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FC St. Pauli aufgestiegen Der Starclub ist wieder da

26.05.2007 ·  Der FC St. Pauli ist „back from hell“. Den braun-weißen Fußball-Piraten reichte am vorletzten Regionalliga-Spieltag ein 2:2 gegen Dynamo Dresden, um die Rückkehr in die Zweite Bundesliga perfekt zu machen. Die Party danach wurde von Ausschreitungen überschattet.

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„Back from hell“ - der Aufdruck auf den schweißdurchnässten und biergetränkten Aufstiegs-T-Shirts brachte die Stimmung beim FC St. Pauli und seinen Fans auf den Punkt. Nach vier Jahren Drittklassigkeit weht wieder die Totenkopffahne über dem Bundesliga-Unterhaus.

Mit einem 2:2 (1:1) gegen Dynamo Dresden enterten die braun-weißen Fußball-Piraten endgültig die zweite Liga. Nach dem erlösenden Abpfiff kugelten die Kiez-Kicker ausgelassen wie kleine Kinder über den Rasen des mit 15.300 Zuschauern seit Monaten ausverkauften Millerntor-Stadions, genossen Bier und ein spektakuläres Feuerwerk.

„Eine neue Liga ist wie ein neues Leben“

Ab Mitternacht dann wurde vor 20.000 weiteren Fans auf dem Balkon vom Theater „Schmidt's Tivoli“, im Besitz von Präsident Corny Littmann, bis in den frühen Morgen getanzt, gelacht und gesungen. Dort auf dem Spielbudenplatz hatten St. Pauli-Anhänger ohne Eintrittskarte das Spiel auf einer Großbildleinwand verfolgt. „Bis zur letzten Sekunde hatte ich Angst, dass noch was schief gehen könnte. Dieses irre Erlebnis haben sich die Jungs erarbeitet, sie haben es sich verdient“, sagte Trainer Holger Stanislawski, einen Aufstiegsring mit Gravur am Finger.

Der 37-Jährige, 1995 und 2001 als Spieler mit St. Pauli in die Bundesliga aufgestiegen, steht kurz vor einer Vertragsverlängerung, denn: Stanislawski übernahm den hanseatischen Kult-Klub kurz vor Ende der Hinrunde als Nachfolger von Coach Andreas Bergmann auf dem zwölften Tabellenplatz und führte ihn mit 40 Punkten aus 19 Spielen zurück in Liga zwei.

Vier neue Tribünen für das Millerntor

Und als die Kiez-Kicker ein Transparent mit der Aufschrift „Eine neue Liga ist wie ein neues Leben“ entrollten, bekam sogar Klubboss Littmann feuchte Augen. „Endlich sind wir raus aus der dritten Liga. Ich bin restlos begeistert und überzeugt davon, dass diese Truppe auch in der zweiten Liga bestehen wird.“

Pünktlich zum Aufstieg verbessern sich auch die Rahmenbedingungen für den Kampf um den Klassenerhalt. Bis zum Saisonstart am zweiten August-Wochenende soll die erste von vier neuen Tribünen des Millerntor-Stadions weitgehend fertig gestellt sein. Bis 2014, so ist es geplant, wird die arg in die Jahre gekommene Arena grundsaniert und auf eine Kapazität von 30.000 Plätzen erweitert.

Randale am Rande der Party

Die grundsätzlich fröhliche Stimmung auf dem Heiligengeistfeld wurde allerdings von Ausschreitungen getrübt. Nach dem Spiel hatten sich zunächst Fangruppen beider Mannschaften mit Bierflaschen und Steinen beworfen. Die Polizei setzte Wasserwerfer und Schlagstöcke ein und nahm bei den Krawallen 20 Personen fest.

Etwa 600 Fans hatten sich nach Abpfiff des Fußballspiels an einem U-Bahnhof versammelt, darunter 200 Randalierer aus dem linksextremen Spektrum. Mehrere hundert Polizisten versuchten zunächst, die Fanlager voneinander zu trennen. Die Anhänger von Dynamo Dresden wurden aufgefordert, zu bereitgestellten U-Bahn-Zügen zu gehen. Die Hamburger Fans reizten die Anhänger des früheren DDR-Meisters mit „Nazis raus“-Rufen.

Dagegen blieb es auf der benachbarten Reeperbahn, wo rund 35.000 Fans den Aufstieg des FC St. Pauli in die 2. Bundesliga feierten, friedlich.

Fußball, Regionalliga Nord, 37. Spieltag
FC St. Pauli - Dynamo Dresden 2:2 (1:1)
FC St. Pauli: Borger - Lechner, Morena, Eger, Rothenbach - Takyi (86. Mazingu-Dinzey), Boll, Meggle, Schultz (63. Bruns) - Braun, Kuru (63. Sako)
Dynamo Dresden: Herber - C. Cozza, Stocklasa, Ernemann, Pelzer - Knackmuß (84. Hensel), Hauser (78. Lerchl) - Ulich, David - Vorbeck (39. Würll), Koejoe
Schiedsrichter: Meyer (Burgdorf)
Tore: 1:0 Takyi (14., Foulelfmeter), 1:1 David (45.). 2:1 Rothenbach (83.), 2:2 Hensel (90.)
Zuschauer: 15.300 (ausverkauft)
Gelbe Karten: Rothenbach - Ernemann, Hauser, Knackmuß

Quelle: FAZ.NET mit sid, AP
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