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FAZ.NET-Spezial Die schwachen Bayern sind zu stark für Schalke

 ·  Die Erfolgsserie von Schalke 04 in der Bundesliga endete in München. Der Meister gewann das Spitzenspiel 3:0 und führt die Tabelle wieder mit sechs Punkten vor dem HSV an. FAZ.NET-Bildergalerie.

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Bayern München ist wieder alleiniger Favorit auf den Gewinn der deutschen Fußball-Meisterschaft. Der 19malige Titelträger fand nach dem Aus in der Champions League und zwei Erstliga-Spielen ohne Sieg mit dem 3:0 gegen den FC Schalke 04 in die Erfolgsspur zurück.

Nach Toren von Hasan Salihamidzic, Claudio Pizarro und Roy Makaay vor 69.000 Zuschauern in der ausverkauften Allianz-Arena haben die Bayern (62) weiter sechs Punkte Vorsprung auf den Hamburger SV (56). Schalke 04, zuvor in diesem Jahr ungeschlagen, ist als Dritter (51) aus dem Titelrennen fast schon ausgeschieden. Im zweiten Sonntagsspiel gewann Hertha BSC 1:0 gegen Arminia Bielefeld und rückte wieder an Position sechs vor.

Werder saft- und kraftlos

Die Bayern haben ihre Schwächephase bewältigt, Werder Bremen befindet sich mittendrin und droht bei 50 Punkten den Anschluß zu verlieren. Nach dem bitteren 1:3 beim 1. FC Nürnberg am 26. Spieltag nahm der Double-Gewinner von 2004 Abstand von höheren Zielen. Selbst die Champions-League-Qualifikation gerät nach dem dritten Tiefschlag in nur elf Tagen in Gefahr.

FAZ.NET-Spezial: 26. Bundesliga-Spieltag

„Das war keine Leistung, die einer Spitzenmannschaft würdig war. So kann man keine Spiele gewinnen“, sagte Manager Klaus Allofs nach dem saft- und kraftlosen Auftritt seiner Elf, die das unglückliche Aus in der „Königsklasse“ gegen Juventus Turin offenbar nicht verkraftet hat.

Schneckenrennen um Uefa-Cup-Plätze

Ganz anders ist die Stimmung beim Nordrivalen Hamburger SV. Schon vor dem 1:0 beim VfL Wolfsburg hatte Thomas Doll das Saisonziel nach oben korrigiert. „Es geht nicht mehr um den Uefa-Cup. Wir wollen in die Champions League. Das wäre eine Riesensache für meine Elf und ganz Hamburg“, sagte der HSV-Coach. Obwohl seine Elf dank des wiedererstarkten Benny Lauth erster Verfolger von Bayern München bleibt, weist Doll alle Titelträume von sich: „Wir kämpfen mit Bremen und Schalke um zwei Champions-League-Plätze. Das Ziel ist hoch genug.“

Hinter dem Führungsquartett wird der Kampf um den letzten europäischen Startplatz zum Schneckenrennen. Es scheint, als blieben alle kleben. Das spielerische Niveau im Verfolgerfeld ist erschreckend schwach. So konnten aus dem breiten Liga-Mittelfeld nur Hannover 96 (1:0 gegen 1. FC Köln) und Borussia Dortmund (2:1 gegen 1. FC Kaiserslautern) knappe Siege gegen Abstiegskandidaten feiern.

15. Remis für Stuttgart

Dem VfB Stuttgart genügte das 1:1 bei Borussia Mönchengladbach, um den fünften Rang zu verteidigen. „Natürlich ist es unser Ziel, wieder international dabei zu sein. Mit dem Punkt kann ich leben“, meinte Trainer Armin Veh nach dem 15. Remis des VfB. Obwohl es noch nie so einfach war, eine „Europa-Fahrkarte“ zu lösen, will Borussen-Coach Horst Köppel davon nichts wissen. „Vom Uefa-Cup hat hier im Verein nie jemand gesprochen. Wir wollten nur eine Saison ohne große Angst spielen.“ Selbstbewußtsein klingt anders.

Sogar Köppels Kollege Peter Neururer, der einst den VfL Bochum forsch in den Uefa-Cup führte, hält sich mit der Formulierung höherer Ansprüche zurück. Zwar war der Erfolg gegen Köln hoch verdient, hätte aber höher ausfallen müssen. „Ich verstehe nicht, warum die Leute hier immer vom Uefa-Pokal reden. Hannover hat mal ganz klar das Erreichen eines einstelligen Tabellenplatzes als Ziel ausgegeben“, klagte Neururer.

„Big Points“ für Mainz und Frankfurt

Will denn keiner in den Uefa-Cup? Bayer Leverkusen wollte, hat diese lange artikulierte Ambition nach der desolaten Vorstellung beim 1:2 gegen den FSV Mainz 05 aber aufgegeben. „So haben wir dort nichts zu suchen“, stellte Bernd Schneider frustriert fest. Trainer Michael Skibbe war maßlos enttäuscht, wie sich seine Elf dem leidenschaftlich kämpfenden FSV mit dem zweifachen Torschützen Mohamed Zidan ergab: „Das Hauptübel war, daß wir kein Rezept gegen die Mainzer mit ihrer Disziplin, Zweikampfstärke und Laufbereitschaft gefunden haben.“

Neben Mainz und Nürnberg landete auch Eintracht Frankfurt im Kampf gegen den Abstieg einen „Big Point“. „Der Sieg war ganz wichtig, weil wir den Abstand nach unten vergrößert haben“, betonte der beim 5:2 gegen den MSV Duisburg dreimal erfolgreiche Ioannis Amanatidis. Für den Mitaufsteiger rückt der Klassenverbleib dagegen in weite Ferne. Sechs Punkte beträgt der Abstand zum rettenden Ufer schon, die Mission von Jürgen Kohler droht kläglich zu scheitern. Dennoch glaubt der MSV-Coach unverdrossen an das fast Unmögliche: „Wir werden weiter kämpfen, auch wenn die Spiele immer weniger werden.“

Podolski: „Es sieht immer schlechter aus“

Nur noch ein Wunder kann dem 1. FC Köln helfen. „Man muß realistisch sein, es sieht immer schlechter aus. Mit so einer Leistung können wir in der Bundesliga nicht bestehen“, sagte Lukas Podolski nach dem leblosen FC-Auftritt. Präsident Wolfgang Overath und Manager Michael Meier verließen fluchtartig die AWD-Arena und ließen Trainer Hanspeter Latour im Regen stehen.

Dem Schweizer blieb dagegen angesichts der neun Zähler Rückstand auf Rang 15 nur die Flucht in Durchhalteparolen. „So lange noch theoretische Chancen bestehen, muß man an den Klassenerhalt glauben.“ Eine ebenso klägliche Leistung lieferte der Tabellensechzehnte aus Kaiserslautern beim BVB ab. Ervin Skela kam zu einem ähnlichen Fazit wie Podolski: „Was wir gezeigt haben, hat mit Bundesliga-Fußball nicht zu tun.“

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa/sid
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