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FAZ.NET-Spezial: 24. Spieltag Gladbach kommt dem Uefa-Pokal näher

06.03.2006 ·  Durch einen souveränen 2:0-Erfolg gegen Arminia Bielefeld ist Borussia Mönchengladbach auf den sechsten Tabellenplatz der Fußball-Bundesliga vorgerückt. Eintracht Frankfurt und der VfL Wolfsburg trennten sich im zweiten Sonntagsspiel 1:1. Die Berliner Hertha hält trotz ihrer anhaltenden Krise an Trainer Götz fest.

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Ein wortkarger Trainer bangte in sich gekehrt um seinen Job, ein vor Wut schäumender Torwart redete sich den Frust von der Seele - trotz des gleichen Negativ-Erlebnisses hätten die öffentlich gezeigten Gefühlslagen von Falko Götz und Oliver Kahn nach dem 24. Spieltag der Fußball-Bundesliga kaum unterschiedlicher sein können. In den Sonntagsspielen gewann Borussia Mönchengladbach gegen Arminia Bielefeld 2:0, die Frankfurter Eintracht trennte sich vom VfL Wolfsburg 1:1.

„Ich stehe noch zu sehr unter dem Eindruck des Spiels und gebe dazu keine Stellungnahme ab“, erklärte Götz nach dem deprimierenden 2:4 von Hertha BSC Berlin gegen das Tabellenschlußlicht 1. FC Köln und wollte sich nicht zur Diskussion über seine mögliche Entlassung äußern. Unbedingt äußern wollte sich dagegen Kahn nach dem 1:2 von Rekordmeister und Spitzenreiter Bayern München im Topspiel gegen den Hamburger SV. „Die Mannschaft muß verstehen, daß wir um die deutsche Meisterschaft spielen und nicht um die Stadtmeisterschaft“, schimpfte der Nationalkeeper (Siehe auch: O-Töne zum 24. Spieltag: „Im Augenblick bin ich sprachlos“).

Hoeneß flüchtet

Doch während der Ärger von Kahn angesichts von immer noch acht Punkten Vorsprung in der Tabelle kaum als Warnsignal in Bezug auf die Liga, sondern eher als Weckruf vor dem Champions-League-Spiel beim AC Mailand gelten dürfte, sieht es bei Götz anders aus. Nach dem 13. sieglosen Pflichtspiel in Folge herrscht in Berlin ratloses Schweigen. Manager Dieter Hoeneß ließ entgegen sonstiger Gewohnheiten die Journalisten stehen und ergriff die Flucht. Die vielen Plakate im Stadion, die seinen Rauswurf forderten, hatten dem Hertha-Boss zugesetzt. Mehr und mehr wird auch der 53jährige für die Misere verantwortlich gemacht. Wegen der schlechten Leistungen in den vergangenen Monaten waren viele Berliner Fans erst mit 15minütiger Verspätung ins Stadion gekommen. Nach dem Spiel versuchten einige Anhänger sogar, die Katakomben zu stürmen (Siehe auch: Bundesliga: Ergebnisse und Tabelle).

Im Gegensatz zur Krise beim Hauptstadtklub ist die erste Niederlage der Bayern vor eigenem Publikum seit dem 16. Oktober 2004 nicht viel mehr als ein Betriebsunfall, der die Sinne vor der Partie in Mailand noch einmal geschärft hat. „Dort werden wir viel konzentrierter auftreten“, sagte Trainer Felix Magath unaufgeregt. Die gelassene Reaktion Magaths resultierte in erster Linie aus dem Blick auf das Ergebnis von Verfolger Werder Bremen. Die Bremer konnten die Niederlage der Bayern nicht entscheidend nutzen und kamen durch das 1:1 bei Bayer Leverkusen dem Titelverteidiger nur einen Punkt näher. Vier Tage vor dem Achtelfinal-Rückspiel in der „Königsklasse“ bei Juventus Turin schoben die Profis von der Weser deshalb mächtig Frust. „Wenn die Bayern einmal patzen, müssen wir einfach da sein“, ärgerte sich Nationalspieler Torsten Frings.

Frings motzt

Doch nicht nur im Kampf um den Titel war das Remis für Werder zu wenig. Durch die Erfolge der Hamburger und von Schalke 04 (2:1 bei Hannover 96) müssen die Bremer sogar verstärkt um die Teilnahme an der Champions League bangen. Ebenfalls nicht recht zufrieden mit dem Remis (1:1) können Borussia Dortmund und der FSV Mainz 05 sein. Für den BVB war der Punkt im Kampf um einen Uefa-Cup-Platz zu wenig und auch Mainz hätte im Abstiegskampf dringend drei Zähler gebraucht.

Diesen „Dreier“ im Kampf um den Klassenerhalt schaffte der 1. FC Nürnberg durch den 3:0-Sieg gegen den Konkurrenten MSV Duisburg. Für den Erfolg war der Slowake Robert Vittek mit seinen drei Toren fast im Alleingang verantwortlich. Noch mehr Grund zur Freude als die Nürnberger hatten die Kölner. Die Rheinländer konnten den ersten Erfolg nach 18 sieglosen Partien und Nationalstürmer Lukas Podolski feiern. Der Torjäger, der zwei Tore erzielte und ein weiteres vorbereitete, hat sein Leistungstief offenbar überwunden.

Das Spiel des 1. FC Kaiserslautern gegen den VfB Stuttgart war wegen starken Schneefalls abgesagt worden. In den sechs Partien am Samstag sahen 287.705 Zuschauer 19 Tore. Der Bremer Miroslav Klose, der in Leverkusen leer ausging, führt mit 17 Treffern weiter die Torschützenliste vor dem Lauterer Halil Altintop (13) an. Der Schalker Poulsen und der Duisburger Tararache sahen die Gelb-Roten Karten Nummer 24 und 25 der Saison.

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa und sid
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