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Europa League gegen Amsterdam : Der Schalker Kredit ist aufgebraucht

  • -Aktualisiert am

Das Hinspiel in Amsterdam endete 0:2 – diesen Rückstand muss Schalke nun aufholen. Bild: AFP

Die Chancen für Königsblau stehen im Viertelfinal-Rückspiel gegen Amsterdam schlecht. Schalkes Trainer Weinzierl muss seine Spieler dazu bringen, sich von der besten Seite zu zeigen. Besonders ein Spieler steht dabei im Vordergrund.

          Als Profi des FC Sevilla hat Verteidiger Coke die Europa League dreimal nacheinander gewonnen. Inzwischen steht der Spanier in Diensten des FC Schalke 04. Und er wird den Wettbewerb nicht ein viertes Mal gewinnen, jedenfalls nicht in dieser Saison. Seinen Kreuzbandriss hat Coke inzwischen zwar überwunden, aber für den Europapokal ist er nicht gemeldet. Auch für Cokes Kollegen in Königsblau stehen die Chancen schlecht, auf der internationalen Bühne noch etwas Außergewöhnliches zustande zu bringen. Gegen Ajax Amsterdam müssten sie im Viertelfinal-Rückspiel an diesem Donnerstagabend (21:05 Uhr/ Live bei Sky und im Europa-League-Ticker bei FAZ.NET) ein 0:2 wettmachen, um noch das Halbfinale zu erreichen.

          Das wäre an sich schon schwer genug, doch die Gelsenkirchener reichten wenige Tage nach dem schwachen Auftritt in Amsterdam einen Stimmungskiller nach und blamierten sich mit einer Niederlage gegen den Bundesliga-Letzten Darmstadt, der fünf Wochen vor dem Saisonende so gut wie abgestiegen ist. „Wir müssen wieder aufstehen und den Leuten zeigen, dass Schalke ein großes Team ist“, sagt Coke. Das versuchen sie schon die ganze Saison – weitgehend ohne Erfolg.

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          Ein „großes Team“, das ist aktuell ein (zu) großes Wort für eine Mannschaft, die zwischen internationalen Ambitionen und Abstiegsgefahr, zwischen Hoffen und Bangen vor sich hin dümpelt. Unter der Regie von Markus Weinzierl hat die Mannschaft auf dem Fußballplatz keine erkennbaren Fortschritte gemacht. Gegen Ajax wird er seine Spieler dazu bringen müssen, sich von ihrer besten Seite zu zeigen.

          Nur wenn Schalke in dieser Partie mit Lust und Leidenschaft zu Werke geht und es wenigstens noch einmal spannend macht, dürfen Trainer und Mannschaft auch im Falle eines Scheiterns auf weiteren Kredit bei den Fans hoffen, die bisher erstaunlich ruhig geblieben sind, vor allem gemessen an den Ansprüchen und der Ungeduld, mit der andere Trainer in den vergangenen Jahren konfrontiert waren.

          Auftritte wie zuletzt in Amsterdam und Darmstadt, aber auch in vielen anderen Spielen könnten die Stimmung zum Kippen bringen. Lange ist es Weinzierl immerhin gelungen, das Publikum hinzuhalten mit dem Hinweis auf die ersten fünf (in Serie) verlorenen Ligaspiele oder auf die mitunter hohe Zahl verletzungsbedingter Ausfälle.

          Zuletzt stellte er immer wieder fest, der Mannschaft fehle es an Konstanz – ein Befund, der sich beim Blick auf die Ergebnisse jedem Laien sofort erschließt. Ein wirksames Mittel gegen diesen Mangel scheint bisher nicht gefunden. Oder es ist noch geheim; so geheim, dass Weinzierl das Training in dieser Woche unter Ausschluss der Öffentlichkeit abhält, damit ja niemand späht oder stört.

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          Die Mannschaft abzuschotten ist im Profifußball zwar längst üblich, aber Schalke hat lange versucht, unter der Woche eine gewisse räumliche Nähe zu den Fans zuzulassen, schon um sich von anderen abzuheben, etwa vom Revierrivalen Dortmund. Am Spieltag setzen die Profis dann wieder auf ein wachsendes Wir-Gefühl. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass uns am Donnerstag jemand weniger unterstützt, nur weil das Training nicht öffentlich ist“, sagt Leon Goretzka.

          Zuversicht schöpfen die Gelsenkirchener aus dem Achtelfinale gegen Gladbach. Nach einem 1:1 im Hinspiel hatten sie auswärts zur Pause 0:2 zurückgelegen und dann – für viele überraschend – noch die beiden Tore geschossen, die sie zum Weiterkommen brauchten. Im Vergleich zu jener Partie sieht Weinzierl seine Mannschaft sogar leicht im Vorteil. „In Gladbach haben wir es in der zweiten Halbzeit geschafft, das 0:2 zu drehen. Jetzt haben wir sogar neunzig Minuten Zeit.“

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          Quelle: F.A.Z.

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