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FC Sion-Präsident Constantin : „Bei mir wäre Platini Assistent des Chauffeurs“

  • Aktualisiert am

Bereit zum Kampf: Christian Constantin Bild: REUTERS

Christian Constantin will nicht Wilhelm Tell sein. Aber der Präsident des FC Sion kämpft gegen die „Tyrannei der Verbände. Im Interview spricht er über Benachteiligungen seine Klubs FC Sion und Missstände im Fußball.

          Seit vergangenem August liegt der FC Sion mit seinem Präsidenten Christian Constantin an der Spitze im Rechtsstreit mit den internationalen Fußballverbänden Fifa, Uefa und dem Nationalverband der Schweiz. Der Verein soll gegen ein Transferverbot verstoßen haben, das die Fifa wegen Unregelmäßigkeiten bei der Verpflichtung des ägyptischen Torhüters El Hadary im Jahr 2008 verhängt hatte. Der Klub verpflichtete im Sommer 2011 dennoch sechs neue Spieler, die auch vom Schweizer Ligaverband lizenziert wurden. Weil Sion diese Profis der Europa League eingesetzt hatte, wurde der Klub aus dem Wettbewerb ausgeschlossen. Zudem erzeugte die Fifa vor Jahresende unter Androhung von Sanktionen gegen die Nationalmannschaft und den Ausschluss sämtlicher Klubs aus internationalen Wettbewerben Druck auf den Schweizer Verband, um eine Strafe für den FC Sion auch auf nationaler Ebene zu erzwingen.

          Der Verband beugte sich und verhängte einen Abzug von 36 Punkten in der Liga. Die Fifa wirft dem Verein und den sechs Spielern vor, entgegen den Statuten die Sportgerichtsbarkeit nicht anzuerkennen und ordentliche Gerichte eingeschaltet zu haben. Diese hatten in den meisten Verfahren dem FC Sion und den Anliegen der Spieler recht gegeben unter anderem mit Verweis auf das Recht auf freie Berufsausübung. Wegen dieser Zwischenerfolge vor der Justiz sehen viele das System der Sportgerichtsbarkeit mit dem Internationalen Sportgerichtshof Cas an der Spitze gefährdet (der im Fall Sion stets den Verbänden recht gab). Derzeit sind neben dem Cas mehrere ordentliche Gerichte in der Schweiz mit dem Fall befasst. Präsident Constantin, im Hauptberuf international operierender Architekt, ist zuzutrauen, dass er durch alle Instanzen bis hin zu europäischen Gerichten für seine Überzeugung kämpft.

          Sie wurden wegen Ihres Kampfs gegen die Fußballverbände zuletzt mit Asterix, Robin Hood und auch Wilhelm Tell verglichen. Was gefiel Ihnen am besten?

          Ich mag keinen dieser Vergleiche. Asterix oder Wilhelm Tell sind Legende. Ich aber lebe in der Realität. Was rund um den FC Sion passiert, ist wirklich.

          Akzeptieren Sie den Vergleich mit Jean-Marc Bosman, der in den neunziger Jahren mit einer Klage gegen die Verweigerung seiner Wechselfreigabe vor ordentlichen Gerichten die Transfermodalitäten im Profisport über den Haufen warf?

          In der Sache geht es bei uns um etwas komplett anderes, aber die Situation ist vielleicht ähnlich. Bosman war gezwungen, unter dem Gesetz des Fußballs zu arbeiten, der ihn der Freiheit der Berufswahl beraubt hatte. Der Sport hatte aber nicht das Recht, die Spieler wie Gefangene zu halten. Jetzt ist es so, dass die beiden Autoritäten des Fußballs, also Fifa und Uefa, versuchen, die Klubs als Sklaven ihrer Entscheidungen zu halten. Sie behaupten, eine echte, kompetente Sportjustiz zu haben, und zwingen alle Athleten, vor den Internationalen Sportgerichtshof Cas zu ziehen.

          Constantins Gegner: Uefa-Präsident Platini und Fifa-Chef Blatter

          Der Cas gilt als große Errungenschaft...

          Der Cas hat den Namen eines Gerichts, mehr aber auch nicht damit gemein. In der Wirklichkeit ist er ein Marionettentheater. Der Cas wurde installiert unter Samaranch, einem Francisten. Mehr muss man wohl nicht sagen.

          Wir würden aber gerne mehr wissen ...

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