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FC Porto Wirtschaftswunder gibt es immer wieder

Der FC Porto ist das größte Import-Export-Unternehmen im Weltfußball. Der Champions-League-Teilnehmer verpflichtet günstig Südamerikaner und verkauft sie später als Stars für ein Vielfaches.

© dpa Vergrößern Ein Superheld bringt Geld: Hulk (rechts) trifft mit St. Petersburg auf seine alten Kollegen aus Porto

100 Millionen Euro soll Real Madrid im August für Gareth Bale hingeblättert haben. Auch wenn es inzwischen doch „nur“ 91 Millionen gewesen sein sollen und Cristiano Ronaldo mit 94 Millionen Ablöse damit der teuerste Spieler der Welt blieb - der Wahnwitz solcher Summen wurde vor Beginn der Saison in ganz Europa diskutiert.

Für André Villas-Boas, den Trainer der Tottenham Hotspurs, denen Bales Verkauf die Kasse füllte, dagegen sind solche Ausschläge auf dem Fußballer-Basar völlig normal. Der Transfermarkt benehme sich „wie jeder andere Markt auch“, so Villas-Boas im Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. „Ein Markt, in dem es viel Geld gibt und in dem viel Geld in Spieler investiert wird. Aber ich glaube auf eine natürliche Art und Weise.“

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Am Rande von Europa mit Blick auf den Fluss Douro und den Atlantik gibt es einen Klub, bei dem Villas-Boas vorher arbeitete und der wie kaum ein anderer von der „natürlichen“ Art und Weise dieses Marktes profitiert - indem er Spieler für das unersättliche europäische Fußballgeschäft liefert: Spieler, günstig erworben, vor allem in Lateinamerika, und für ein Vielfaches weiterverkauft. In den vergangenen zehn Jahren hat der FC Porto auf diese Weise einen Transferüberschuss von mehr als 300 Millionen Euro erwirtschaftet.

„Man sucht Spieler aus, die am Anfang stehen und weniger bekannt sind“, sagt Klub-Veteran Vitor Baia, der mit Porto zehn Meistertitel und die Champions League 2004 gewann. „Ihre Qualitäten zu potenzieren, sie unter die Besten der Welt zu bringen und für unkalkulierbare Werte zu verkaufen - das ist das große Geheimnis des Klubs.“

Mehrere hundert Scouts beim FC Porto

Als Profis in den siebziger Jahren begannen, aus Portugal in andere Länder Europas zu wechseln, begann man in Porto, die Lücken mit Spielern aus Lateinamerika zu füllen - vor allem aus Brasilien wegen der kulturellen und sprachlichen Nähe zwischen früherer Kolonie und Kolonialmacht und auch wegen der damals noch günstigen Preise für Brasilianer. Inzwischen sind sie teuer, und so suchten sich die Portuenser neue Märkte.

Während der zuvor für 16 Millionen Euro aus Tokio geholte Brasilianer Hulk für die Rekordablöse des Jahres 2012 (55 Millionen Euro) zu Zenit Sankt Petersburg - am Dienstag (18.00 Uhr / Live im Champions-League-Ticker bei FAZ.NET) Gegner in der Königsklasse - gewechselt war, stießen die Portugiesen zuletzt auf Kolumbianer: zuerst Radamel Falcao (für 5,4 Millionen Euro aus Argentinien geholt, für 47 Millionen an Atlético Madrid verkauft), dann James Rodríguez (für 7,3 Millionen Euro gekommen, für 45 Millionen an den AS Monaco verkauft); dann Jackson Martínez und als bisher Letzter der 20-jährige Offensivmann Juan Quintero, der für fünf Millionen Euro vom italienischen Absteiger Pescara kam.

Falcao © AP Vergrößern Inzwischen der große Preis von Monaco: Falcaos Transfer nach Madrid hat Porto finanziell geholfen

Das Beispiel Quintero zeigt, wie ausgeklügelt das vereinseigene System ist. „Wir haben ihn schon in Kolumbien begleitet, seit er jung war“, sagte Präsident Jorge Nuno Pinto da Costa der Fußballzeitung „O Jogo“. „In der vergangenen Spielzeit wurde er in Pescara beobachtet, und wir wussten, wie sein Lebensstil und seine Art im Fußball und außerhalb war. Wir haben alles über Quintero gewusst.“

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