (Fifa) musste man sich auch vor dem Bekanntwerden der aktuellen Affäre rund um das Thema Käuflichkeit (siehe: Korruptionsverdacht: Fifa-Spitzen droht der Rauswurf und WM 2018 und 2022 : Fußball-Weltverband Fifa droht Korruptionsskandal) nicht als ein Gremium vorstellen, in dem ein Ehrenmann neben dem anderen sitzt. Dafür weichen die Lebensläufe und Lebensgeschichten seiner 24 Mitglieder zu weit voneinander ab. Außerdem weiß inzwischen jeder Sportsfreund, dass selbst in der Exekutive des honorigen Internationalen Olympischen Komitees (IOC) nicht zu jeder Zeit lauter unbescholtene, integre Persönlichkeiten zusammenwirkten. Der Skandal rund um die erfolgreiche Bewerbung Salt Lake Citys als Austragungsort der Olympischen Winterspiele 2002 ist noch in guter Erinnerung.

Dabei ging es um Korruption, unerlaubt üppige Zuwendungen und andere manipulative Beeinflussungsversuche. Das IOC hat reagiert und sich seitdem strengen Regeln im Umgang mit den olympischen Bewerbern unterworfen. Der nun von der Zeitung „Sunday Times“ mit eigentlich unlauteren Methoden aufgedeckte mögliche Sündenfall der Fifa-Spitzenfunktionäre Temarii und Adamu zeigt vorbehaltlich seiner Abwicklung, dass das gegenwärtige Instrumentarium des Weltfußballverbandes zum Schutz gegen Delikte wie Bestechung und Bestechlichkeit nicht auszureichen scheint.

Eine Synchronisierung der Fifa-Regularien mit denen des IOC ist, das ist die erste Lehre aus der Skandalgeschichte, wohl unausweichlich. Sie führte bei den beiden größten und wichtigsten Weltorganisationen im Sport auch auf diesem Feld zu einer Übereinstimmung der Spielregeln wie es sie inzwischen auch – mit leichten Nuancen – bei der Dopingbekämpfung gibt.

Doppel-Vergabe als Risiko?

Die Fifa, an ihrer Spitze Präsident Joseph Blatter, muss sich sputen, die Causa Temarii/Adamu vollständig aufzuklären und gegebenenfalls abzuurteilen, soll der jetzt schon große Schatten über dem sehr heterogen zusammengesetzten Regierungsorgan dieser Fußballweltmacht nicht erdrückend werden. Notfalls müssten Blatter und seine Mitstreiter sogar bereit sein, die Vergabe der Weltmeisterschaften 2018 und 2022 um ein paar Monate zu verschieben, sollten sich weitere Verdachtsmomente für Käuflichkeit und unkorrektes Handeln finden. Ein „Weiter so“ ist, unabhängig von der Schuldfrage in den beiden Einzelfällen, jedenfalls unvorstellbar.

Womöglich war es auch ein Fehler, gleich beide Weltereignisse an einem Dezembertag in Zürich vergeben zu wollen. Das mag den sauberen und unsauberen Kampf hinter den Kulissen zusätzlich befeuert und die Neigung, vorweg illegal mit zu kassieren, befördert haben. Wer wie die Fifa alle Mitgliedsverbände in einer Art globalem Entwicklungshilfeprogramm alimentiert, darf sich am Ende auch nicht wundern, wenn da jemand etwas falsch versteht und noch einmal die Hand aufhält. Geben und nehmen sind nicht immer selig.

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