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Lionel Messi : Spitzensportler mit Steuerproblemen

  • Aktualisiert am

Erst verliert Lionel Messi mit Barcalona den Clásico, dann taucht sein Name in den „Panama Papers“ auf. Bild: AFP

Mit Lionel Messi taucht auch der Name des besten Fußballspielers der Welt in den „Panama Papers“ auf. Es ist nicht das erste Mal, dass der Argentinier in Steuersachen auffällig wird.

          Auch nach mehr als zehn Jahren auf der großen Bühne des Fußballs findet Lionel Messi wenig Gefallen daran, im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses zu stehen. Nach den Zeremonien für die Wahl des besten Spieler des Jahres etwa, bei denen er aufgrund seiner überragenden sportlichen Fähigkeiten Dauergast ist, freut sich der kleine Argentinier immer, wenn er wieder den Smoking gegen das Trikot tauschen kann. Der 28-Jährige will, seit er in Rosario aufwuchs, eigentlich immer nur eines: Fußballspielen.

          Nun aber steht Messi in einem Scheinwerferlicht, aus dem er sich wohl nicht nach einer kleinen Rede schnell wieder stehlen kann. In den Veröffentlichungen umfangreicher Daten über in Panama gegründete Briefkastenfirmen taucht auch der Name des Profis vom FC Barcelona auf, der am Samstag den Clásico gegen Real Madrid verlor. Aus den unter anderem von der „Süddeutschen Zeitung“ (SZ) ausgewerteten Dokumenten soll hervorgehen, dass zahlreiche Politiker, Sportler und Prominente ihr Geld in Offshore-Firmen geparkt haben. Die Unternehmen sollen zum Teil von der Kanzlei Mossack Fonseca gegründet worden sein.

          Auch die Namen des gesperrten Uefa-Präsidenten Michel Platini und des Mitglieds der rechtsprechenden Kammer der Ethikkommission des Weltfußballverbandes Fifa, Juan Pedro Damiani, tauchen in Zusammenhang mit der Liste auf. Der Uruguayer könnte demnach drei Angeklagten im Fifa-Skandal zu Offshore-Firmen verholfen haben, über die möglicherweise andere Funktionäre bestochen worden sein sollen.

          Der Name Messi wird in den nun ausgewerteten Dokumenten als Begünstigter einer Offshore-Firma genannt: „Mega Star Enterprises“ lautet der treffende Name dieser Firma, die laut „SZ“ ebenfalls von der Kanzlei Mossack Fonseca betreut wurde. „Mega Star Enterprises“ gehöre demnach den Messis. Das gehe aus einem Dokument von 2013 hervor. Das Unternehmen sei bis vor kurzem noch aktiv gewesen.

          Vater Jorge Horacio Messi (mit Sonnenbrille) ist auch der Manager des Fußballstars.
          Vater Jorge Horacio Messi (mit Sonnenbrille) ist auch der Manager des Fußballstars. : Bild: Picture-Alliance

          Gegen Messi und seinen Vater Jorge Horacio wird in Spanien bereits seit 2013 wegen des Vorwurfs der Steuerhinterziehung ermittelt. Ende Mai soll nun der Prozess beginnen. Lionel Messi hatte bei der Vernehmung im September 2013 erklärt, dass nur sein Vater für seine Finanzen zuständig sei. Die Staatsanwaltschaft in Barcelona glaubte ihm das auch. Der Untersuchungsrichter aber entschied, dass sowohl Vater als auch Sohn demnächst vor Gericht zu erscheinen haben.

          Jorge Messi ist Berater und Manager seines Sohnes. Ihnen wird vorgeworfen, in den Jahren 2007 bis 2009 4,1 Millionen Euro an Steuern hinterzogen zu haben. Es geht dabei um die Einnahmen aus sogenannten Bildrechten. Um Steuern zu hinterziehen, sollen Vater und Sohn Briefkastenfirmen in den Steueroasen Belize und Uruguay eingerichtet haben.

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          Die Finanzbehörde fordert die Mindeststrafe von siebeneinhalb Monaten für Messi junior. Eine Haftstrafe ist unwahrscheinlich, in dieser Größenordnung werden sie in Spanien normalerweise zur Bewährung ausgesetzt. Die geforderte Geldstrafe von vier Millionen Euro sollte zu verschmerzen sein für Messi – schließlich verdiente er im vergangenen Jahr angeblich rund 65 Millionen Euro brutto. Laut Fachblatt „France Football“ liegt das Gehalt in Barcelona bei 36 Millionen Euro, dazu kämen Werbeeinnahmen. Für Messis Vater werden 18 Monate Haft und eine Geldstrafe von rund zwei Millionen Euro gefordert. Schon nach Einleitung der Ermittlungen hatte Messi 15 Millionen Euro an Steuern nachgezahlt.

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          Die jüngsten Informationen über die Offshore-Geschäfte in Panama wurden von einer anonymen Quelle zugespielt. Der „SZ“ zufolge handelt es sich um 2,6 Terabyte an Daten, das sind 11,5 Millionen Dokumente zu insgesamt 214.000 Briefkastenfirmen. Es sei das größte Datenleck, das es bislang gegeben habe. Die Daten umfassen einen Zeitraum von 40 Jahren.

          Unbenanntes Dokument

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          Quelle: tora./dpa/AFP

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