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FAZ.NET-Spieler 2008 Messis Bescheidenheit setzt sich durch

13.01.2009 ·  Bei der FAZ.NET-Wahl zum besten Kicker steht Cristiano Ronaldo nicht so hoch im Kurs wie bei sich selbst. Lionel Messi kommt mit seiner zurückhaltenden Art besser an - genauso wie der Charme Ribérys. Ein Deutscher hat noch Nachholbedarf.

Von Katharina Blum
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Für Cristiano Ronaldo war ohnehin klar, wer die Wahl zum „Weltfußballer des Jahres 2008“ gewinnt: er selbst. Platz zwei und drei würde er gleich mit für sich reservieren, aber das sehen die Spielregeln nun einmal nicht vor. „Wenn man sich anschaut, was ich über die gesamte Saison geleistet habe, dann habe ich mehr als alle anderen erreicht“, sagte der Offensivspieler. Bescheidenheit hört sich anders an.

Tatsächlich gewann Cristiano Ronaldo am Montag die Fifa-Wahl, bei der die Trainer und Kapitäne der Nationalmannschaften aus der ganzen Welt den besten Kicker 2008 kürten (siehe auch: Weltfußballer des Jahres 2008: Ronaldo findet in die Spur - und wird geehrt). Mit Manchester United hatte er die englische Meisterschaft, die Champions League und die Klub-WM gewonnen. Dass Ronaldo bei der EM enttäuschte und mit der Nationalmannschaft bereits im Viertelfinale gegen Deutschland (2:3) ausschied - kein Problem bei der Wahl. Der stets auf ein extravagantes Aussehen bedachte Ronaldo sowie der große Unterhaltungswert um seine Person machen diesen kleinen Schönheitsfleck wieder wett.

FAZ.NET-Leser stimmen für Messi

Bei der FAZ.NET-Wahl stand Ronaldo indes als Dritter nicht so hoch im Kurs wie bei sich selbst und den Stimmberechtigten der Fifa-Wahl. Mit 724 Stimmen reichte es nur zu Platz drei. Für unsere Leser war der Argentinier Lionel Messi (1172 Stimmen) der weltbeste Fußballer 2008.

Franck Ribéry - der Spieler im Dienste des FC Bayern ist nicht nur der überragende Kicker der Bundesliga, sondern hat dank diverser Lausbubenstreiche stets die Lacher auf seiner Seite - das brachte ihn vermutlich auf Rang zwei (1082 Stimmen). Nur einen Job als Busfahrer nach seiner offiziellen Karriere bei den Münchnern dürfte ihm nach seinem letzten Streich zunächst einmal verwehrt bleiben (siehe auch: Der Fußball-Kommentar: Chefpilot mit Freifahrtschein).

Ballack auch nach der FAZ.NET-Umfrage ohne Titel

Messi und Ronaldo haben ansonsten eher wenig gemeinsam. Auf dem Rasen sind sie zwar Individualisten, verzaubern mit ihren Dribblings die Fans. Doch so selbstbewusst Messi auf dem Platz auftreten mag, abseits davon bleibt er stets höflich und zurückhaltend. Ganz im Gegensatz zu Ronaldo, der schon mal mit Paparazzi-Fotos in Hochglanzmagazinen von sich Reden macht. Manchmal kommt Bescheidenheit offenbar besser an, wie das FAZ.NET-Ergebnis beweist.

Und die deutschen Männer? Bei der Fifa-Wahl stand wie in den vergangenen fünf Jahren kein Deutscher in der Endauswahl, Michael Ballack wurde dieses Mal 14. Auch die FAZ.NET-Leser konnte der Kapitän der Nationalmannschaft mit 318 Stimmen nicht von sich überzeugen. Zwei verlorene Endspiele in der Champions League und bei der Europameisterschaft sind nicht gerade ein Argument, um ihn zum weltbesten Spieler zu küren.

Vielleicht sollte sich Michael Ballack eine Scheibe von den vor ihm Plazierten abschneiden: ein bisschen mehr Selbstbewusstsein à la Ronaldo, noch ein wenig von Messis Zauber und die Schlitzohrigkeit eines Ribéry, dann gibt es im nächsten Jahr vielleicht wieder einen Titel für Michael Ballack - den des FAZ.NET-Spieler des Jahres 2009.

FAZ.NET-Umfrage - die Ergebnisse im Überblick:

1. Lionel Messi (Argentinien/FC Barcelona): 1172 Stimmen
2. Franck Ribéry (Frankreich/ FC Bayern München): 1082
3. Cristiano Ronaldo (Portugal/Manchester United): 724
4. Michael Ballack (Deutschland/FC Chelsea): 318
5. Kaka (Brasilien/AC Mailand): 235
6. Fernando Torres (Spanien/FC Liverpool): 216

Insgesamt wurden 3747 Stimmen abgegeben.

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