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FAZ.NET-Spezial: 13. Spieltag Auf dem „Betze“ ist der Teufel los, Neururer mit gelungenem Einstand

20.11.2005 ·  Das Chaos in Kaiserslautern beherrschte die Fußball-Bundesliga: Nach der 1:3-Heimpleite gegen Nürnberg wurde Trainer Henke entlassen, Vorstandschef Jäggi trat zurück. Der FC Bayern gewann glücklich. Hannover 96 kam im ersten Spiel mit Trainer Neururer zu einem 2:2 in Stuttgart.

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Chaos in Kaiserslautern, Torflut in Bremen und ein geglücktes Trainer-Comeback - der 13. Spieltag in der Fußball-Bundesliga war geprägt von hektischer Betriebsamkeit und großen Emotionen.

Auch beim zunächst eher langweiligen Treffen von Arminia Bielefeld und Bayern München entwickelte sich späte Dramatik. Dank des Zusammenwirkens des peruanischen Sturm-Duos Paulo Guerrero und Claudio Pizarro (82./92.) riß der Meister das schon verloren geglaubte Spiel noch aus dem Feuer und überraschte mit dem 2:1 selbst Felix Magath.

„Nach dem 0:1 habe ich nicht mehr geglaubt, daß wir den Umschwung noch schaffen“, sagte der Bayern-Trainer nach dem Erfolg, den Manager Uli Hoeneß keineswegs als „glücklich“ wertete. Der Titelverteidiger aus München (34 Punkte), der den eigenen Bundesliga-Startrekord aus der Saison 1998/99 einstellte, verteidigte mit dem elften Sieg im 13. Saisonspiel seine komfortable Spitzenposition vor dem famosen Verfolger Werder Bremen (29), der den VfL Wolfsburg mit 6:1 Toren abfertigte (Siehe auch: Bundesliga: Ergebnisse und Tabelle).

In den Sonntagspielen bezwang der Hamburger SV den MSV Duisburg 2:0, während der VfB Stuttgart gegen Hannover 96, das erstmals mit Trainer Peter Neururer angetreten war, nicht über ein 2:2 hinaus kam.

Bremen bereit für Barcelona

Werder-Coach Thomas Schaaf mochte den „Dusel-Sieg“ der Münchner nach der eigenen Torgala nicht kommentieren. „Das ist mir egal“, knurrte er, „wir schauen nur auf uns, und das war klasse.“ Die zweifachen Torschützen Tim Borowski und Miroslav Klose, der die Torjägerliste mit nunmehr 14 Treffern souverän anführt, schossen sich ein für das schwere Champions-League-Spiel am Dienstag beim FC Barcelona.

Wie Bremer und Bayern hätten sich auch die Profis des FC Schalke 04 über drei Punkte und ein Erfolgserlebnis vor dem Auftritt in der Königsklasse am Mittwoch gegen den PSV Eindhoven gefreut. Doch der Revierklub vermochte es beim 2:2 in Köln wieder nicht, aus großer Überlegenheit Kapital zu schlagen. „Köln war doch schon scheintot“, ärgerte sich Trainer Ralf Rangnick über zahlreiche vergebene Chancen in Hälfte eins. Ebenso unzufrieden war FC-Kollege Uwe Rapolder, der die Leistung seiner Elf vor der Pause heftig kritisierte: „Wir können uns nicht die ganze Woche über gegenseitig Mut machen und Händchen halten und uns dann vor ausverkauftem Haus so präsentieren.“

„Tragischer Tag“

Ungleich prekärer ist die Lage beim neuen Schlußlicht 1. FC Kaiserslautern. Nach dem blamablen 1:3 gegen den 1. FC Nürnberg und dem zehnten sieglosen Spiel in Serie mußte Michael Henke den Trainerstuhl räumen (Siehe auch: Chaos beim FCK: Beben am Betzenberg). Auch Vorstandschef René C. Jäggi kündigte den Rückzug an, um den Weg freizumachen für eine neue Führungscrew in der Pfalz. Gleichwohl taumelt der Traditionsverein in eine unsichere Zukunft. Henke ist nach Klaus Augenthaler (Leverkusen), Wolfgang Wolf (Nürnberg) und Ewald Lienen (Hannover) der vierte Coch, der in der laufenden Saison entlassen wurde. „Das ist ein tragischer Tag mit gigantischen Auswirkungen“, sagte Jäggi, der nach Ansicht scharfer Kritiker wie Mario Basler ein Chaos hinterläßt. „Ich bin kein Sesselkleber und übernehme als Präsident die Verantwortung. Ich habe mich bis zuletzt vor den Trainer gestellt“, sagte Jäggi.

Ein Trainer ging - der andere kam, sah und siegte: Hans Meyer feierte nach 543 Tagen „Ruhestand“ beim „Club“ mit dem 3:1 im „Kellerduell“ ein Comeback nach Maß. Den Sieg in der Pfalz mochte Meyer aber nicht überbewerten: „Man hat gemerkt, daß zwei verunsicherte Mannschaften auf dem Platz standen.“

Zwei lange Bundesligaserien haben nach wie vor Bestand: Hertha BSC schaffte es auch nach 33 Jahren nicht, bei Borussia Dortmund einen Sieg zu landen. Statt dessen feierte die BVB-Notelf dank zweier Tore von Ebi Smolarek den umjubelten 2:0-Erfolg gegen den Tabellenfünften aus Berlin. „Er trifft und trifft und trifft“, schwärmte Sportdirektor Michael Zorc über Smolarek.

„Er trifft und trifft und trifft“

Für Borussia Mönchengladbach bleibt Bayer Leverkusen der Angstgegner. Im 19. Spiel hintereinander gelang Gladbach kein Sieg gegen den Rivalen, bei dem mehr und mehr die Arbeit des neuen Trainers Michael Skibbe fruchtet. „Die taktische Ausrichtung stimmt, und es ist wieder eine positive Grundstimmung zu spüren“, sagte Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser nach dem 1:1 im Borussia-Park.

Eine Kuriosität gab dem 2:2 im Rhein-Main-Derby zwischen dem FSV Mainz 05 und Aufsteiger Eintracht Frankfurt die Würze. Nikolce Noveski unterlief das schnellste „Eigentor-Doppelpack“ der Fußballbundesliga. In nur 129 Sekunden brachte der Mazedonier Mainz früh ins Hintertreffen, sorgte aber in der 70. Minute selbst für die Wende. Petr Ruman gelang in der Schlußminute noch der verdiente Ausgleich. So etwas wünsche er „keinem Spieler“, klagte Noveski über sein doppeltes Mißgeschick: „Da bricht eine Welt zusammen.“

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa und sid
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