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Europapokalwoche Nur Wolfsburg macht's den Bayern nach

28.11.2008 ·  Vier Spiele am Donnerstag im Uefa-Pokal, nur ein deutscher Sieg. Sowohl der HSV als auch Schalke und Stuttgart müssen ums Weiterkommen zittern. Einzige deutsche Sieger der Europapokalwoche sind Wolfsburg und die Bayern.

Von Daniel Meuren
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Durchwachsener Donnerstag für die deutschen Teams im Uefa-Pokal: Schalke und Hamburg verlieren zuhause, der VfB Stuttgart ergattert bei Sampdoria Genua wenigstens einen Punkt. Nur der VfL Wolfsburg schafft einen Sieg auf europäischer Bühne.

In der Champions League haben die Münchner Bayern bereits am Dienstag einen Sieg gelandet und die Qualifikation fürs Achtelfinale eingefahren. Während Werder Bremen bereits aus der Champions League ausgeschieden ist, können wenigstens noch alle deutschen Uefa-Pokal-Teilnehmer aus eigener Kraft das Weiterkommen sichern.

Ratlosigkeit auf Schalke

Gegen Manager Andreas Müller richtete sich die Wut der Fans „auf Schalke“ nach der deprimierend eindeutigen 0:2-Niederlage gegen Manchester City: Die vermeintlich so treuen Anhänger der „Knappen“ forderten den Rauswurf des Managers, der sicher nicht so große Schuld hatte am leblosen Auftritt seiner Spieler. Aber irgendjemand muss ja schuld sein. Und die gesamte Last des Schalker Versagens immer nur auf Kevin Kuranyi abzuladen ist ja auch langweilig. Schalke muss nun im letzten Gruppenspiel gegen Twente Enschede, den ehemaligen Klub von Trainer Fred Rutten, vermutlich gewinnen, um die K.o.-Phase des Uefa-Pokals zu erreichen. Die Tore für Manchester City erzielten Benjani (32.) und der Ire mit dem lobenswert gut zu merkenden Namen Ireland (66.).

Leonardo klaut HSV die Punkte

Leonardo von Ajax Amsterdam erzielte in der 77. Minute des Auswärtsspiels beim HSV den Siegtreffer für die Gäste aus den Niederlanden und bescherte seinem Trainer Marco van Basten somit einen weiteren höchst süßen Erfolg im Hamburger Volksparkstadion. 1988 gewann van Basten als Stürmer mit den „Oranje Boven“ auf dem Weg zum EM-Titel im Halbfinale an gleicher Stätte 2:1 gegen Deutschland - natürlich dank van Bastens Torriecher. Solchen Instinkt hatte der HSV zu keinem Zeitpunkt der 90 Minuten, wenngleich sich der Bundesligavierte redlich mühte. Der HSV hat bei zwei ausstehenden Spielen aber noch gute Chancen aufs Weiterkommen.

Stuttgarter Hoffnungsschimmer

Verstummen die Lästermäuler nach Maricas punktbringendem Tor? Der VfB Stuttgart bleibt auch unter seinem neuen Teamchef Markus Babbel sieglos, hat aber immerhin seine Chancen auf den Einzug in die K.o.-Runde des Uefa-Pokals gewahrt. Die Schwaben erkämpften sich beim Debüt des ehemaligen Nationalspielers auf dem Trainerstuhl ein 1:1 (1:1) bei Sampdoria Genua und können mit einem Heimsieg am 18. Dezember gegen Standard Lüttich das Ticket für die nächste Runde lösen. Ciprian Maricas frühes Tor (9.) reichte dem VfB nicht zum Sieg, weil Paolo Sammarco noch vor der Pause für Genua ausglich (38.).

Wolfsburg gewinnt in Braga

Der VfL Wolfsburg hat im portugiesischen Braga einen Last-Minute-Sieg gelandet. Dzeko rettete die Wölfe zweimal, indem er den Ausgleich zum 1:1 selbst erzielte und später den Elfmeter vor dem 2:2 herausholte. Misimovic schoss in der Nachspielzeit den Siegtreffer, der den Niedersachsen fast schon das Weiterkommen sichert.

Die Bayern reißen es mal wieder raus

Der wichtigste deutsche Sieg der Europapokalwoche geht mal wieder an die Bayern: Mit dem 3:0-Sieg gegen Steaua Bukarest haben die Münchner vorzeitig die Qualifikation fürs Achtelfinale der Champions League klargemacht. Das Warten auf seinen ersten Treffer in der Königsklasse hat unterdessen für Luca Toni ein Ende. Der Italiener, wie Klinsmann in seiner Premierensaison in der Champions League, erzielte das 2:0, Miroslav Klose die Führung und den Treffer zum 3:0-Endstand.

Wie so oft vertreten die Bayern nun in der K.o.-Phase allein die deutschen Interessen. Im letzten Gruppenspiel in Lyon geht es für die Bayern nur noch um den Gruppensieg. Dafür brauchen die Bayern aufgrund der Europapokal-Arithmetik ein Unentschieden mit Toren oder einen Sieg.

Bremen scheitert auf Zypern

Werder Bremen sorgte für die größte Überraschung der Vorrunde: Denn die Bremer sind die einzige Mannschaft, die es nicht schaffte, den ihrer Wirtschaftskraft entsprechenden Ertrag in den Gruppenspielen zu erzielen. Während die anderen Vermögenden der Königsklasse ihr Weiterkommen gesichert haben, scheiterten die Bremer an Kleinverdienern wie Panathinaikos Athen und Anorthosis Famagusta.

Beim 2:2 auf Zypern änderten auch die späten Treffer von Diego und Almeida nichts mehr am sportlichen Debakel. Und dabei waren die Bremer nahezu unschlagbar in der Gruppenphase. Nur ein Spiel verloren sie, viermal spielten sie unentschieden. Ein Sieg war den Hanseaten indes nicht vergönnt. Den brauchen sie indes im abschließenden Gruppenspiel gegen Inter Mailand, um die Chance auf das Trostpflaster Uefa-Pokal-Teilnahme zu wahren.

Langeweile in der Königsklasse

Auch außerhalb Deutschlands herrscht gepflegte Langeweile auf den Spielfeldern der Königsklasse: 13 von 16 Plätzen fürs Achtelfinale sind bereits vergeben. Ein Rekord, der nachdenklich stimmt: Ist die Hierarchie im europäischen Fußball schon ähnlich stark „zementiert“ (O-Ton Eintracht-Manager Heribert Bruchhagen) wie in der Bundesliga?

FAZ.NET meint, dass die Gruppenphase der Königsklasse Gefahr läuft, zu einer Farce zu verkommen.

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Jahrgang 1973, Sportredakteur.

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